Legenden und Meilensteine

Berlin – Marathon 1990

Berlin – Marathon 1992

New York – Marathon 1993

Boston – Marathon 1994, #1

Boston – Marathon 1994, #2

Boston – Marathon 1995

Boston – Marathon 1996

Vor den Olympischen Spielen in Atlanta 1996

Nach den Olympischen Spielen in Atlanta 1996


Berlin-Marathon 1990: Mit einer Gänsehaut durchs Brandenburger Tor

Es ist kein Wunder, dass der Berlin-Marathon einen ganz besonderen Platz in Utas Herz einnimmt. Es war der erste große Triumph in ihrer Läuferkarriere an einem ganz besonderen Tag für Deutschland und die Welt sowie für den Marathonsport. Am 30. September 1990 gewann Uta in ihrer Heimatstadt den Berlin-Marathon. Die Berliner Mauer war gefallen und bis zur historischen Wiedervereinigung waren es nur noch drei Tage. Zum ersten Mal führte der Berlin-Marathon durch beide Teile der einst geteilten Stadt und durch das Brandenburger Tor.

Für die damals 25-Jährige war dieser Marathon ein zutiefst emotionales und einzigartiges Erlebnis. Uta rannte gemeinsam mit 25.000 Läufern durch die einst geteilte Stadt und gewann in der Streckenrekordzeit von 2:28:37 Stunden. „Als ich durch das Brandenburger Tor in den Ostteil der Stadt lief, bekam ich eine Gänsehaut. Mir lief ein Schauer über den Rücken, ein Abschnitt ging zu Ende”, berichtete Uta später über ihre Gefühle bei dem Rennen. Viele der Läufer rannten mit Tränen im Gesicht durch die frühere Nahtstelle zwischen Ost und West.

Um acht Sekunden verbesserte Uta den Streckenrekord der finnischen Vorjahressiegerin Päivi Tikkanen. Die Finnin war ebenfalls im Rennen und hatte vom Start weg für Tempo gesorgt. Die Holländerin Carla Beurskens war die Erste, die das Tempo nach rund fünf Kilometern nicht mehr mitgehen wollte, doch dann bekam Tikkanen selbst Probleme. Bei 15 km gab die Finnin auf, sie bekam Magenschmerzen.

Uta sollte den Berlin-Marathon im Alleingang gewinnen. Allerdings wurde es am Ende noch einmal knapp. Denn Renata Kokowska hatte den Rückstand bei Kilometer 38 auf 13 Sekunden reduziert. Der Polin gelang dies praktisch unbemerkt. Uta ging zu diesem Zeitpunkt noch von einem komfortablen Vorsprung auf Carla Beurskens aus. Doch Utas Trainer Dieter Hogen, der ihr zuvor stets einen Vorsprung von rund einer Minute zugerufen hatte, hatte die Polin nicht als Frau erkannt.

Erst knapp fünf Kilometer vor dem Ziel erkannte er Renata Kokowska. „Plötzlich rief Dieter nicht mehr ,eine Minute’, sondern nur noch ,15 Sekunden’. Er hatte zuvor gedacht, Renata wäre ein Mann. Ich geriet nicht in Panik. Allerdings musste ich kämpfen, denn ich wurde müde. Die lange Saison machte sich bemerkbar”, erzählte Uta.

Mit 13 Sekunden Vorsprung gewann Uta, die damals für die LG Stuttgarter Kickers startete, allerdings schon wenige Monate später das Trikot des Berlin-Marathon-Veranstalters SCC Berlin tragen sollte. Es war der erste einer Reihe von großen Marathonsiegen von Uta. Und als sie durch das Brandenburger Tor lief, war das wie ein Startschuss für eine große Zukunft: „Ich merkte, dass es jetzt Zeit war nach vorne zu gucken und nicht mehr zurück. Es war für mich ein Neuanfang.“


Berlin-Marathon 1992: „Es war wie in einem Traum”

„Es war ein traumhaftes Gefühl, wieder in Berlin gewinnen zu können”, erzählte Uta Pippig, nachdem vor heimischem Publikum zum zweiten Mal nach 1990 den Berlin-Marathon gewonnen hatte. Angefeuert wurde sie dabei einmal mehr von einem begeisterten Millionenpublikum am Streckenrand.

Während Uta vor zwei Jahren noch mit dem Streckenrekord von 2:28:37 Stunden gewonnen hatte, reichte es dieses Mal mit 2:30:22 nicht zu einer neuen Bestzeit, doch das tat der Freude der Berlinerin und ihres Coaches sowie Freundes Dieter Hogen keinen Abbruch.

Es war kein leichter Sieg, denn eine Fußverletzung machte ihr zu schaffen. Uta hatte vom Start weg versucht, als sie noch keine Probleme hatte, den deutschen Rekord von Katrin Dörre (2:25:24 Stunden) zu brechen. Die 27-Jährige hatte sich nach wenigen Kilometern von ihren Konkurrentinnen abgesetzt. Und die Zwischenzeiten von 51:11 Minuten bei 15 km und 1:12:37 Stunden bei der Halbmarathonmarke liefen ziemlich genau auf eine neue deutsche Bestzeit hinaus.

“Doch schon im Training vor dem Rennen habe ich mir den Fuß durchgetreten und stand kurz vor einem Ermüdungsbruch. Bei Kilometer 25 kamen die Schmerzen wieder, und ich habe sogar ans Aufhören gedacht”, erzählte Uta. Doch aufgeben vor einem derart begeisterten heimischem Publikum kam für sie nicht wirklich in Frage. Und schon gar nicht an dieser Stelle. Denn kurz nach Kilometer 25 verläuft die Strecke in unmittelbarer Nähe zum Berliner Wohnsitz von Uta. In Steglitz warteten viele Fans am Straßenrand, die sie persönlich kannten.

So gab Uta zwar das Rekordvorhaben auf, nicht aber das Rennen. Sie lief taktisch weiter. Deshalb konnten die Vorjahressiegerin und Streckenrekordhalterin Renata Kokowska (Polen/2:27:36) sowie die Russin Ljubow Klochko noch einmal zu Uta aufschließen. Das Trio blieb bis Kilometer 40 zusammen. “Es war ein langsames Tempo, doch ich wollte den Sieg nicht gefährden“, erzählte Uta, die mit ihrem entscheidenden Antritt bis zwei Kilometer vor dem Ziel wartete.

Dann konnten weder Kokowska noch Klochko mithalten, und Uta lief auf dem Kurfürstendamm, Kusshändchen in Richtung Publikum werfend, einem umjubelten Sieg entgegen. Mit 2:30:22 verfehlte sie aufgrund der Beschwerden auch die angestrebte persönliche Bestleistung (2:26:52) deutlich. Doch der Sieg war wichtiger. Und als Uta am Nachmittag zu ihrer Steglitzer Wohnung zurückkehrte, gab es noch eine Überraschung. Nachbarn hatten an der Hausfassade ein Transparent aufgehängt. „Das war super, Uta“, stand dort geschrieben.


