KIMbias Tom Nyariki gewinnt Beach to Beacon

Von Jörg Wenig
Tom Nyariki bei seinem Sieg in Cape Elizabeth beim Beach to Beacon-Rennen. © Victah Sailer
Tom Nyariki bei seinem Sieg in Cape Elizabeth beim Beach to Beacon-Rennen. © Victah Sailer

Tom Nyariki überholte seinen KIMbia-Teamkameraden Gilbert Okari und gewann die Beach to Beacon 10 Kilometer in Cape Elizabeth, Maine (USA). Nyariki, der im vergangenen Jahr Dritter geworden war, siegte in 27:48 Minuten vor Lawrence Kiprotich (28:04) und Okari (28:09).

Das Frauenrennen ging zugunsten der Russin Alventina Ivanova aus, die mit neuem Kursrekord von 31:26 gewann. Vom Start weg führte sie und bei der Zwei-Meilen-Marke hängte sie ihre männlichen Kollegen, die in ihrer Gruppe rannten, ab. Der alte Kursrekord von 31:32 wurde von der Olympia-Zweiten Catherine Ndereba gehalten. KIMbias Edna Kiplagat kam in 32:23 auf den zweiten Rang.

Als Sieger der vergangenen drei Jahren beim Beach to Beacon wollte Okari hier seine Dominanz wiedererlangen, nachdem er am vorigen Wochenende Dritter beim Bix-7-Miler und zuvor Vierter beim Peachtree 10-km-Rennen am 4. Juli gewesen war. Er übernahm bei der dritten Meile die Spitze der kleinen Führungsgruppe und hatte bei 5 km eine Zwischenzeit von 13:51. Aber während der vierten Meile begann Okaris linke Achillessehne zu schmerzen. Nyariki holte Okari während der fünften Meile ein und Okari sagte Nyariki: „Ich werde nicht mehr aufs Tempo drücken.“ Nyariki übernahm dann die Führung: „Ich zog das Tempo an, bis ich weit genug von den anderen entfernt war“, sagte Nyariki.

Nyarikis Beach to Beacon-Rennen im vergangenen Jahr war seine internationale Rückkehr in den Laufsport, nachdem er bei einem Überfall und Autodiebstahl 2003 einen Teil seines Sehvermögens im rechten Auge verloren hatte. Als die 12-köpfige Gruppe am Morgen gestartet war, musste er am rechten Ende der Gruppe laufen, um nicht Gefahr zu laufen, aus Versehen jemanden zu rempeln oder in jemanden hinein zu laufen. Erst nachdem er Okari überholt hatte, erlaubte er es sich nach hinten zu schauen, das aber auch nur kurz. „Mit einem Auge musste ich ja die Straße im Blick behalten“, sagte er.

Das Beach to Beacon 10-km-Rennen konnte sein Teilnehmerfeld im neunten Jahr auf 5.500 ausbauen. Auch wenn dies nicht nach einem Mega-Event im Vergleich zum New York City- oder Berlin-Marathon klingt, ist es doch eindrucksvoll, wenn man bedenkt, dass der Austragungsort Cape Elizabeth gerade einmal 9.000 Einwohner (und nur eine Ampel) hat. Zweiundvierzig Bundesstaaten und 16 Nationen waren in diesem Jahr vertreten.

Cape Elizabeth war die Heimatstadt von Maines berühmtester Läuferin, Joan Benoit Samuelson, die 1984 den olympischen Marathon gewonnen hatte. Mit Einführung des Laufes brachte Samuelson nicht nur Weltklasse-Athleten in die kleine Küstenstadt, sondern auch eine neue Tradition in weniger als zehn Jahren. Jedes Jahr ist das Teilnehmerlimit früher erreicht und Jahr für Jahr stehen mehr Menschen entlang der Strecke zum anfeuern. In seinen letzten Amtsjahren hat sich der Bürgermeister von Maine, John Baldacci, das Beach to Beacon-Rennen als einzigen Lauf für das gesamte Jahr herausgepickt. Samuelson, die immer noch 10 km unter 38 Minuten rennen kann, sagte, sie wolle im nächsten Jahr bei der 10. Auflage des mittlerweile traditionellen Laufes teilnehmen.