Haile Gebrselassie auf der Jagd nach neuen Rekorden beim Berlin-Marathon

Von Jörg Wenig
Haile Gebrselassie möchte in Berlin seinen Weltrekord weiter verbessern. © www.photorun.net
Haile Gebrselassie möchte in Berlin seinen Weltrekord weiter verbessern. © www.photorun.net

Haile Gebrselassie wird erneut beim Berlin-Marathon am 20. September an den Start gehen und dabei wiederum versuchen, einmalige Leistungen zu erzielen. Der 36-jährige Äthiopier, der in seiner außer- ordentlichen Karriere bisher 19 offizielle und sieben inoffizielle Weltrekorde aufgestellt hat, möchte auf der schnellen Berliner Strecke seine eigene Bestzeit unterbieten. Im ver- gangenen Jahr gewann Haile Gebrselassie das Rennen und erzielte dabei mit 2:03:59 Stunden die erste Zeit unter 2:04 Stunden im Marathon. 2007 hatte er den real,- Berlin-Marathon bereits in der Weltrekordzeit von 2:04:26 Stunden gewonnen.

„Ich kann noch etwas schneller laufen“, hatte Haile Gebrselassie nach seinem Sieg in Berlin 2008 erklärt. „Ich weiß, dass ich 2:03:30 Stunden erreichen kann, vielleicht sind an einem optimalen Tag sogar 2:02:59 möglich.“ Der Äthiopier hatte im vergangenen Jahr vor dem Rennen in der deutschen Hauptstadt an einem leichten Problem in der Wadenmuskulatur gelitten, das ihn zeitweilig im Training behinderte, jedoch nicht während des Marathons.

Sollte Haile Gebrselassie in Berlin bei seiner Weltrekordjagd erneut Erfolg haben, wäre es bereits der dritte Rekord in Folge, den er beim real,- Berlin-Marathon aufstellt. Nie zuvor hat dies ein Läufer bei ein und demselben Rennen in Folge geschafft. Außerdem könnte Gebrselassie der erste Athlet werden, der den größten deutschen Marathon viermal in Folge gewinnt. Neben ihm selbst haben bisher die Berliner Ingo Sensburg und Uta Pippig sowie die Polin Renata Kokowska dreimal gewonnen.

Wie bereits beim Dubai-Marathon angekündigt, bestätigte Haile Gebrselassie nunmehr endgültig seinen Verzicht auf den WM-Marathon im August in Berlin. In Dubai hatte er im Januar das Rennen in 2:05:29 Stunden gewonnen. Diese Jahresweltbestzeit verbesserte inzwischen der Kenianer Duncan Kibet in Rotterdam auf 2:04:27 Stunden. So dicht war bisher kein anderer an den Weltrekord von Gebrselassie herangekommen. Deswegen will der Äthiopier alles geben, um diesen weiter zu verbessern.

Haile Gebrselassie erhält beim real,- Berlin-Marathon natürlich die Startnummer 1. Während für die Topathleten noch ein paar weitere Nummern reserviert sind, ist das Rennen für die Breitensportler bereits ausgebucht. So früh wie nie zuvor war das Limit von 40.000 Läufern erreicht.

Sammy Wanjiru plant Start bei US-Marathon im Herbst

Olympiasieger Sammy Wanjiru wird in diesem Jahr nicht in Berlin starten. © www.photorun.net
Olympiasieger Sammy Wanjiru wird in diesem Jahr nicht in Berlin starten. © www.photorun.net

Zu einem Duell zwischen Weltrekordler Haile Gebrselassie und Olympiasieger Sammy Wanjiru (Kenia) wird es in Berlin am 20. September erwartungsgemäß nicht kommen. Wanjirus italienischer Manager Federico Rosa erklärte, dass der Olympiasieger nicht in Berlin starten wird. Mark Milde, der Berliner Race-Direktor, bestätigte dies.