New-York-Marathon 1993: Utas Lauf durch die beliebte Marathonstadt

© Sailer
© Sailer

Utas Trainer Dieter Hogen rannte von der First zur Fifth Avenue, kämpfte sich durch ein dichtes Zuschauerspalier und schrie in dem Trubel seiner Freundin wie abgesprochen eine Information zu, auf die sie lange gewartet hatte. Über 35 Kilometer hatte Uta Pippig (SCC Berlin) als schnellste Frau das Feld des New-York-Marathons angeführt, ohne zu wissen, dass sie einem ganz souveränen Sieg entgegenlief.

Die letzte Konkurrentin, die nicht mehr Schritt halten konnte, war die Französin Nadia Prasad. Und die hatte sie über eine Stunde zuvor bei Kilometer 15 zuletzt gesehen. Von da an war Uta im Ungewissen über das, was sich hinter ihr tat. Dieter Hogen informierte sie dann über den von ihm an der First Avenue gestoppten, komfortablen Vorsprung von etwa 90 Sekunden.

“Doch dann wurde ich bei starkem Gegenwind und Temperaturen von über 20 Grad Celsius müde. Sicher auch, weil ich allein laufen musste”, erzählt Uta, die nicht wusste, dass sie zwischenzeitlich ihren Vorsprung sogar auf drei Minuten ausgebaut hatte. So schaute sie sich immer wieder um, in der Angst, vielleicht jemanden übersehen zu haben, der ihr ihren größten sportlichen Triumph noch wegschnappen könnte.

Doch selbst mit einem Fernglas hätte Uta die später zweitplatzierte Olga Appell (2:28:55 Stunden) nicht entdecken können, denn die Mexikanerin lag um Straßenecken zurück. Nur selten hat in den letzten Jahren eine Läuferin im Spektakel New-York-Marathon so dominiert wie jetzt die Berlinerin, die im Ziel mit 2:26:23 Stunden ihre Bestzeit um 29 Sekunden unterboten hatte und auf Olga Appell über zweieinhalb Minuten Vorsprung aufwies. “Ich konnte es gar nicht fassen, dass keine andere Läuferin mehr von hinten kam”, erzählt Uta, was ihr auf den letzten Kilometern vor dem Ziel im Central Park durch den Kopf ging. “Und dann habe ich realisiert, dass ich New York gewinne.”

Als erste Deutsche ist der 28-jährigen Läuferin gelungen, wovon jeder Weltklasse-Läufer träumt: Ein Sieg beim prestigeträchtigsten Straßenlauf. New York ist nicht irgendein Marathon, sondern der Marathon. Das zeigt auch wieder die Begeisterung der auf zwei Millionen geschätzten Zuschauer am Straßenrand.

“Marathonlauf hat in den USA einen sehr hohen Stellenwert. In New York gibt es eine perfekte Organisation, die ganze Stadt steht hinter dem Rennen – das merkt man auf der Strecke”, erzählt Uta. “Den Berlin-Marathon 1990 nach dem Fall der Mauer zu gewinnen, das war emotional noch toller. Aber jetzt fühle ich mich, als hätte ich bei Olympischen Spielen gewonnen.”

Falls es noch eines Beweises bedurft hätte, so wäre er jetzt erbracht: Uta zählt zu den weltbesten Straßenläuferinnen. Ihre Bilanz in den USA ist in diesem Jahr makellos: Sieben Rennen hat sie bestritten und alle gewonnen, darunter auch gegen die Vorjahressiegerin von New York, Lisa Ondieki (Australien). Dieses Rennen in New York City war für Uta auch eine Rehabilitierung nach der Enttäuschung bei der WM. Im Vorfeld zu viel trainiert, war sie im 10.000-m-Finale müde und lief nur auf Rang neun.

Dieser Sieg war ihr so sehr wichtig und sie hat schon ein neues Ziel für den nächsten Berlin-Marathon. “In Berlin ist die Strecke vielleicht zwei Minuten schneller – und ich möchte dort richtig schnell laufen”, kündigt Uta an.


Boston-Marathon 1994: Der Durchbruch zu den schnellsten Zeiten

© adidas
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Nach den Weltklasseergebnissen von Dionicio Ceron (2:08:51) sowie Vincent Rousseau (2:07:51) und Miyoko Asahina (2:25:52) in London und Rotterdam setzte einen Tag später das Rennen in Boston diesen Marathon-Höhepunkten noch die Krone auf. In Boston liefen die beiden Sieger Uta Pippig (SCC Berlin) und Cosmas N’deti (Kenia) bei idealem Wetter und teilweisem Rückenwind nicht nur Weltjahresbestzeiten und Streckenrekorde, sondern auch jeweils eines der besten Ergebnisse überhaupt.

Damals 28-jährig erreichte Uta nach einem famosen Lauf 2:21:45 Stunden und verfehlte den Weltrekord nur um 39 Sekunden. Mit ihrer Zeit, mit der sie den bisherigen deutschen Rekord von Katrin Dörre-Heinig (2:25:24 – gelaufen 1987) verbesserte, stand Uta in der ewigen Weltbestenliste hinter der Norwegerin Ingrid Kristiansen (2:21:06) und Joan Benoit (USA/2:21:21), die mit ihren Ergebnissen 1985 den London- und den Chicago-Marathon gewannen, an dritter Position.

Und das Ende der Fahnenstange sah die Berlinerin damit bestimmt noch nicht erreicht. Genauso wie auch beim 24-jährigen N’deti, der den bisherigen Streckenrekord von Robert de Castella (der Australier lief 1986 2:07:51) ebenfalls deutlich unterbot. Der Kenianer schob sich mit seiner Zeit an die fünfte Stelle der ewigen Weltbestenliste. Beiden Siegern wurde zwei Tage später die Ehre zuteil, Gast des US-Präsidenten Bill Clinton im Weißen Haus zu sein und mit ihm ein paar Kilometer zu joggen.

Das Ergebnis von Uta war umso erstaunlicher, weil ihr Start am seidenen Faden hing. Vom Höhentraining in ihrer zweiten Heimat Boulder nach Boston gereist, zog sie sich durch den Klimawechsel eine fiebrige Erkältung zu. Es sah schon so aus, als ob sie gar nicht laufen könnte, doch nachdem das Fieber gerade noch rechtzeitig abgeklungen war, gab ihr der Arzt einen Tag zuvor grünes Licht.

“Ohne diese Probleme im Vorfeld wäre ich sicherlich den ersten Abschnitt flotter angegangen”, sagte Uta, die sich somit anfangs zurückhielt, weil sie nicht genau wusste, wie es um ihre Verfassung bestellt war. Sechs Läuferinnen passierten die 10-km-Marke nach 33:29 Minuten: Neben der Berlinerin waren dies Olga Markowa, Walentina Jegorowa (beide Russland), Elana Meyer und Colleen de Reuck (beide Südafrika) sowie Albertina Dias (Portugal).

Als Erste fiel dann überraschend Markowa zurück, dann konnte Dias das Tempo nicht mehr halten. Nachdem Olympiasiegerin Jegorowa für kurze Zeit einen Vorsprung herausarbeiten konnte, konterte Uta Pippig bei Kilometer 25 (1:24:10). Nachdem dieser Tempoverschärfung die Russin und de Reuck zum Opfer gefallen waren, konnte nur noch die Debütantin Elana Meyer mithalten.

