KIMbias Elva Dryer gewinnt Bolder Boulder

Von Jörg Wenig

Elva Dryer feierte am Montag (30. Mai) einen ihrer größten Erfolge. Die 33-Jährige konnte den berühmten Bolder Boulder 10-Kilometer-Straßenlauf für sich entscheiden. Mit rund 50.000 Läufern ist es eines der größten Events weltweit. In 1.650 Metern Höhe kam Elva Dryer nach 32:51 Minuten ins Ziel und verhalf den USA zum Teamtitel. Das war für KIMbia ein großer Erfolg, aber es gab in den vergangenen Wochen noch mehr Erfolge.

Dazu kam, dass Uta Pippig ein gutes Rennen beim Bolder Boulder lief. In dem offenen Lauf wurde sie Sechste von 22.000 Frauen. Uta kam nach 37:32 Minuten ins Ziel und freute sich über ihre Zeit. „Die Atmosphäre war großartig, und es hat mir richtig Spaß gemacht, hier wieder einmal an den Start zu gehen“, sagte Uta.

Wenn man bedenkt, dass Elva Dryer erst eine Woche vor dem Rennen gefragt wurde, ob sie laufen kann, ist das eine prima Leistung der US-Läuferin. Sie ist für Deena Kastor eingesprungen, die aufgrund eines Ermüdungsbruches nicht laufen konnte.

Während die Japanerin Masako Chiba sich schnell an die Spitze setzte, wartete Elva Dryer ab. Bei gut der Hälfte der Strecke hatte sich Elva Dryer an die Spitze gearbeitet und übernahm die Führung. Durch viel Erfahrung in solch einer Höhe, entschied sie sich für die richtige Taktik. Elva Dryer, die allmählich das Tempo verschärfte, kam am Ende mit großem Vorsprung zur zweitplazierten Äthiopierin Merima Hashim (33:17) ins Ziel. Jennifer Rhines wurde Dritte, während Colleen de Reuck auf den vierten Platz lief. Elva Dryer konnte ihre zurzeit gute Form wieder einmal unter Beweis stellen. Am 1. Mai war sie eine neue persönliche Bestzeit über die 10.000 Meter gelaufen (31:21,92 Minuten).

Bei den Männern kam Thomas Kiplitan als Dritter ins Ziel mit einer Zeit von 29:31 Minuten. Gerade einmal zehn Sekunden trennten ihn von dem äthiopischen Sieger Gudisa Shentema. Gilbert Okari, der zwischendurch die Führung übernommen hatte, wurde in 29:39 Minuten Sechster. Für Titus Kimani, dem Youngster bei KIMbia, war es das erste Rennen außerhalb Kenias. Er wurde Zehnter in 30:08. Der Vorjahressieger Paul Koech konnte aufgrund eines Hüftproblems nicht an den Start gehen.

Trotz Fehlleitung gewinnt John Korir

Trotzdem er fehlgeleitet wurde, konnte John Korir erneut einen großen internationalen Straßenlauf gewinnen. Der Kenianer gewann den Medio Maraton de Coban (Guatemala) am Sonntag (22. Mai). Bei heiß-schwülem Wetter und einer Höhe von rund 1.400 Metern lief er die Halbmarathondistanz in 63:45 Minuten. Am Ende war sein Antritt besser als der von Reuben Cheruiyot (Kenia), der mit gleicher Zeit den zweiten Rang belegte. Erschwert wurden die Bedingungen durch die hügelige Strecke in Guatemala. Trotz dieser widrigen Bedingungen konnte John Korir seine Siegserie in dieser Saison fortsetzen. Er gewann alle vier Rennen, die er 2005 bisher gelaufen ist.

Als John Korir vor seinem Landsmann Reuben Cheruiyot an der Spitze war, wurde er fehlgeleitet. Cheruiyot folgte ihm, merkte aber schneller als John Korir, dass sie in die falsche Richtung rannten. Er drehte um und führte nun das Rennen an. Mit großem Kraftaufwand rannte John Korir an Cheruiyot heran und konnte die Lücke wieder schließen. Am Ende bezwang er Reuben Cheruiyot und gewann das Rennen. Von hinten drohte keine Gefahr, da der drittplatzierte Benson Barus (Kenia) erst 51 Sekunden später ins Ziel kam. John Korirs Siegzeit war die zweitschnellste Zeit, die jemals bei dem Rennen gelaufen wurde.

Die Kenianerin Grace Momanyi konnte das Frauenrennen in 73:10 Minuten für sich entscheiden, während KIMbia’s Sharon Cherop mit einer Zeit von 79:07 Minuten als Fünfte ins Ziel lief.