AIMS zeichnet Berlin-Marathon als Rennen des Jahrzehnts aus

Von Jörg Wenig

AIMS, die ,Association of International Marathons and Distance Races‘, verlieh zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen Ehrenpreis an einen Marathon mit dem Titel: „Marathon of the Decade“. Der real,- Berlin-Marathon wurde im Büro des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, als Rennen des Jahrzehnts ausgezeichnet.

AIMS würdigt und anerkennt damit die bedeutenden Leistungen des Rennens. Beim Berlin-Marathon gab es eine einmalige Serie von Weltrekorden. Sechs globale Bestmarken von 1998 bis 2008 dokumentieren die hohe Qualität der Berliner Veranstaltung, die bisher in dieser Art von keinem anderen Lauf erreicht wurde. Das sind die Berliner Weltrekorde:

20. September 1998Ronaldo da Costa (BRA)
2:06:05
26. September 1999Tegla Loroupe (KEN)
2:20:43
30. September 2001Naoko Takahashi (JPN)
2:19:46
28. September 2003Paul Tergat (KEN)
2:04:55
29. September 2007Haile Gebrselassie (ETH)
2:04:26
28. September 2008Haile Gebrselassie (ETH)
2:03:59

„Der Berlin-Marathon ist für AIMS eine herausragende Veranstaltung auf die wir stolz sind, die mit ihren Erfolgen internationale Sportgeschichte geschrieben hat und auch ein glänzendes Beispiel dafür ist, wie der Sport in der kooperativen Zusammenarbeit mit den Institutionen der Stadt das Lebensgefühl der Bürger positiv verbessern kann“, erklärte der Präsident der AIMS, Hiroaki Chosa (Japan), in seiner Grußbotschaft und seinem Glückwunsch an den Bürgermeister und den Berlin-Marathon.

Bekele auch über 3.000 m in Paris nicht zu schlagen

Kenenisa Beke war auch in Paris nicht zu schlagen. © www.photorun.net
Kenenisa Beke war auch in Paris nicht zu schlagen. © www.photorun.net

Kenenisa Bekele war auch bei der vierten Station der Golden League nicht zu schlagen. Der Äthiopier gewann in Paris die 3.000 Meter und bleibt somit im Rennen um den Golden League-Jackpot. In der französischen Metropole bewies Kenenisa Bekele dabei einmal mehr aufsteigende Form.

Nach Siegen über 5.000 m in Berlin, Oslo und Rom standen in Paris für Bekele erstmals in dieser Saison die 3.000 m auf dem Programm. Und dazu kam in dem Golden League-Rennen vor über 46.000 Zuschauern im Stade de France ein starker Gegner: Der US-amerikanische Doppel-Weltmeister von Osaka 2007, Bernard Lagat (1.500 und 5.000 m), forderte den äthiopischen Olympiasieger heraus. Doch wissend um die Spurtstärke des aus Kenia stammenden Bernard Lagat, wählte Kenenisa Bekele in diesem Rennen eine andere Taktik. Er ließ es nicht wie bei seinen Läufen zuvor auf einen langen Schlussspurt ankommen, sondern ergriff frühzeitig mit einer Tempoverschärfung die Initiative. Die vierte Runde rannte Kenenisa Bekele in knapp unter einer Minute und fortan vergrößerte er seinen Vorsprung vor den Verfolgern. Als es in die letzte Runde ging, führte der Äthiopier mit rund 20 Metern Vorsprung und am Ende war er nach 7:28,64 Minuten im Ziel. Bernard Lagat wurde in 7:33,15 Zweiter vor dem Franzosen Mourad Amdouni (7:37,50).

„Ich möchte unbedingt diesen Jackpot gewinnen“, erklärte Kenenisa Bekele, dem dazu nun nur noch zwei weitere Siege fehlen: Gewinnt er auch in Zürich und Brüssel Ende August beziehungsweise Anfang September, dann hat der Äthiopier zumindest einen Anteil an dem Jackpot von einer Million Dollar sicher. Zurzeit sind noch drei weitere Athleten (Kerron Stewart / Jamaika / 100 m; Sanya Richards / USA / 400 m; Yelena Isinbayeva / Russland / Stabhochsprung) neben ihm im Rennen.