“Ich merkte, dass sie müde wurde”, erzählte Uta Pippig, die die Strecke bestens kennt und dann bezeichnenderweise am “Heartbreak Hill” angriff. “Das ist der letzte von drei Hügeln. Wenn man die Strecke nicht kennt, dann ist das dort schwierig”, sagte Uta, die die Südafrikanerin bereits am zweiten Hügel abhängte und dann einem sicheren Sieg entgegenlief. “Ich wusste am Ende, dass ich den Weltrekord an diesem Tag nicht mehr schaffen würde. Also genoss ich die letzten Meilen.”

Für Uta kam die enorme Steigerung nicht überraschend. Schon vor zwei Jahren sprach sie von Zeitbereichen, die bis dahin im Langstreckenlauf lediglich die Norwegerin Ingrid Kristiansen erreicht hatte. Dass die Berlinerin entgegen allen Unkenrufen tatsächlich in der Lage ist, die neun Jahre alte Marathon-Weltbestzeit von 2:21:06 Stunden zu unterbieten, hat sie nunmehr in Boston bewiesen. Bei ihrem famosen Lauf hätte sie nur eine Sekunde pro Kilometerabschnitt schneller sein müssen, dann wäre die Kristiansen-Zeit gefallen.

Mit 2:21:45 Stunden steht Uta an dritter Stelle der ewigen Weltbestenliste. Diese enorme Leistungssteigerung mag für viele überraschend kommen, nicht jedoch für sie selbst und ihren Trainer Dieter Hogen. Denn das Vermögen der 28-Jährigen hatte sich in den letzten Jahren im Training immer wieder angedeutet, doch konnte sie es bis dato im Wettkampf oft nicht wunschgemäß umsetzen.

Bei den Olympischen Spielen 1992 litt sie unter einer schweren Erkältung, beim Berlin-Marathon im gleichen Jahr verhinderte eine Fußverletzung den damals schon angepeilten deutschen Rekord, und vor der Weltmeisterschaft in Stuttgart hatte die ehrgeizige Läuferin übertrainiert.

Die Weltbestzeit ist nun eines ihrer mittelfristigen Ziele. “Wenn ich den Rekord angreife, dann würde ich das natürlich am liebsten in Berlin tun”, sagt Uta, die allerdings unmittelbar nach ihrem Erfolg in Boston eher dahin tendiert, in diesem Jahr keinen Marathon mehr zu laufen. Sollte sie doch noch einmal starten, dann wohl am ehesten als Titelverteidigerin in New York.

Schon lange vorher stand fest, dass sie die Bahnsaison und damit die EM in Helsinki auslassen wird. Denn die Medizinstudentin will im Sommer ihr Physikum schaffen, das sie vor einem Jahr krankheitsbedingt hatte abbrechen müssen. Die Pause kommt gelegen, denn Uta will sich von dem harten Training erholen, bevor sie die nächsten drei Jahre mit zwei Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen voll und ganz dem Laufen widmen will.


Boston-Marathon 1994: Uta nimmt Marathon- und Bahnrekorde ins Visier

Die Kusshändchen, die Uta Pippig den Zuschauern zuwirft, wenn sie in Berlin, New York oder Boston ins Ziel läuft, verbergen ihre eiserne, teutonische Entschlossenheit. Das Strahlen und die gute Absicht, die die sympathische 28-jährige Deutsche ausstrahlt, täuschen über ihre innere Überzeugung hinweg. Uta will bald beweisen, dass sie eine der besten Langstreckenläuferin der Welt ist.

Die Berlinerin hat ihr Medizinstudium für drei Jahre unterbrochen, ist in die Höhenlage nach Boulder (Colorado) gezogen und hat bereits den Countdown begonnen. Dass sie sich absolut dem Laufsport verschrieben hat, brachte bereits einen ersten Erfolg in Boston am 18. April 1994: eine Marathonzeit von 2:21:45 Stunden ist die drittschnellste aller Zeiten und wurde bisher lediglich von Ingrid Kristiansen (2:21:06) und Joan Benoit-Samuelson (2:21:21/jeweils 1985) unterboten.

“Boston war erst der Anfang”, sagt Utas Freund und Trainer Dieter Hogen. “Uta wird sich nun auch auf die Bahn konzentrieren.” Vor zwei Jahren hatten einige Deutsche aus der Leichtathletikszene mit Unverständnis reagiert, als Uta angekündigt hatte, Rekorde brechen zu wollen. Für sie war das alles nur heiße Luft eines ,Ossis’, der angesichts der neu gewonnenen politischen Freiheit übermütig geworden war. Aber ihre Siege in New York im vergangenen November (2:26:24) und nun in Boston haben die Zweifler ruhig gestellt.

Doch der Wendepunkt kam für die photogene Deutsche nicht vor zwei Jahren, auch nicht in Boston, sondern 1989, als Ost-Europa begonnen hatte, auseinander zu fallen. Es war das Jahr, in dem Uta zuvor erlaubt worden war, außerhalb der DDR, beim Marathon-Weltcup in Mailand, zu starten. Im Frühling war sie damals Dritte geworden in 2:35:17 Stunden. Und noch im Herbst 1989 war sie gezwungen, sich den Berlin-Marathon im Osten hinter der Mauer im Fernsehen anzusehen (was streng genommen auch nicht erlaubt war), wie Alfredo Shahanga (Tansania/2:10:11) und die Finnin Päivi Tikkanen (2:28:45) Streckenrekorde aufstellten.

Sie konnte nicht ahnen, dass schon fünf Wochen später die Mauer fallen würde. Noch viel weniger hätte sie erwartet, dass sie zwölf Monate später das Frauen-Starterinnenfeld bei diesem Rennen anführen, dabei in entgegengesetzter Richtung durch das Brandenburger Tor in den Ostteil der Stadt laufen und dazu den Streckenrekord brechen (2:28:37) würde.

Für Uta und Dieter Hogen war der Fall der Berliner Mauer so etwas wie ein Startschuss für eine neue Karriere. Als Mitglied des ASK Potsdam waren beide nicht glücklich gewesen mit dem DDR-Sportsystem. “Es war nicht möglich, eigenständig und kreativ zu arbeiten”, sagen beide. “In einer Diktatur werden nicht nur Wettkämpfe vorgeschrieben, sondern auch persönliche Verbindungen – dies wurde notfalls mit Druck durchgesetzt.” Dieter Hogen, der 1986 begonnen hatte, Uta zu trainieren, sagt: “Wir hatten 1987 und 1988 geplant zu fliehen, aber die Angst vor möglichen Repressalien gegenüber unseren Familien hat uns gestoppt.”

Als Uta Pippig 1988 zum Tokio-Marathon fuhr und in 2:32:20 Stunden Zweite wurde hinter Aurora Cunha (2:31:26), war Dieter Hogen nicht erlaubt worden, sie zu begleiten. Uta hatte im Jahr zuvor den Leipzig-Marathon gewonnen (2:30:50), und Dieter Hogen war darauf aus, internationale Wettkämpfe für sie zu finden, damit sie ihre Schnelligkeit verbessern könnte. “Aber meine Anfragen für Startplätze bei derartigen Rennen im Ausland wurden abgelehnt”, erzählt Uta. “Wenn ich dann einmal herauskam, war ich unter Beobachtung. Ich durfte keine Kontakte schließen, ich fühlte mich nicht wohl.”

