Der Boston-Marathon: Ein Symbol von Menschlichkeit und Freiheit

17. April 2014 Von Uta
© SeanPavonePhoto/Fotolia.com

Am Patriots‘ Day von Neuengland jährt sich der Anschlag auf den Boston-Marathon zum ersten Mal. Die kommenden Tage werden gezeichnet sein vom Innehalten, vom Spüren der Emotionen und Hoffnungen – und sie werden an ein herausforderndes Jahr für eine Stadt und deren Menschen erinnern, die so viel Mut, Stärke, Liebe und Wir-Gefühl zeigt.

Die Bilder des tragischen Ereignisses werden noch lange in uns weilen. Verwundete Menschen suchten in den Monaten danach mutig und hoffnungsvoll nach neuen Wegen – fest entschlossen, ihr Leben unter den neuen Umständen zu meistern, Hindernisse zu überwinden und sich selbst zu stärken.

In gewissem Maße haben die Ereignisse im April des vergangenen Jahres die Freiheit eines Jeden berührt. Wir alle wurden auf die Probe gestellt: die internationale Laufgemeinschaft ist seither enger zusammengerückt. Nun kehren wir nach Boston zurück, und die Welt wartet auf unsere Antwort.

Der Boston-Marathon vereint Athleten aus fast hundert Ländern. Verbunden durch die Liebe zu diesem Sport laufen sie Schulter an Schulter friedlich nebeneinander.

© www.PhotoRun.net

Wir lebten, fühlten und rannten gemeinsam mit dem unerschütterlichen Glauben, dass das Gute siegen wird und ich bin davon überzeugt, dass der Boston-Marathon ein Symbol von Menschlichkeit und Freiheit ist.

Und so bleiben auch Erinnerungen an Freudentränen, friedvolle Momente und sportliche Erfolge dieses wunderbaren Marathons in meinen Gedanken – von einer Veranstaltung, die uns in jedem Jahr so viel Begeisterung bringt.

Während ich die abschließenden Marathonvorbereitungen meiner Lauffreunde verfolge, steigt in mir die Spannung und ich kann es kaum erwarten, die Glücksgefühle und die Hoffnung mitzuerleben, die dieser Marathontag für uns bringen wird.

Athleten aus aller Welt sehnen sich danach, den frischen Morgennebel dieses Frühlingstages auf der Haut zu spüren, den Klang von Tausenden von Füßen auf den sanften Hügeln der Strecke zu hören, den endlos langen Strom von Läufern zu sehen, die sich der Innenstadt nähern, und die berauschende Energie der jubelnden Marathonfans in uns aufzusaugen während wir uns der Ziellinie nähern.

Als ich nach dem Fall der Mauer nach Boston kam, konnte ich endlich meinen Traum verwirklichen und an diesem großartigen Marathon der Freiheit teilnehmen. Ich war fasziniert und überwältigt von der uneingeschränkten Willenskraft, die ich in Boston erlebte und alles was ich in diesem Zusammenhang empfinden und erleben durfte.

Uta mit dem legendären Vater-Sohn-Gespann Dick und Rick Hoyt. © Mariko Takahashi

Freiheit, Frieden und Stärke – am Montag werden wir alle durch diese drei Säulen unter einem strahlenden Frühlingshimmel vereint sein. Die Schatten der Vergangenheit werden uns nicht mehr einholen. Wir haben uns versprochen, dass wir um unsere Freiheit immer wieder neu kämpfen werden. Wir laufen gemeinsam und stehen zusammen.

Der Boston-Marathon wird auch in diesem Jahr nichts von seiner Strahlkraft einbüßen und einen Weg aufzeigen, der nicht nur die Unterschiede des Einzelnen in den Fokus rückt, sondern auch eine Welt, in der es Freiheit für alle Menschen geben kann.

Vielleicht ist es gar nicht mehr in allzu weiter Ferne, dass wir in jedem Land dieser Erde vereint in einem Marathon der Freiheit teilnehmen können.

Uta Pippig (@utapippig) nahm siebenmal am Boston-Marathon teil und hat ihn dabei dreimal in Folge gewonnen. Sie ist Gründerin und Präsidentin von www.TakeTheMagicStep.com, einem Unternehmen, das Gesundheit, Fitness und positive Veränderungen der Lebensweise fördert und unterstützt.

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