Dennis Kimetto läuft 25-km-Weltrekord in Berlin

Von Jörg Wenig
Dennis Kimetto triumphiert im Berliner Olympiastadion. © Berlin Läuft/Jürgen Engler
Dennis Kimetto triumphiert im Berliner Olympiastadion. © Berlin Läuft/Jürgen Engler

In seinem dritten internationalen Rennen stürmte Dennis Kimetto am Sonntag mit der Weltrekordzeit von 1:11:18 Stunden ins Ziel der BIG 25 Berlin im Olympiastadion. Schnellste Frau in der deutschen Hauptstadt war seine kenianische Landsfrau Caroline Chepkwony. Sie gewann mit 1:22:56 und erzielte damit ebenfalls eine Weltklassezeit.

Alle Laufwettbewerbe zusammengerechnet, beteiligten sich an der 32. Auflage des gut organisierten Rennens 10.478 Athleten. Der Kurs bietet den Teilnehmern einen hervorragenden Blick auf zahlreiche Berliner Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise die Siegessäule, das Brandenburger Tor und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche.

Die Bestmarke von Dennis Kimetto ist bereits Weltrekord Nummer sieben in der Geschichte von Deutschlands ältestem City-Straßenlaufes. Der 28-jährige Newcomer, der in diesem Jahr erstmals außerhalb Kenias startete und nun seinen dritten Sieg holte, unterbot die bisherige Zeit um 32 Sekunden. Vor zwei Jahren war sein Landsmann Sammy Kosgei ebenfalls in Berlin 1:11:50 gelaufen.

Bei den Männern entwickelte sich ein mitreißendes Rennen, in dem die sechsköpfige Spitzengruppe von Beginn an Zwischenzeiten erreichte, die schnell genug waren für einen neuen Weltrekord. Die 5-Kilometer-Marke wurde nach 14:00 Minuten passiert, 10 km waren trotz eines leichten Gegenwindes in dieser Phase nach 28:21 gelaufen und 15 km in 42:46. Hinter dem 17-km-Punkt verloren die beiden äthiopischen Läufer Aschalew Neguse Meketa und Belay Asefa Bedada dann den Kontakt.

Die kenianischen Spitzenathleten waren nun unter sich. Edwin Kiptoo war der nächste, der das Weltrekordtempo nicht mehr halten konnte, doch Dennis Kimetto, Wilfred Kigen und Jacob Kendagor blieben noch einige Kilometer zusammen. Letzterer überraschte in diesem Rennen, denn er war eigentlich der Tempomacher, entschloss sich jedoch weiterzulaufen. Am Ende fiel er zwar etwas zurück, als Dritter erreichte er jedoch beachtliche 1:11:59 Stunden.

Zwischen Kilometer 23 und 24 gab es dann die Entscheidung um den Sieg. Hier setzte sich Dennis Kimetto etwas ab von Wilfred Kigen, der schließlich als Zweiter mit 1:11:29 auch noch unter dem alten Weltrekord blieb. Edwin Kiptoo (Kenia) wurde Vierter mit 1:12:39, gefolgt von Aschalew Neguse Meketa (1:14:40), Moses Too (1:14:57) und Edwin Kimaiyo (beide Kenia/1:15:13). Bester deutscher Läufer war Simon Dahl (ASICS Frontrunner) auf Platz 16 mit 1:22:53.

„Es war unser Ziel, den Rekord zu brechen. Wir wussten immer, dass wir im Fahrplan sind“, erklärte Dennis Kimetto. Nun hofft er, dass er vom kenianischen Verband für die Halbmarathon-Weltmeisterschaften im Oktober nominiert wird. „Im nächsten Jahr möchte ich dann mein Marathondebüt laufen.“

Caroline Chepkwony gewinnt das Frauenrennen der BIG 25 Berlin. © Berlin Läuft/Jürgen Engler
Caroline Chepkwony gewinnt das Frauenrennen der BIG 25 Berlin. © Berlin Läuft/Jürgen Engler

Im Gegensatz zum Männerrennen riss die Führungsgruppe bei den Frauen schon bald nach der 5-km-Marke auseinander. Caroline Chepkwony lief fortan konkurrenzlos an der Spitze des Feldes. Dabei hielt sie das Tempo hoch und erreichte mit 1:22:56 Stunden die drittbeste Siegzeit in der Geschichte der BIG 25 Berlin. Den Kurs- und Weltrekord hält die Virgin London-Marathon-Siegerin Mary Keitany (Kenia/1:19:53).

„Dies ist eine tolle, schnelle Strecke. Ich bin rund eine Minute schneller gelaufen als geplant“, sagte die 27-Jährige, die im Olympiastadion deutlich vor Taemo Shumye Woldegebriel (Äthiopien/1:25:21) und der Französin Christelle Daunay (1:25:27) im Ziel war. Als beste deutsche Läuferin wurde die Berlinerin Inga Krahn Achte mit 1:41:49.

Im parallel veranstalteten 10-km-Lauf gewann Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken), die sich auf ihren Marathon-Olympiastart in London vorbereitet, das Rennen in 35:12 Minuten. Sie war zudem als Botschafterin der SOS Kinderdörfer, dem neuen Charity-Partner des Veranstalters ‚Berlin Läuft‘, bei dem Event dabei.