Die politischen Veränderungen in Ost-Europa kamen zum richtigen Zeitpunkt als Rettung. Die beiden gingen sofort aus der DDR nach Stuttgart, wo Uta sich den Stuttgarter Kickers anschloss. Sie startete fortan für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV).

Aber es dauerte nicht lange, bis sie das Heimweh zurück nach Berlin trieb. In ihrer Heimatstadt schloss sie sich dem Laufsport-orientierten SC Charlottenburg (SCC Berlin) an. Drei Tage vor der deutschen Wiedervereinigung schrieb der SCC Berlin Sportgeschichte, indem er den Berlin-Marathon auf einer neuen Strecke durch beide Teile Berlins führte.

Uta war plötzlich in einer neuen Rolle – als eine Botschafterin der Vereinigung. “Mein Sieg in Berlin an diesem Tag war wahrscheinlich emotional der Höhepunkt meiner Karriere”, erzählt sie. “Als ich durch das Brandenburger Tor lief, was für uns vorher nicht in den verrücktesten Träumen möglich schien, bekam ich eine Gänsehaut.” Es war wirklich ein historischer Tag.

Marathon-Organisatoren aus aller Welt waren gekommen, um das Rennen zu sehen, bei dem 25.000 Läufer durch Berlins breite Straßen rannten. Angeführt wurden sie von Steve Moneghetti, der mit 2:08:16 Stunden einen Kursrekord aufstellte, der exakt identisch war mit dem vom London-Marathon. Im Frühjahr 1990 war Uta Pippig zum ersten Mal in die USA gereist und war beim Boston-Marathon gestartet. Dort wurde sie Zweite in 2:28:03 Stunden hinter Rosa Mota (2:25:24). Die amerikanische Stadt sollte zu einem Mittelpunkt ihrer Marathonkarriere werden. Die junge Deutsche wurde 1991 und 1992 jeweils Dritte in Boston, bevor sie dann 1994 in außergewöhnlichen 2:21:45 Stunden gewann.

Doch schon 1991 hatte sich die Doppelbelastung mit dem Training für die Straßen- und Bahnläufe sowie dem Medizinstudium als schwierig erwiesen. Zunächst hatte die Abwechslung der Disziplinen attraktiv gewirkt für Uta und ihren Trainer. Aber bald lief ihnen die Zeit davon, beziehungsweise sie fehlte ihnen an allen Ecken und Enden. “Kurz vor den Olympischen Spielen 1992 hatte ich zwei wichtige Prüfungen an der Uni”, erinnert sich Uta. “Damals wollte ich das so. Aber zwei derartige Prüfungen so kurz vor Olympia, das war wirklich eine Dummheit.”

Uta studierte an der Freien Universität Berlin. “Oft habe ich die Nacht durchgearbeitet bis sechs Uhr früh, habe zwei Stunden geschlafen und bin dann zu den Seminaren gegangen. Die anderen lachten schon, weil ich so müde aussah, wenn ich dort auftauchte.”

Es war so gesehen keine Überraschung, dass es bei den Weltmeisterschaften von Tokio 1991 über 10.000 m nur zu einem sechsten Platz reichte. Eine Hüftverletzung, die sie bereits beim Boston-Marathon im April, wo sie Dritte in 2:26:52 Stunden geworden war, behindert hatte, war noch nicht ausgeheilt. Es war ein schweres Jahr, das gut begonnen hatte: mit einem Hallen-Weltrekord über 5000 m in 15:13,72 Minuten. Dennoch setzte Uta ihr Studium fort. Beim Boston-Marathon 1992 fühlte sie sich wieder fit und griff Wanda Panfil (Polen) an, die ein Jahr zuvor in 2:24:18 Stunden gewonnen hatte. Uta lief an der Spitze mit Panfil, und beide liefen aufgrund des Zweikampfes Zwischenzeiten, die auf ein Ergebnis von unter 2:20 Stunden hinausliefen. Doch beide bezahlten für dieses Tempo. Olga Markowa (Russland), die ihr eigenes Tempo gelaufen war, überholte sie beide und gewann in 2:23:43. Uta wurde Dritte in 2:27:12.

Kurz vor dem nächsten Highlight der Karriere, den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona, wo sie über 10.000 m lief, erkältete sich Uta. Sie wurde nur Siebente. Es war kein gutes Jahr, denn eine Fußverletzung ließ sie beim Berlin-Marathon später langsamer werden. Sie gewann das Rennen zwar, doch das Ziel, den deutschen Rekord von Katrin Dörre-Heinig (2:25:24) zu brechen, verfehlte sie mit 2:30:22 Stunden deutlich. Während sie immer noch versuchte, der Doppelbelastung mit Training und Studium stand zu halten, zwang sie dann im Winter 1993 eine Krankheit dazu, ihr Medizinstudium zu unterbrechen.

Mit Dieter Hogen zog sie nach Boulder in ihr Trainingsdomizil. New York war das Hauptziel im Herbst, zumal sie bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart im August über 10.000 m nicht über Rang neun hinausgekommen war – Uta hatte offenbar zuvor zu viel Kraft im Training gelassen. Doch dann kam der große Sieg in ,Big Apple’ im November mit einer Bestzeit von 2:26:23 Stunden.

“Ich hoffe, dass ich den Weltrekord brechen kann”, sagte Uta. “Vorzugsweise würde ich das in Berlin versuchen, meiner Heimatstadt. Ich konzentriere mich jetzt voll auf das Laufen und schiebe alles andere, auch Babypläne, in den Hintergrund.”

Vier entscheidende Dinge nennt Dieter Hogen, um Erfolg zu haben: eine sorgfältig auf den Sport abgestimmte Ernährung, ein ausgeglichenes Leben, das zum Hochleistungssport passt, ein Höhentrainingslager, in dem es wenig Klimaunterschied gibt, und die Schaffung eines zu allem passenden Umfeldes. Das 2.500 Meter hoch gelegene Boulder erfüllt mehrere Voraussetzungen. “Es ist dort ein Leben wie in einer großen Familie, jeder hilft dem anderen”, sagt Uta.

Zusammen mit ihrem Trainer hat Uta dort sogar ein Haus gekauft, um nicht andauernde Mieten zahlen zu müssen, wenn sie drei- bis viermal im Jahr für längere, intensive Trainingsphasen nach Colorado reisen. Uta ist inzwischen eng verbunden mit den Vereinigten Staaten von Amerika, nicht nur aufgrund ihrer außergewöhnlichen Leistungen bei den Straßenrennen, in denen sie nun zwei Jahre lang ungeschlagen ist. Hinzu kommt ihre charmante Persönlichkeit. Ihr Englisch hat sie rapide verbessert – selten sucht sie nach einem Wort -, und dadurch hat sie auch gute Kontakte zur Presse. Nachdem sie Bolder-Boulder gewonnen hatte, schrieb eine lokale Zeitung: “Mit ihrem Humor, ihrem deutschen Akzent und ihrer aufgeschlossenen Art, hat sie viele Freunde gewonnen. Zum ersten Mal hörte ich eine Deutsche sagen: ,Mama mia’. Wow!“

Michael Coleman


Boston-Marathon 1995: Uta schließt zu Rosa Mota auf

Uta steht in Boston nunmehr in einer Reihe mit Rosa Mota und Olga Markowa. Denn nur der Berlinerin, der Portugiesin (1987 und ‘88) sowie der Russin (1992 und ‘93) gelangen bei dem traditionsreichen Klassiker zwei Siege in Folge. Uta gewann nach dem Vorjahr nunmehr auch die 99. Auflage des Rennens. Nachdem sie 1994 den Streckenrekord von 2:21:45 Stunden aufgestellt hatte, siegte sie nun mit der Weltjahresbestzeit von 2:25:11 Stunden. Während dieses Jahr aufgrund der strengen und anspruchsvollen Qualifikationszeiten 9416 Läufer starteten, werden 1996 25.000 Starter zugelassen.

