Radeln für einen guten Zweck

12. August 2008 Von Uta Pippig
Uta mit neuen Radelfreunden Peter und Peter. © Übermittelt von der Pan-Mass Challenge

Liebe Besucher,

für viele Radfahrer war es ein arbeitsreicher und äußerst produktiver Sommer. Mit ihrem unermüdlichen Einsatz sollte es gelingen, bei zwei großen ‚bike-a-thons’ die Beteiligung und Spendeneinnahmen auf Rekord- höhe zu bringen! Es war unglaublich spannend für mich, bei beiden Veranstaltungen dabei zu sein. Beide sind großartige Beispiele dafür, auf welche Weise jeder von uns dazu beitragen kann, Spenden für wohltätige Projekte zu sammeln, nämlich indem wir einfach die Dinge tun, die uns besondere Freude machen!

Begeisterte PMC-Fahrer nähern sich der Zielgeraden. © privat
Begeisterte PMC-Fahrer nähern sich der Zielgeraden. © privat

Die größte Radsportveranstaltung dieses Sommers war die alljährliche Pan-Mass Challenge (PMC), die in diesem Jahr zum 29. Mal in Massachusetts stattfand. Das Organisationsteam leistet jedes Jahr unglaubliche Planungsarbeit, deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass bei diesem zweitägigen ‚bike-a-thon’ mittlerweile mehr Spendengelder zusammen kommen, als bei allen anderen Wohltätigkeits-Sportveranstaltungen in den Staaten. Das diesjährige PMC fand am 2. und 3. August statt und verzeichnete nahezu 5.500 Teilnehmer aus 36 Bundesstaaten und acht Nationen. Die Bandbreite der Fahrer reichte vom Hobby-Radler bis zum Vollblut-Radfahrer und vom Teenager bis zum Achtzigjährigen.

Mit der Unterstützung von 36 Fahrern, rief der PMC-Gründungsvater, Billy Star, 1980 die Pan-Mass Challenge ins Leben und damit den ersten wohltätigen ‚bike-a-thon’ in den USA. Seit ihrer Gründung hat die Veranstaltung Spendengelder in Höhe von mehr als 230 Millionen Dollar für den Jimmy Fund eingebracht. Dieser Fond wurde 1948 eingerichtet und kommt dem Dana-Farber-Krebsinstitut in Bosten im Kampf gegen Krebs zugute. Er wurde nach einem ganz besonderen zwölfjährigen Jungen benannt, der an Krebs erkrankt war. „Jimmy“ – diesen Namen gab man ihm, um seine Privatsphäre zu schützen – hatte die Herzen des Baseball-Teams „Boston Braves“ und des Variety Club of New England (jetzt Variety Children’s Charity of New England) erobert: Der Besuch der Boston Braves in Jimmys Krankenzimmer vor 60 Jahren wurde im nationalen Radio übertragen und Millionen Menschen konnten der Begegnung zwischen Jimmy und seinen Baseball-Helden folgen. Die vielen Spenden, die nach der Übertragung eingegangen waren, um „Jimmy“ zu helfen, legten den Grundstein für eine Initiative, die auch heute noch Hoffnung zu allen Menschen bringt, die gegen Krebserkrankungen kämpfen.

Nachdem ich im März begonnen hatte, zweimal pro Woche auf mein Rad zu steigen, um mich ein wenig auf diese Veranstaltung vorzubereiten, war ich am Samstagmorgen zusammen mit nahezu 5.500 Fahrern an der Startlinie. Aus den beiden angebotenen Zwei-Tage-Touren, wählte ich die Strecke, die von Wellesley aus startete. Am ersten Tag hatten wir phantastisches Wetter auf unserer Fahrt durch Massachusetts, wo wir über angenehm schattige Landstraßen das 132,6 km entfernte Bourne erreichten. Ich hatte das Privileg, neben Todd Clarke zu radeln, dessen Team, Nashua Rides For Hope, bei der diesjährigen PMC an den Start ging, um für Brodie, einen drei Jahre alten Jungen, bei dem vor kurzem eine akute lymphoblastische Leukämie diagnostiziert worden war, Spenden zu sammeln. Wir vom Take The Magic Step-Team schließen uns Todd und seinem Team an und schicken Brodie viele liebe Umarmungen und die besten Wünsche, dass er auch weiterhin so gut auf die Chemotherapie-Behandlung im Dana-Farber-Institut anspricht.

Am zweiten Tag hatte ich das große Glück, Bekanntschaft mit „Peter” und „Peter” zu schließen. Die beiden außergewöhnlichen Fahrer haben für mich auf den 124,4 km von Bourne nach Provincetown über lange Strecken das Tempo gemacht. Mit ihrer unglaublichen Energie, ihrem Enthusiasmus und ihrer Unterstützung, machten Sie die Tour zu einem noch größeren Vergnügen. (Danke Jungs, dass ihr mich mitgezogen habt!) Obwohl der Morgen uns dichten Nebel bescherte, kreierte er für uns eine unwirkliche und wunderschöne Landschaft, die wir auf der Fahrt über die Bourne Bridge und danach auf dem Weg entlang des Cape Cod Canal bestaunen konnten.

