Uta läuft prima Bellin-Rennen, während KIMbia starke Erfolge verbucht

John Korir bleibt der Läufer, den es bei den US-Straßenläufen in dieser Saison zu schlagen gilt. Der Kenianer rannte am Samstag (11. Juni) sein fünftes Rennen in der laufenden Saison und gewann zum fünften Mal. Bei schwül-warmem Wetter und Temperaturen über 25° Celsius hatte John Korir keine Probleme, den Bellin-Run in Green Bay (Wisconsin, USA) zu gewinnen. Er kam nach 10 Kilometern in 28:51 Minuten ins Ziel. KIMbia’s Paul Koech wurde Zweiter in 29:13 Minuten.

Elva Dryer brachte es in Green Bay zum zweiten Mal aufs oberste Treppchen. Als Titelverteidigerin kam sie nach 33:22 als Siegerin ins Ziel. Uta Pippig scheint zu ihrer Form zurückzufinden. Sie kam auf den vierten Platz in 36:55.

Die beiden Trainingspartner John Korir und Paul Koech konnten sich früh zusammen mit Vanderlei Lima an die Spitze setzen. Der Brasilianer wurde durch einen Zwischenfall beim olympischen Marathon in Athen bekannt, als er für einige Sekunden von einem verrückten Zuschauer gestoppt wurde. Er führte bis zu diesem Zeitpunkt das Feld an und wurde am Ende Dritter. Dieses Mal wurde Lima wieder Dritter. Es gab für ihn keine Möglichkeit, John Korir und Paul Koech zu stoppen. Schon kurz vor der 5-km-Marke, die sie nach 14:35 passierten, fiel Lima langsam zurück. Er lag bei der Hälfte zwei Sekunden hinten und kam am Ende nach 29:22 ins Ziel. John Korir war im Endspurt wieder einmal der Überlegene.

Im Frauenrennen ging es nur um Elva Dryer. Sie hat ihre Form bestätigen können, nachdem sie vor gerade einmal 14 Tagen den Bolder-Boulder-Lauf gewonnen hatte. Die US-Läuferin hatte mehr als eine halbe Minute Vorsprung bei 5 km (16:30) und konnte diesen langsam ausbauen. KIMbia’s Sharon Cherop wurde Zweite in 35:02 (17:01 Hälfte). Jenna Boren wurde mit nur einer Sekunde Rückstand Dritte, während Uta Pippig auf den vierten Platz (35:03) kam. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Rennen und mit dem Ergebnis“, sagte Uta.

Es gab aber noch mehr Erfolge für KIMbia auf der Bahn. Bob Tahri hat seine Hindernissaison in beeindruckender Form eröffnet. Der Franzose gewann am Donnerstag (9. Juni) das hochklassige 3.000-Meter-Hindernisrennen beim Golden-Spike-Meeting in Ostrava. Er gewann seinen ersten Hindernislauf in dieser Saison in 8:18,12 Minuten und hatte sogar zwei Sekunden Vorsprung. Der Pole Radislaw Poplawski wurde Zweiter (8:20,25) während der Olympiasieger Ezekiel Kemboi (Kenia) sich geschlagen geben musste. Unter den Läufern war ein zweiter Olympiasieger. Reuben Kosgei (Kenia) hatte die Goldmedaille in Sydney im Jahr 2000 gewonnen.

In einem taktischen und langsamen Rennen sprintete Reuben Kosgei eingangs der letzten Runde los. Trotz einer Lücke am Anfang, reagierte Bob Tahri schnell und schloss die Lücke. Am letzten Wassergraben war er gleichauf mit Reuben Kosgei, zeigte einen bravourösen Zieleinlauf und ließ den Rest des Feldes zurück. „Ich habe mich sehr gut gefühlt. Mein Plan war es, beim Feld zu bleiben und am Ende auf einen Schlusssprint zu setzen“, erklärte Bob Tahri.

Aber es gab noch mehr Erfolg für die KIMbia-Athleten an diesem Abend in Ostrava. Nach Bob Tahris großartigem Hindernislauf brachte es Sammy Kipketer auf ein Doppel in Tschechien. Er gewann die 5.000 Meter in 13:19,46 Minuten. Am Ende hatte der Kenianer mehr als eine Sekunde Vorsprung. Sein Landsmann Robert Sigei Kipngetich wurde in 13:21,01 Minuten Zweiter. KIMbia hatte einen dritten Athleten in Ostrava am Start. Abraham Chebii wurde in 13:22,53 Minuten Sechster.

„Sammy sah sehr gut aus und kann optimistisch zu den kenianischen Meisterschaften fahren. Er wird in zwei Wochen die 10.000 Meter in Nairobi laufen. Ich denke, dass dieser Sieg ihm sehr viel Selbstvertrauen gibt“, sagte Dieter Hogen. Schwieriger war die Umstellung auf die Bahnrennen für Abraham Chebii. In seinem ersten Bahnrennen in dieser Saison wurde er Sechster.

Die Nacht in Ostrava war etwas Spezielles für KIMbia-Trainer Dieter Hogen. Er coachte zum ersten Mal KIMbia-Athleten bei einem Stadionmeeting. Nie zuvor hatte er bei einem derartigen Meeting zudem kenianische oder französische Athleten gecoacht. Dieses Debüt war ebenso erfolgreich wie viel versprechend.