Strausseelauf – Mit Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend auf herbstlichen Pfaden

8. Oktober 2014 Von Uta
Kurz nach dem Start des Frauenlaufes… © MOZ/Edgar Nemschok

Im Silberglanz einer Märchenwelt glitzerte der Straussee durch die bunten Laubbäume. Während ich mit meinen Lauffreundinnen auf der Strecke des 78. Strausseelaufes rannte, tauchten Bilder meiner Jugend auf. Meistens waren es Erinnerungen an frohe Herbsttage hier am See.

Am Start des 78. Strausseelaufs. © Gerald Angerer

Ich hatte mich auf dieses Rennen gefreut, auf meine Freunde, die den Laufsport lieben, auf neue Gesichter. Der Kurs kam mir entgegen – es ging 9,2 Kilometer fast ausschließlich auf sanftem Waldboden am Ufer des Sees entlang. Ich nahm mir vor, die Strecke ohne Anhalten zu bewältigen, meine langwierigen Ischiasbeschwerden waren kaum noch zu spüren. Vielleicht war ich auch einfach nur glücklich, bei dieser traditionsreichen Veranstaltung mitlaufen zu kӧnnen.

Ich kann mich noch gut an meine erste Teilnahme erinnern. Als 13-Jährige bestritt ich auf der Kurzstrecke 1978 meinen ersten Leichtathletik-Wettkampf für meinen damaligen Sportverein TSG Blau-Weiß Petershagen.

Während wir damals am See entlang hin- und zurückrannten, fahren die Kleinen heute mit der Fähre über den See und starten am gegenüberliegenden Ufer ihr Rennen – eine tolle Idee des Organisationsteams.

Alles in allem war es eine rundum gut organisierte Veranstaltung, und ich gratuliere dem Hauptverantwortlichen Jörg Oswald und seinem Team vom KSC Strausberg zur Rekordteilnahme mit noch nie dagewesenen 913 Läufern und 80 Bambini. Ein großes Dankeschön geht an die knapp 50 Helfer für einen absolut gelungenen Tag und nicht zuletzt an Hannes Liebach und Mayada Al-Sayad für ihren Sieg und eine große Umarmung an meine Mami Heidi, die den Sieg in der Altersklasse W70 holte.

© Gerald Angerer

Wir hatten viele schöne Begegnungen am Rande des Sees und ich glaube, an diesem Sonntag sind einige Läuferträume in Erfüllung gegangen. Das Wetter war super und die Zeiten schnell. Die begeisterten Zuschauer ehrten jeden, der dem Ziel entgegenstürmte…

Im Anschluss findet Ihr einige Fragen, die ich im Rahmen eines Schulprojektes des Strausberger Theodor-Fontane-Gymnasiums beantwortet habe. Ich bin dort zur Schule gegangen. Das Interview gab ich der Schülerin Johanna Tomalik in diesem Frühjahr.

Ich wünsche Euch noch viele unbeschwerte Läufe auf leuchtenden und friedlichen Herbstwegen…

Eure,

Ein Auszug aus dem Interview „Strausseelauf“

Nach all Ihren Marathonläufen in so faszinierenden Großstädten – was macht für Sie den Strausseelauf so besonders?

Mami lief zum Sieg in der Altersklasse W70. Wir gratulieren Dir, liebe Heidi. © Gerald Angerer

Uta: Er ist Teil meiner Heimat! Ich bin in Petershagen aufgewachsen, nicht weit von Strausberg. So verbinde ich den Strausseelauf mit Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend, die wunderschöne Landschaft Brandenburgs, die vielen netten Menschen, die ich dort kennenlernen durfte.

Es ist so ein schöner Lauf, gut organisiert und beliebt, und er findet obendrein zu einer herrlichen Jahreszeit statt.

All das macht diesen Lauf zu etwas Besonderem – ich denke gerne an meine Teilnahmen an diesem Rennen zurück. Wenn ich meine Familie besuche, nutze ich die Gelegenheit, einige Male um den Straussee zu rennen.

Ihr Streckenrekord von 32:20 Minuten aus dem Jahr 1988 hat bis heute Bestand. Können Sie sich noch an Ihren ersten Strausseelauf erinnern? War Ihr Rekordlauf ein geplantes oder eher zufälliges Resultat?

Uta: Mit vielen Erinnerungen ist mir dieser schöne Lauf immer im Herzen geblieben. Ich stand mitten in der Vorbereitung auf den Tokio-Marathon und wollte mit einem schnellen Tempodauerlauf meine Fitness testen. An das Ziel eines Rekordes kann ich mich allerdings nur wenig erinnern. Ich wollte auch einfach Spaß haben mit meinen Lauffreunden aus der Umgebung.

Haben Sie einen Tipp für den perfekten Lauf um den Straussee?

Wir hatten schöne Begegnungen. © Gerald Angerer

Uta: Ich würde das Rennen nicht zu schnell beginnen und es in drei Abschnitte aufteilen. Das heißt, das erste Drittel idealerweise in der Ziel-Durchschnittsgeschwindigkeit zu laufen und auf der Gegenseite des Sees einen guten Laufrhythmus zu finden, ohne an das Ende des Rennens zu denken. Es ist ganz wichtig, sich sehr auf diesen Mittelteil zu konzentrieren.

So werdet Ihr während des letzten Drittels des Rennens besser in der Lage sein, noch mal richtig Gas geben zu können – so gut es halt geht.

Hoffentlich klappt es, dass Ihr das gesamte Rennen hindurch mit einer inneren Entspannung und mit Freude laufen könnt, denn das kann Euch zu einer schnelleren Zeit verhelfen.

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