“Ich bin sehr glücklich, dass ich hier das zweite Mal gewonnen habe. Ich glaube, das ist ein toller Erfolg, denn Boston ist unter allen Marathonläufen der Elitelauf schlechthin – zumindest gilt das für die Frauen. Der Sieg stand für mich mehr im Vordergrund als die Zeit, mit der ich nicht ganz zufrieden bin”, erklärte Uta.

Unmittelbar nach dem Start im Bostoner Vorort Hopkinton ging Uta in Führung. Inmitten einer Männergruppe laufend, schaute sie sich schon in dieser Phase des Rennens um, um zu sehen, wo ihre Konkurrentinnen blieben. Doch diese hielten sich auf dem Punkt-zu-Punkt-Kurs, der ein Gefälle von 139 m aufweist, aufgrund der sehr hügeligen Strecke aber trotzdem nicht leicht zu laufen ist, lange Zeit zurück. “Ich bin froh, dass ich wieder in einem Rennen laufe, in dem ein Weltrekord möglich erscheint”, hatte Elana Meyer (Südafrika), die vermeintlich stärkste Konkurrentin von Uta, noch zwei Tage vor dem Lauf gesagt. Doch besonders die olympische 10.000-m-Silbermedaillengewinnerin bemühte sich zu keiner Zeit um ein flotteres Tempo. Sie lief phasenweise 40 m hinter Uta und schloss erst nach 15 km (50:30 Minuten) zu der Führenden auf.

Schon einige Kilometer eher hatte sich die Marathon-Olympiasiegerin Walentina Jegorowa an die Fersen von Uta geheftet. Diese Dreiergruppe blieb dann über die nächsten 10 km zusammen, wobei Uta so gut wie durchgehend führte und Zwischenzeiten von 1:07:39 (20 km), 1:11:23 (Halbmarathon) sowie 1:24:48 (25 km) erreichte. Zu dieser Zeit waren ihr Streckenrekord und besonders natürlich der insgeheim erhoffte Weltrekord schon außer Reichweite. Die taktischen Zwänge ließen sie vorsichtiger agieren, so dass sie nach 25 km gegenüber ihrer Vorjahreszeit einen Rückstand von 38 Sekunden hatte.

Erst zu diesem Zeitpunkt tauchte Tegla Loroupe (Kenia), die im vergangenen November als erste Afrikanerin den New-York-Marathon gewonnen hatte, an der Spitze auf. Sie war, ähnlich wie in New York, von hinten kommend nach vorne gelaufen. So waren erst zu diesem Zeitpunkt die vier großen Favoritinnen beisammen. Für eine schnelle Zeit war es zu spät, doch für eine spannende Konstellation war gesorgt. Einsetzende Probleme am linken Fuß ließen Uta vorsichtig agieren. “Nach der Hälfte der Distanz bekam ich diese Probleme am linken Fuß. Ein Knochen tat weh und es bildeten sich mehrere Blasen. Das ist nichts Schlimmes, war aber schmerzhaft, so dass die Zeit fortan für mich unwichtig war. Ich lief nur noch ein taktisches Rennen, denn besonders beim Laufen von Gefällstrecken – eigentlich meine Spezialität, da ich ja in den Bergen von Boulder trainiere – tat der Fuß bei jedem Schritt sehr weh.”

Immer wieder beobachtete Uta ihre Konkurrentinnen, um zu sehen, in welcher Verfassung sie sind. Zeitweilig ließ sich die Läuferin des SCC Berlin dabei zurückfallen, um dann – umgekehrt zum sonstigen Rennverlauf – unmittelbar hinter Elana Meyer zu laufen, was der Südafrikanerin überhaupt nicht behagte. Erstaunlich war dann, wie sicher Uta Konkurrentinnen dieser Klasse beherrschte. Die immer wieder mit “Uta, Uta”-Rufen angefeuerte Berlinerin gewährte den anderen drei Läuferinnen bei ihrem “Heimspiel” nicht mehr als eine Gastrolle. Mit ihrer Taktik zermürbte sie ihre Gegnerinnen regelrecht. Immer dann, wenn es auf dem zweiten Teil der Strecke bergauf ging und einer der gefürchteten Hügel zu überlaufen war, drückte Uta besonders auf das Tempo. “Diese Hügel machen mir nichts aus, trainiere ich doch den Bergen in Colorado, in der Nähe von Boulder, in Höhen zwischen 2000 und 2700 Metern”, sagte sie später.

Kurz vor der 30-km-Marke (1:42:19) fiel Waltina Jegorowa zurück, gab wenig später entkräftet auf. Die Gewinnerin des New-York-Marathons wurde das nächste Opfer der Uta-Taktik. Als Tegla Loroupe die Spitze des Heartbreak Hill erreichte, war auch ihr Widerstand gebrochen. Die Muskulatur der Kenianerin war offensichtlich übersäuert und besonders litt sie an Magenproblemen, so dass sie die restlichen gut acht Kilometer nur noch im besseren Jogging-Tempo zurücklegen konnte. Kurz zuvor hatte es eine kuriose Situation gegeben, als Loroupe und Meyer am Erfrischungspunkt beide ihre Flasche verfehlten, kollidierten, stoppten, zurückliefen und dann mit der Flasche das Rennen fortsetzten.

“Ich habe die Situation gar nicht mitbekommen und mich gewundert, wo die beiden plötzlich waren. Ich versuchte als erste den Verpflegungsstand zu erreichen, um sicher zu gehen, dass so etwas nicht passiert”, sagte Uta, die sich nun nur noch mit Elana Meyer auseinander zu setzen hatte. Doch während Uta nach den Hügeln von Boston genauso gut aussah wie vorher, war Elana Meyer die Strapaze deutlich anzusehen. Ein Oberschenkelkrampf beendete dann ihre letzten Chancen. Während die Südafrikanerin auf der Strecke von Helfern gestützt wurde, rannte Uta davon und Handküsschen werfend ihrem Sieg entgegen. Trotzdem war Meyer mit ihrem zweiten Platz in 2:26:51 Stunden zufrieden: “Schließlich bin ich hinter der besten Marathonläuferin der Welt ins Ziel gekommen.”