Sammy Wanjiru hatte bereits unmittelbar nach seinem olympischen Triumph in Peking gesagt, dass er nun gerne beim Berlin-Marathon 2009 Haile Gebrselassies Weltrekord (2:03:59 Stunden) brechen würde. Diese Aussage wiederholte der 22-jährige kenianische Ausnahmeläufer vor kurzem erneut. Trotzdem wird es zu einem Start in Berlin nicht kommen, denn die Veranstalter verpflichteten zwischenzeitlich Haile Gebrselassie. Während Wanjiru sicherlich gerne gegen Gebrselassie laufen würde, gilt dies andersherum wohl nicht. Der Äthiopier geht seit ein paar Jahren den stärksten Konkurrenten im Marathon aus dem Weg und konzentriert sich ausschließlich auf die Rekordjagd mit entsprechenden Tempomachern. Einen wirklich hochkarätig besetzten Marathon konnte Haile Gebrselassie in seiner Karriere bis heute nicht gewinnen. Hinzu kommt, dass das Budget der Berliner nicht ausreichen dürfte, um sowohl Gebrselassie als auch Wanjiru angemessen zu finanzieren.

Nach seinem Triumph beim hochklassigen London-Marathon, den Wanjiru im April mit der Streckenrekordzeit von 2:05:09 Stunden gewann, wurde der Kenianer zunächst für den WM-Marathon nominiert. Doch auf einen Start bei den Weltmeisterschaften verzichtet Sammy Wanjiru, da der Marathon-Weltrekord sein Ziel bleibt. „Es ist richtig, dass er nicht beim WM-Marathon starten wird, aber ich kann auch bestätigen, dass er nicht beim Berlin-Marathon an den Start gehen wird“, sagte Federico Rosa.

Rosa sagte zu den neuesten Entwicklungen auch: „Wir orientieren uns auf einen späteren Top-Marathon in den USA.“ Damit könnte der Chicago-Marathon am 11. Oktober gemeint sein, der über eine ebenfalls sehr schnelle Strecke verfügt. Sollte sich Sammy Wanjiru jedoch für New York am 1. November entscheiden, müsste er das Projekt Weltrekord sicherlich verschieben. Denn die Strecke dort ist nicht geeignet für derartig schnelle Zeiten.

Rose Kosgei gewinnt die 10 km in New York

Rose Kosgei übernahm bereits unmittelbar nach dem Start die Führung. © www.photorun.net
Rose Kosgei übernahm bereits unmittelbar nach dem Start die Führung. © www.photorun.net

Die Kenianerin Rose Kosgei hat das ,New York Mini 10-Kilometer-Rennen‘ gewonnen. Die 27-Jährige lief im Central Park 32:43 Minuten und war die einzige Läuferin, die unter der 33-Minuten-Marke blieb. Serena Burla (USA) belegte mit 33:04 überraschend Platz zwei, Dritte wurde die Äthiopierin Hirut Mandefro in 33:13. Rang vier belegte die Marathon-Weltmeisterin Catherine Ndereba (Kenia) mit 33:21. Insgesamt gingen bei dem Frauenlauf rund 4.300 Athletinnen an den Start.

Pech hatte Deena Kastor, die ebenfalls auf der Elite-Startliste gestanden hatte. Die US-Amerikanerin, die sich nach ihrem Fußbruch beim olympischen Marathon 2008 in Peking in diesem Frühjahr wieder zurückgemeldet hatte, verzichtete auf den Wettkampf. Sie leidet unter einer Entzündung in jenem Fuß, der im vergangenen Jahr verletzt war und wollte kein Risiko eingehen. So joggte sie die 10 km locker im Feld mit.

Rose Kosgei hatte vom Start weg die Führung übernommen und das Tempo an der Spitze bestimmt. Schon vor der Hälfte der Strecke hatte sie die letzte Verfolgerin, die Äthiopierin Ashu Kasim, die später noch bis auf Rang 18 zurückfallen sollte, hinter sich gelassen. Nachdem Rose Kosgei die 5-km-Marke in 15:52 Minuten durchlaufen hatte, wurde sie zwar etwas langsamer, doch ihr Sieg geriet nie in Gefahr. „Ich war überrascht, dass keine der anderen Läuferinnen mein Tempo mitging“, erklärte Rose Kosgei, die im März den Prag-Halbmarathon in 69:03 Minuten gewonnen hatte. Mit 32:43 Minuten erreichte sie zufällig exakt die Zeit, mit der Hilda Kibet (Niederlande) vor einem Jahr in New York gewonnen hatte.