„Ob ich bei den Weltmeisterschaften in Berlin neben den 10.000 Metern auch noch die 5.000 laufe, entscheide ich zu einem späteren Zeitpunkt“, erklärte Kenenisa Bekele, der im August bei der WM als Titelverteidiger über die längere Distanz antreten wird. Bei Olympia in Peking hatte er vor einem Jahr beide Strecken gewonnen.

Kigen, Cheruiyot und Weidlinger beim Frankfurt-Marathon

Zu einem groβartigen Duell zweier kenianischer Marathonläufer und dem Auftritt eines hoffnungsvollen europäischen Athleten kommt es beim Commerzbank Frankfurt-Marathon. Am 25. Oktober werden jene zwei Athleten am Start stehen, die in den letzten vier Jahren in der Börsen-Metropole jeweils gewannen: Wilfred Kigen gelang von 2005 bis 2007 ein Hattrick, Robert K. Cheruiyot überraschte 2008 mit einem Streckenrekord von 2:07:21 Stunden. Zu beachten sein wird auch der Österreicher Günther Weidlinger, der in Frankfurt seinen zweiten Marathon laufen wird und dabei den österreichischen Rekord brechen möchte. Der Commerzbank Frankfurt-Marathon hat sich in den letzten Jahren sowohl spitzen- als auch breitensportlich enorm entwickelt und ist inzwischen zu den Gold Label-Rennen des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) aufgestiegen.

Der 34-jährige Kenianer Wilfred Kigen hatte das Traditionsrennen in den Jahren 2005 bis 2007 gewonnen und damit als erster Läufer in der Mainmetropole den Hattrick geschafft. „Frankfurt ist für Wilfred beinahe zu einer zweiten Heimat geworden. Deshalb sind wir besonders glücklich, den Publikumsliebling wieder bei uns zu haben“, sagt Jo Schindler. Ein Beleg für die besondere Beziehung von Kigen zum Frankfurt Marathon ist die Tatsache, dass er nach dem dritten Triumph vor zwei Jahren seinem jüngsten Sohn den Namen Frank gab. Seinen Kursrekord (2:07:58/2007) hatte der schnelle Vater von fünf Kindern im zurückliegenden Oktober an seinen Landsmann Robert K. Cheruiyot (2:07:21) verloren. Zum direkten Aufeinandertreffen von Kigen and Cheruiyot sagt der Sportliche Leiter Christoph Kopp: „Das wird ein absolutes Highlight in der langen und ruhmreichen Geschichte dieses Marathons“. Die Zielsetzung von Kigen auf dem schnellen Asphalt Frankfurts ist klar: Er möchte seinen vierten Sieg. Der 21-jährige Cheruiyot hatte allerdings bereits im vergangenen Jahr auch die Insider überrascht, seinerzeit war er als Marathondebütant an den Start gegangen. In der Zwischenzeit hat er mit einem fünften Platz beim Boston-Marathon bewiesen, dass sein Erfolg von Frankfurt keine Eintagsfliege war.

Ein weiterer prominenter Topläufer kommt aus Österreich. In der Alpenrepublik ist Günther Weidlinger trotz seiner erst 31 Jahre schon so etwas wie eine Leichtathletik-Legende, hat er doch auf den Mittel- und Langstrecken fast alle nationalen Rekorde in seinem Besitz. Unter anderen auf den Bahndistanzen 1.500 Meter (3:34,69 Minuten), 3.000 Meter Hindernis (8:10,83), 5.000 Meter (13:13,44) und 10.000 Meter (27:36,46). Hinzu kommen zwei österreichische Bestmarken auf der Straße: 10 Kilometer in 28:10 Minuten, Halbmarathon in 61:42 Minuten. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney erreichte der Weltklasseläufer über 3.000 Meter Hindernis den achten Platz. Weidlinger debütierte im April in Wien über die Marathondistanz (2:12:39) und verpasste den Landesrekord von Gerhard Hartmann aus dem Jahr 1986 nur um 17 Sekunden. „Bis ich den Rekord gelaufen bin, wird mich das immer verfolgen“, sagte Weidlinger kürzlich. „Ich hoffe, dass Günther in Frankfurt den Landesrekord brechen kann und sich unter den besten europäischen Marathonläufern etabliert“, sagt Christoph Kopp.