Für Uta war es nunmehr bereits der vierte große Marathonsieg in Folge: 1992 gewann sie den Berlin-Marathon, ein Jahr später das Rennen in New York und vor zwölf Monaten jenes in Boston. Auf die Frage, was anders war verglichen zu vor einem Jahr, antwortete Uta: “Ich habe jetzt keine Belastungen mehr durch mein Medizinstudium, was ja vor einem Jahr noch der Fall war. Außerdem habe ich nach dem Studium entsprechender Fachliteratur meine Ernährung umgestellt.

In der Vorbereitung auf Boston war ich in diesem Jahr belastbarer als früher. Ich hatte viele Trainingswochen in Boulder, in denen ich zwischen 230 und 240 Kilometer gelaufen bin. Solche Leistungen sind nur möglich mit einem professionellen Umfeld, was zum Beispiel Training, Organisation, Physiotherapie oder auch Ernährung angeht. Langstreckenlauf im Weltklassebereich ist ein 24-Stunden-Job, der mir allerdings auch großen Spaß macht, denn mein Umfeld stimmt.”

Wie im Vorjahr trafen sich die Sieger von Boston zwei Tage später zum Jogging mit US-Präsident Bill Clinton in Washington. Für Clinton waren es bereits bekannte Gesichter. Und für Uta bedeutete dieses Treffen weitere Popularität.“ Viele Interviewanfragen kann ich aus Zeitgründen nicht mehr wahrnehmen, obwohl mir Pressetermine sehr wichtig sind. Ich möchte gern helfen, das Laufen populärer zu machen – das ist ein großer Wunsch.”


Boston-Marathon 1996: Utas dramatisches Comeback beim Jubiläumslauf

© Nike
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Nach einem hochdramatischen Boston-Marathon, der die etwa eineinhalb Millionen Zuschauer am Straßenrand regelrecht in Begeisterungsstürme versetzte, hat Publikumsliebling Uta Pippig zum zweiten Mal in ihrer Karriere ein geschichtsträchtiges Rennen über die klassischen 42,195 km gewonnen. 1990 siegte sie beim ersten Berlin-Marathon durch Ost und West wenige Tage vor der deutschen Wiedervereinigung, nunmehr gewann sie den 100. Boston-Marathon vor der Kenianerin Tegla Loroupe (2:28:37).

Beim bedeutendsten und größten bisher gesehenen Stadtmarathon lief die 30-jährige Athletin der LG SCC Nike Berlin dabei trotz erheblicher Magenprobleme 2:27:12 Stunden. Beim 100. Boston-Marathon erhielten 38.706 Läufer aus 105 Nationen eine Startnummer, von denen 36.264 starteten. Die Rekordzahl von 35.810 Teilnehmern wurde bei Temperaturen von 10 bis 15 Grad Celsius, Sonnenschein und leichtem Gegenwind im Ziel registriert.

Uta könnte möglicherweise in Atlanta ein weiteres Stück Marathongeschichte schreiben, wenn die derzeit beste Läuferin der Welt ihre beeindruckende Erfolgsserie fortsetzen kann. Seit sie 1992 den Berlin-Marathon gewann, ist Uta über die klassischen 42,195 Kilometer ungeschlagen. Sie siegte danach in New York 1993, in Boston 1994 mit dem Strecken- und deutschen Rekord von 2:21:45 Stunden sowie erneut in Boston und Berlin 1995. Bei dem Bostoner Eliterennen hat sie nun das halbe Dutzend vollgemacht. Beim 100-jährigen Jubiläum der Olympischen Spiele wartet die nächste Herausforderung auf Uta.

“Was Uta heute geleistet hat, das ist eigentlich unglaublich. Ich hätte an ihrer Stelle mit diesen Problemen das Rennen aufgegeben”, sagte ihr Trainer und Freund Dieter Hogen. Als die meisten der genau 38.706 Läufer im überlasteten Startbereich im Bostoner Vorort Hopkinton noch nicht einmal richtig ins Laufen gekommen waren – es dauerte genau 29 Minuten, bis die Letzten überhaupt erst die Startlinie erreicht hatten – da hatte sich Dieter Hogen bereits auf der Rückbank seines Autos verkrochen, mit dem er mehrere Streckenpunkte anfuhr.

Nur etwa fünf Kilometer lang konnte Uta mit sehr schnellem Tempo ihren Lauf genießen. 16:02 Minuten wurden für sie gestoppt. Doch dann wurde für Uta das 100. Jubiläum zur Horrorfeier, die erst auf den letzten Kilometern noch eine sensationelle und für Uta triumphale Wende nahm. A

ls Uta ihrem Trainer Magenprobleme anzeigte, wussten beide, dass im Normalfall der dritte Boston-Sieg unmöglich geworden war. “Ich hatte einige Male überlegt, das Rennen vorzeitig zu beenden, denn ich hatte große Schmerzen. Ich denke, wenn es nicht der Boston-Marathon und noch dazu das 100. Jubiläum gewesen wäre, dann hätte ich bestimmt aufgegeben. Diesen Lauf tatsächlich gewonnen zu haben, das ist etwas ganz Besonderes. Ich habe zum Boston-Marathon eine ganz besondere persönliche Verbindung, denn dies war 1990 mein erstes großes Rennen, nachdem ich die DDR verlassen hatte. Ich habe den Ehrgeiz, in Boston immer besonders gut zu sein. Das ist, als wenn man einen guten Freund besucht und ein Geschenk mitbringt“, erzählte Uta später.

Bei Kilometer 10 stand es noch schlimmer um Uta: Inzwischen hatte sie sogar schwere Magenkrämpfe und Durchfall. Mit 33:22 Minuten war die Führungsgruppe immer noch sehr schnell unterwegs, sogar im Bereich des Weltrekords. Doch auf den nächsten Kilometern verlor Uta, die einmal an einer Erfrischungsstation anhalten musste, den Anschluss an die anderen vier Läuferinnen: Kim Jones (USA), Aila Jileawa (Rußland), Nobuko Fujimara und Tegla Loroupe. Trotz der Magenprobleme und Schmerzen gab Uta nicht auf, biss die Zähne zusammen, erholte sich etwas, lief wieder nach vorne und führte bei Kilometer 25 sogar das Feld an.

Vor Kilometer 20 (68:11 Minuten) hatte sich an der Spitze einiges getan: Loroupe war zwischenzeitlich zurückgefallen und lief sogar noch hinter Pippig in der zweiten Gruppe. Kim Jones (USA) fiel deutlich ab und stieg später aus, und auch Jileawa, Fujimara und die zwischenzeitlich nach vorne gelaufene Kenianerin Salina Chirchir bekamen Probleme. Für kurze Zeit lief Uta alleine vorne, doch bald schloss die 22-jährige kenianische New-York-Marathon-Siegerin Tegla Loroupe auf und ließ Uta alsbald zurück. Bei 30 km führte sie mit einigen Metern in 1:42:54. Bis zu 200 Meter Vorsprung hatte die Kenianerin, die große Teile des Jahres in Deutschland bei ihrem Manager Volker Wagner wohnt, dann nur fünf Kilometer vor dem Ziel.

