800 Läufer beim Marathon in der Sahara

Von Jörg Wenig
Ein Rennen für Kinder und Jugendliche zählte zum Programm des Sahara-Marathons. © Pat Butcher
Ein Rennen für Kinder und Jugendliche zählte zum Programm des Sahara-Marathons. © Pat Butcher

Ein Spanier gewann eines der extremsten und außergewöhnlichsten Marathonrennen der Welt: Jon Salvador war der schnellste Läufer beim Sahara-Marathon. Für die 42,195 Kilometer quer durch die Wüste benötigte er 2:42:40 Stunden. Damit stellte Salvador einen Veranstaltungsrekord auf. Bei der 10. Auflage des Sahara-Marathons verzeichneten die Organisatoren einen Teilnehmerrekord von über 800 Läufern aus 28 Nationen. Parallel zu dem Rennen über die klassische Distanz fand auch ein kürzerer Lauf für Kinder und Jugendliche statt, der von der Association of International Marathons and Distance Races (AIMS) unterstützt wird.

Der 43-jährige aus Bilbao stammende Jon Salvador war in den vergangenen Jahren dreimal beim Sahara-Halbmarathon gestartet, der ebenfalls in den Marathon integriert ist. Zweimal hatte er dabei gewonnen, einmal war er Dritter. Die Erfahrung aus der Vergangenheit half dem Spanier beim Sieg über die volle Distanz. „Es war sehr heiß am Start, und es gab einige gute algerische Läufer. Doch sie rannten sehr schnell los. Da ich durch meine Halbmarathonrennen – die Läufe finden auf der zweiten Hälfte der Marathonstrecke statt – wusste, dass die Strecke schwerer wird, habe ich es vorsichtiger angehen lassen. Diese Taktik hat sich ausgezahlt“, erklärte Jon Salvador.

Die Strecke führt durch die Wüste im westlichen Teil Algeriens und verbindet drei Flüchtlingslager miteinander. Seit 1975 wohnen dort 200.000 Menschen, die aus ihren Wohngegenden in der West-Sahara vertrieben worden sind, obwohl es eine UNO-Resolution zugunsten eines Staates West-Sahara gibt. „Wir Basken verstehen die Probleme der Menschen hier und wissen, was sie durchmachen. Der Wettkampf ist auch wichtig, um damit auf die Probleme aufmerksam zu machen“, sagte Jon Salvador.