Nach zwei langen Tagen im Sattel für eine so großartige Sache, freuten wir uns riesig über den Beifall der Zuschauer, als wir in der Küstenstadt Provincetown über die Ziellinie fuhren. Die Fahrer waren sehr zufrieden, weil es ihnen gelungen war, bereits am 5. August einen Spendeneingang in Höhe von beinahe 22 Millionen Dollar zu verbuchen – obwohl der diesjährige Annahmeschluss erst am 1. Oktober sein wird! Noch eine wirklich erstaunliche Nachricht: Die Organisatoren berichten, dass 2007 jeder gespendete Dollar zu 100 % direkt in den Jimmy Fund geflossen ist!

Alles in allem war es ein grandioses Wochenende und ich hoffe, alle Fahrer werden bei der PMC im nächsten Jahr wieder gemeinsam mit mir dabei sein. Diese Erfahrung wird nicht nur eine der vergnüglichsten in ihrem Leben sein, sie trägt vor allem dazu bei, Behandlungsmöglichkeiten für eine Krankheit zu finden, von der so viele Menschen betroffen sind und noch betroffen sein werden. Weitere Informationen über die Pan-Massachusetts Challenge finden Sie unter: www.pmc.org. Wenn Sie mich und andere Menschen sofort im Kampf gegen Krebs unterstützen möchten, können Sie unter folgender Webadresse auch online spenden: www.pmc.org/egifts/. Dort geben Sie als meine eGift ID bitte UP0001 ein.

Das andere große Sommer-Ereignis war der alljährliche in Beaver Creek startende Colorado-Eagle River Ride am 26. Juli, der in diesem Jahr zum siebten Mal stattfand. Einnahmen aus dem River Ride kommen SOS Outreach zugute, einer gemeinnützigen Organisation, die 1993 in Vail Valley, Colorado, gegründet wurde. Heute ist die Organisation in acht Bundesstaaten vertreten, um Kindern und Jugendlichen aus unterprivilegierten Familien im Rahmen von Schneesport-Angeboten zu helfen, mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Erst vor kurzem wurde SOS Outreach neuer Wohltätigkeits-Partner von Take The Magic Step und Empfänger einer Unterstützung aus unserer Stiftung. Wir freuen uns sehr, die Beziehung zu diesen außergewöhnlichen, talentierten jungen Fachleuten zu intensivieren, die ihr Leben der Hilfe für Bedürftige widmen. Ihr Programm umfasst: Beratung, Workshops um im Alltag zu bestehen und soziale Dienste der örtlichen Kommune. SOS Outreach hat das Ziel, die Entscheidungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, damit sie gesunde und positive Erfahrungen für ihr Leben sammeln können. Bis dato bietet die Organisation in den USA für mehr als 12.000 Kinder zwischen 8 und 18 Jahren, sozialverträgliche Alternativen zu schädigendem Verhalten wie Gewalt sowie Hilfe für minderjährige Schwangere; und sie ist darüber hinaus Anlaufstelle bei Drogen- und Alkoholproblemen.

Dem für die Entwicklung des Projektes zuständigen Leiter von SOS Outreach, Seth Ehrlich, zufolge, nahmen beim River Ride 2008 – dem diesjährigen größten Spendensammler von SOS Outreach – 1.008 Radfahrer teil, 2007 hingegen waren es 949. Der diesjährige Schirmherr war Mike Kloser, der dreifache EcoChallenge-Gewinner und frühere Mountain Bike-Weltmeister. Die Teilnehmer konnten eine von drei möglichen Strecken auswählen: Die 160 Kilometer lange Rundstrecke, Beginn und Ende am Beaver Creek Resort; die 100-Kilometer-Strecke vom Beaver Creek Resort nach Dotsero und zurück oder die 67,5 Kilometer vom Beaver Creek Resort nach Eagle und zurück. Mike Kloser bot den Fahrern, die ebenfalls eine der drei Strecken wählen konnten, seine Unterstützung und Ermutigung an.

Joe Friel und Uta im Ziel. © 2008 Joe Friel
Joe Friel und Uta im Ziel. © 2008 Joe Friel

Mike Reger und ich entschieden uns für die Rundstrecke über 160 km, mit einem Höhenunterschied von beinahe 1.000 Metern! Unterwegs hatte ich das große Glück, zufällig Joe Friel (www.trainingbible.com), zu treffen und zusammen mit ihm weiterzufahren. Joe ist ein großartiger Kerl und ein unglaublicher Athlet und Bestseller-Autor, der dem amerikanischen Radsportverband geholfen hat, Coaching- und Trainigsstandards zu setzen. (Hey Joe, wir erwarten dich im nächsten Jahr wieder!)

Es war ein langer Tag und wir spürten hinterher jeden Muskel, aber es war ein atemberaubendes Erlebnis in den Rockies. Wir hatten so viel Spaß, dass wir es kaum erwarten können, im nächsten Jahr wieder mit von der Partie zu sein! Es ist unsere Herzenssache, dass wir mit unserer Teilnahme am River Ride, vielen bedürftigen Kindern durch SOS Outreach helfen können. Weitere Informationen über die Veranstaltung finden Sie unter: www.sosoutreach.org/get-involved/events/colorado-river-eagle-ride.

Ich wünsche Ihnen viel Glück und gute Gesundheit!

Mehr über SOS Outreach erfahren Sie unter: www.SOSOutreach.org. Weitere Informationen zum Dana-Farber-Krebsinstitut erhalten Sie unter: www.dana-farber.org.

Aktualisiert am 14. Dezember 2016

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