“Niemals hätte ich in dieser Phase des Rennens gedacht, dass ich noch eine Chance haben würde”, sagte Uta und erklärte: “Ich habe gedacht: Monatelang habe ich mich auf diesen Höhepunkt vorbereitet – und dann so etwas. Auf den ersten Kilometern hatte ich mich zudem super gefühlt. Ich war in hervorragender Verfassung, und glaubte sogar, dass der Weltrekord an diesem Tag unter normalen Umständen drin gewesen wäre. Ich hatte nicht für möglich gehalten, dass ich noch gewinnen könnte. Aber man weiß nie, was bei einem Marathon über 42 Kilometer alles passieren kann, nicht einmal auf den letzten zwei Kilometern. Das ist ja auch gerade das Interessante an diesem Lauf. Ich wollte trotz der Probleme so gut wie möglich durchlaufen, nicht aufgeben und vielleicht so dicht wie möglich hinter Tegla Loroupe den zweiten Platz belegen.”

Das Millionenpublikum am Straßenrand hatte den Glauben an Utas Sieg nicht verloren. Mit aller Macht, so schien es, wollten die Amerikaner ihren Publikumsliebling Uta zum dritten Sieg in Folge ins Ziel treiben. Tegla Loroupe wurde müde und bekam muskuläre Probleme. Der Vorsprung schmolz, die Zuschauer am Straßenrand tobten regelrecht. Sie fieberten für Uta und erlebten die spannendste Frauen-Entscheidung in der Geschichte des Boston-Marathons. Die Kenianerin hatte den Sieg schon vor Augen, doch Uta holte Meter um Meter auf. Und es sah so aus, als ob es sogar eine Art Fotofinish geben könnte. Doch Loroupe wurde langsamer, und Uta konnte an Tegla vorbeilaufen.

Als die Berlinerin auf die letzte Gerade einbog, schwappte eine lautstarke Welle der Begeisterung mit ihr ins Ziel. Tegla Loroupe war trotzdem nicht zu enttäuscht: “Ich war letztes Jahr Neunte, jetzt bin ich Zweite. Damit kann ich zufrieden sein.”

“Ich sah eigentlich keine Chance, Tegla Loroupe noch einzuholen, zumal ich in dieser Phase alleine lief und Gegenwind hatte. Dass ich es doch noch schaffte, habe ich auch den Zuschauern zu verdanken. Immer wieder haben sie mich angefeuert und gerufen, ‘lauf Uta, Du kannst sie noch einholen’. Ich habe mir gedacht: Die Lücke ist doch zu groß. Doch das Publikum gab mir Kraft. Meine Energie kam zurück, und ich flog plötzlich Richtung Ziel”, erzählte Uta, die nach dem unglaublichsten Sieg ihrer Karriere ins Krankenhaus ging, um sich untersuchen zu lassen.

“Wir wollten wissen, auf welche Ursachen die Probleme zurückzuführen sind. Es ging mir zwar schon sehr bald wieder besser, allerdings dauerte es drei Tage, bis alle Untersuchungen abgeschlossen waren und die Ergebnisse vorlagen.”


Vor den Olympischen Spielen von Atlanta 1996 – Ein Trainingstag mit Uta

Longmont, 5:30 Uhr. Einen Wecker braucht Uta nicht. Ihre innere Uhr sagt ihr, dass es bald hell wird in Colorado – Zeit zum Loslaufen. Es ist ein Tag im Februar. Die Langstreckenläuferin der LG SCC Nike Berlin bereitet sich auf den Boston-Marathon vor.

Doch eigentlich ist dies gleichzeitig schon ein weiterer Schritt. Denn dieses Jahr ist ein besonderes für die 30-Jährige. Die derzeit weltbeste Marathonläuferin, die in den letzten knapp vier Jahren über die klassischen 42,195 Kilometer für ihre Konkurrentinnen in Berlin, New York oder Boston unschlagbar war, hat sich ein neues Ziel gesetzt: In Boston und Atlanta zu triumphieren, das ist eine Herausforderung wie nie zuvor, bei einem für Marathonverhältnisse kurzen Zeitabstand von etwas über drei Monaten zwischen zwei so geschichtsträchtigen Rennen.

Der Tag beginnt in dem kleinen Vorort von Boulder mit einem leichten Einlaufen, nur einige Kilometer ganz locker. “1996 kann ein tolles Jahr werden: den 100. Boston-Marathon zu gewinnen und dann auch noch den Marathon bei der 100-Jahr-Feier der Olympischen Spiele – das wäre super. Ich kann das vielleicht schaffen. Ich habe eine gewisse Souveränität erreicht, so dass ich auch keine Angst habe, wenn ich mir dieses hohe Ziel setze. Ich spüre, dass ich mein Training hervorragend absolvieren kann. Durch die harte Arbeit der letzten Jahre habe ich jetzt ein Niveau, das sehr schwer zu erreichen war. Vor allen Dingen ging so etwas nicht von heute auf morgen.“

Sie ist zurück in ihrem Haus, wo sich ihr Freund und Trainer Dieter Hogen inzwischen um das Frühstück gekümmert hat. Es gibt ein Vollkornbrötchen mit Käse und Truthahnbrust, eine halbe Portion Müsli mit etwas Banane und Tee. Nach einer 60- bis 90-minütigen Ruhephase fährt Dieter Hogen mit Uta zu einer der vielen Laufstrecken in höherer Lage von bis zu 2700 Metern.

Sie haben Pech mit dem Wetter. Fast in Sturmstärke bläst Uta der kalte Wind ins Gesicht. Um überhaupt die Trainingseinheit laufen zu können, rennt sie auf den windigsten Abschnitten im Windschutz von Dieter Hogens Geländewagen. Noch schlimmer trifft es an einem anderen Tag die von Dieter Hogen betreuten kenianischen Läufer und den Berliner Rainer Wachenbrunner. Die Gruppe wird von einem Blizzard überrascht. Das Training ist extrem hart, aber erfolgversprechend.

Etwa zwei Monate später bekommt Uta den Lohn für ihren enormen Aufwand: Sie gewinnt den 100. Boston-Marathon. Und die 30-Jährige erhält bei diesem Triumph eine Bestätigung: sie verfügt über ein unglaubliches Leistungsniveau, das im Bereich des Weltrekords liegen muss, ansonsten wäre ein Sieg mit schwerem Durchfall nicht möglich gewesen. Sie ist abgehärtet durch das Training in Boulder am Rande der Rocky Mountains. “Mein starker Wille und meine Erfahrungen haben mir sehr geholfen, dieses Rennen durchzustehen und zu gewinnen. Ich wollte nicht aufgeben! Noch auf den letzten beiden Kilometern kann bei einem Marathonlauf sehr viel passieren, so wie in Boston.“

Der gleiche Tagesablauf einige Monate später: Es ist Sommer in Boulder, das Thermometer zeigt 35 Grad Celsius. Uta fährt mit Dieter Hogen hinauf zur “Magnolia” – es ist eine der härtesten Trainingsstrecken. Goldgräber haben die Magnolia Road im letzten Jahrhundert in die Berge hineingebaut. Die Schotterstraße ist stark profiliert und hat eine Höhe von 2400 bis 2700 Metern. Zu der Gruppe stoßen jetzt auch Physiotherapeut Dirk Schmidt sowie die kenianischen Läufer.

Uta erhält je nach Streckenlänge einige Minuten Vorsprung und läuft los. Dann rennen die Kenianer hinterher, während Dieter Hogen und Dirk Schmidt im Auto verschiedene Punkte ansteuern, um Getränkeflaschen zu reichen. Irgendwann haben die Laufstars aus Kenia die Berlinerin eingeholt und geben ihr so noch einmal einen “Kick”. Bis zu 40 Kilometer läuft Uta auf der “Magnolia”. Wenn man es verkraftet, ist es die beste Vorbereitung auf Rennen wie in Boston oder Atlanta, wo die Marathonstrecken ebenfalls ungewöhnlich profiliert sind.

In den letzten zehn bis zwölf Wochen vor einem Marathon erreiche ich durchschnittlich 220 bis 230 Trainingskilometer. Mit Gymnastik, Physiotherapie, leichtem Krafttraining und Schwimmen habe ich schnell einen täglichen 12-Stunden-Job ohne freien Tag. Da ist es entscheidend, wie man sich für dieses Training motiviert, wie man die Lust am Laufen erhält. Sehr wichtig ist für mich die Abwechslung und die Erholung. Das gilt für alle Bereiche – vom Training bis zu meinem ganz persönlichen Umfeld – und für die gesamte Jahresplanung. Nur so habe ich die Möglichkeit, auch längerfristig erfolgreich zu sein und meine Leistungen immer weiter zu steigern.” Um erfolgreich arbeiten zu können, muss der Athlet laut Dieter Hogen die körperlichen und charakterlichen Voraussetzungen mitbringen, psychisch stabil sein und sich auch entsprechend ernähren. Die Schaffung eines perfekten Umfeldes ist der wichtigste Punkt für den Erfolg.

Uta ist inzwischen wieder in Longmont. Und Dirk Schmidt ist für die physiotherapeutische Behandlung gleich mitgefahren. Währenddessen wird aus dem Trainer Dieter Hogen der Koch. Etwa um 13 Uhr gibt es Mittagessen, an diesem Tag, wie mehrmals in der Woche, Fisch mit Gemüse und Kartoffeln. Immer wieder werde ich über die Hintergründe meines Erfolges befragt. Es ist, kurz gesagt, das professionelle Verhalten in allen für die Leistung wichtigen Bereichen. Und dazu gehört längst nicht nur das Training. Ein ganz wichtiger Punkt ist die Ernährung.”

Zwei Stunden lang ist Mittagsruhe. Anschließend gibt es Tee und Eierkuchen aus Vollkornmehl. Wenn vormittags die Magnolia” auf dem Programm stand, dann ist das zweite Training am Nachmittag sehr locker. Ein kürzerer Lauf über einige Kilometer. “Ich bin mental sehr gut drauf. Das ist sehr wichtig nach dem, was mir in Boston passiert ist. Es hat mir sicher geholfen, dass ich mir sagen kann, schlimmer als dort kann es kaum noch kommen. Ich denke, ich kann eine gute Leistung in Atlanta bringen, auch wenn die klimatischen Bedingungen dort bedingt durch Hitze und sehr hohe Luftfeuchtigkeit extrem sein werden.“

Ein leichtes Athletikprogramm im eigenen Fitnesskeller schließt sich dem Nachmittags-Lauf an. Dann ist Erholung angesagt, entweder in der Sauna oder bei einem Bad. Zum Abendbrot gibt es Vollkornbrot, viel Gemüse, eventuell Thunfisch. “In Atlanta wird viel davon abhängen, wie man die Strecke und die Bedingungen einschätzt, wie man sich sein Rennen einteilt. Es wird sehr spannend warden. Ich freue mich darauf.“

Inzwischen ist es 21 Uhr in Longmont, Uta geht ins Bett. Nachts träumt sie schon mal von der nächsten Herausforderung oder probt diese während der langen Trainingsläufe in Colorado.

Heute sind es genau noch drei Wochen bis zum olympischen Marathon.


Olympische Spiele 1996: Uta erklärt, was ihr in Atlanta passierte

Als große Favoritin war Uta Pippig in Atlanta an den Start gegangenen. Sie hatte knapp vier Jahre lang jedes ihrer großen Marathonrennen auch gewonnen: dreimal den Boston-Marathon, darunter die 100. Auflage im Frühjahr, zweimal den Berlin-Marathon und einmal New York.

Sie hatte in dieser Zeit die deutschen Rekorde über die Marathon- und Halbmarathondistanz deutlich unterboten und auf die Weltklassezeiten von 2:21:45 Stunden beziehungsweise 67:58 Minuten verbessert. Über die volle Distanz fehlten ihr nur 39 Sekunden zum Weltrekord.

Doch ausgerechnet bei den Olympischen Spielen, ihrem 20. Marathon, musste sie aufgeben. “Ich war fit und wollte gewinnen”, erzählt die inzwischen 31-Jährige, die während des Laufes, nach etwa 12 Kilometern, Ischiasprobleme bekam, die immer stärker wurden. “Die extreme Belastung und ein Problem mit den Schuhen, in denen ich auf der regennassen Straße keinen perfekten Halt hatte, waren die Gründe für die einsetzenden Beschwerden”, erklärte Uta knapp zwei Wochen nach ihrem Rennen. “Das erste Mal im Leben auszusteigen, das ist schon traurig. Ich dachte zeitweilig, ich könnte noch zu einer Medaille laufen, aber da hatte ich mich verkalkuliert, deswegen blieb ich noch so lange im Rennen, bevor ich aufgab.”

Wie sich erst einige Wochen später herausstellte, erlitt Uta durch die Fehlbelastung wegen des fehlenden Haltes neben dem Ischiasproblem auch zwei Ermüdungsbrüche, einen in der Hüfte und den anderen im rechten Schienbein. Die Enttäuschung über die verpasste Chance war groß. Uta, die in Boulder seit Jahren auf welligem Terrain trainiert, sah auch kein Problem im anspruchsvollen Streckenprofil.

Die relative zeitliche Nähe zum Boston-Marathon im April wirkte sich nicht negativ aus: “Wir haben das Training seit Jahresbeginn im Hinblick auf beide Rennen aufgebaut. Und ich denke, ich kann souverän zwei Wettkämpfe innerhalb von 15 Wochen machen, zumal das Niveau bei den Frauen, ausgenommen Fatuma Roba, zurzeit entfernt ist von den Topzeiten.” Angesichts der guten Bedingungen und der Trainingswerte war das Anfangstempo von Uta für sie durchaus normal.

Uta denkt an die Zukunft und weniger an das, was in Atlanta passiert ist. Enttäuscht war sie allerdings über die Vorwürfe, die aus der Richtung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) nach dem Marathon kamen. “Schade, dass behauptet wurde, ich wäre nach dem Rennen nicht erreichbar gewesen und der Verband habe keine Telefonnummer. Schließlich gab es vor dem Lauf mehrere Anrufe vom Verband bei mir.“ sagte Uta. Dass die Nummer dem DLV sehr wohl bekannt war und die Vorwürfe somit aus der Luft gegriffen waren und es keinen Grund für ungerechte Beschuldigungen gab, bestätigte später der für den Lauf zuständige Disziplintrainer Lothar Pöhlitz.

Uta hofft nun, bei einem Frühjahrsmarathon 1997 starten zu können.