Charity-Läufer setzen Meilenstein beim Boston-Marathon 2009

28. April 2009 Von Uta Pippig
© Team Hoyt/Bob Starnes

Liebe Freunde,

Zwischen Dick, Rick und Uta ist im Laufe der Jahre eine tiefe Verbundenheit entstanden. © Von Team Hoyt zur Verfügung gestellt
Zwischen Dick, Rick und Uta ist im Laufe der Jahre eine tiefe Verbundenheit entstanden. © Von Team Hoyt zur Verfügung gestellt

in der 113. Auflage des Boston-Marathons konnten wir einen der aufregendsten Schluss-Sprints in der Geschichte des Frauenrennens miterleben. Eine weitere gute Nachricht ist: Den Charity-Läufern ist es gelungen, Spendengelder in Millionenhöhe für ihre Organisationen zu sammeln und dabei eine große Menge Spaß zu haben!

Bereits 1989 haben Visionäre der Boston Athletic Association („BAA“) eine Initiative gestartet, die einer begrenzten Anzahl von Läufern den Start beim Boston-Marathon ermöglicht, um so Geld für wohltätige Zwecke zu sammeln. Diese Läufer sind von den traditionellen Qualifikationskriterien befreit, müssen aber mindestens 3.000 US-Dollar für ausgewählte Wohltätigkeitsorganisationen sammeln und außerdem als letzte des Teilnehmerfeldes starten. Die Anzahl der Bewerber auf den Wartelisten von Charity-Organisationen ist groß und die Liste wird immer länger. Es ist phantastisch mitzuerleben, wie erfolgreich die BAA mit dieser außergewöhnlichen Initiative ist. Denn mit der Idee, einige der erfolgreichsten Läufer der Welt mit Charity-Läufern in einem Rennen zusammenzubringen, wird die Volkslauf-Tradition fortgeführt. Wir ziehen unseren Hut vor dem unermüdlichen Einsatz des Trios der BAA: Guy Morse, Jack Fleming und Dave McGillivary sowie deren engagierten Team.

Die Zeit in Boston war in diesem Jahr für mich persönlich sehr emotional. Ich fühle mich geehrt, dass ich auch in diesem Jahr die Charity-Läufer von Team Hoyt auf den Boston-Marathon vorbereiten durfte. Für Dick und Rick Hoyt war es ein äußerst bedeutsames Ereignis, weil es der 1.000 Wettkampf für dieses zutiefst beeindruckende und inspirierende Vater-Sohn-Team war!

Den Lesern, die vielleicht nur wenig über Team Hoyt wissen, möchte ich hier ein paar Hintergrundinformationen über die beiden geben. Dick Hoyt war Oberstleutnant der Air National Guard (ANG), wo er seinem Land über 35 Jahre diente. Mittlerweile ist er 68 und im Ruhestand. Schon seit vielen Jahren schiebt er seinen Sohn Rick, 47 und Absolvent der Boston University, mit dem Rollstuhl über die Ziellinien zahlreicher Wettkämpfe. Obwohl Rick aufgrund einer infantilen Zerebralparese querschnittsgelähmt ist und nicht sprechen kann, geht seine Stimme um die ganze Welt: Im Rahmen ihrer Vorträge fördern Rick und sein Vater das Bewusstsein in der Gesellschaft dafür, dass Menschen mit körperlicher Behinderung in das alltägliche Leben integriert werden können und integriert werden sollen.

Für den amerikanischen Finanzdienstleister John Hancock Financial war es bereits das 24. Jahr, in welchem er den historischen Boston-Marathon als Hauptsponsor unterstützte. Das Unternehmen förderte Team Hoyt auch 2009 auf grandiose Weise! Präsident der John Hancock Insurance Group Jim Boyle, Vize-Präsident Jim Gallagher sowie deren gesamte Belegschaft haben Team Hoyt während der ganzen Zeit mit großartigem Engagement begleitet. Von ihrer Unterstützung war ich sehr begeistert. Das Pasta-Dinner am Vorabend des Rennens war für alle ein tolles Ereignis! Ganz besonders habe ich mich darüber gefreut, die Läufer zu treffen, mit denen ich während der vergangenen Monate herzlichen E-Mailkontakt hatte. Den Gastgebern dieses Abends – Kathy Boyer und Doug Gilliland von Team Hoyt sowie Jim Gallagher von John Hancock – war es gelungen, ein unvergleichliches Treffen zu organisieren, das uns alle bestens auf das Rennen am nächsten Tag einstimmte. Die Läufer des Teams waren sehr aufgeregt, man konnte die Energie im Raum förmlich spüren und wir haben gewusst, dass der nächste Tag ein ganz besonderer sein würde.

An diesem Wochenende hatte ich auch das Vergnügen, zu den alten und neuen Freunden der Dana-Farber Marathon Challenge („DFMC“) zu sprechen. Auf diesem Weg möchte ich Jan Ross und ihrem Team, den Organisatoren des Rennens, ganz besonders danken. Und natürlich danke ich auch Jack Fultz, dem engagierten und „heiß geliebten“ Trainer des DFMC-Teams – Ihr seid ein großartiges Team! Die Ausdauer und Beharrlichkeit der DFMC-Mitbegründer Wayne und Delores Barr Weaver hat uns alle erneut inspiriert. Vor 20 Jahren haben sie mit 19 Läufern dieses Projekt ins Leben gerufen, mittlerweile ist die Zahl auf über 550 angewachsen und bis dato wurden Spendengelder in Höhe von mehr als 42 Mio. Dollar gesammelt. Wayne und Delores drückten an diesem alljährlichen Sonntagnachmittags-Event allen ihren tief empfundenen Dank aus.

Gemeinsam mit Michael Reger, dem Mitbegründer der Take The Magic Step Foundation hatte ich außerdem die Gelegenheit, an einem vor dem Rennen stattfindenden Brunch der American Liver Foundation teilzunehmen. Unser besonderer Dank gilt dem Direktor der Stiftung, Barry Chait, der mit seinem unermüdlichen Einsatz das Lauf-Team erneut zum Erfolg führte. Außerdem möchten wir allen danken, denen wir während des Marathons und den angeschlossenen Veranstaltungen begegnet sind. Sie alle haben uns inspiriert, unsere Bemühungen über Take The Magic Step und unsere Stiftung weiter zu verstärken, um bedürftige Menschen zu ermutigen und zu unterstützen.

Ansprechende Wettkampfzeiten sind für viele Läufer eine Messlatte des persönlichen Erfolgs. Doch für diejenigen unter Ihnen, die für einen guten Zweck laufen, besteht der Erfolg darin, durch selbstloses, persönliches Engagement für die Organisationen, für die Sie laufen, Menschen zu besserer Gesundheit und mehr Wohlbefinden zu verhelfen. Und genau aus diesem Grund, sind Sie für mich ganz großartige Champions. Die Tatsache, dass Sie laufen, um gesund zu bleiben und anderen zu helfen, macht Sie für uns von Take The Magic Step zu ganz besonderen Menschen!

Zum Schluss möchte ich noch ALLEN ganz herzlich gratulieren, die an dem diesjährigen Marathon teilgenommen haben. Sie machen dieses Rennen zu einem Symbol für großartige Leistungen und Ausdauer im Laufsport. Ich möchte außerdem den Top-Athleten gratulieren, die uns so viele atemberaubende Momente geliefert haben – Sie haben Geschichte geschrieben!

Keep running! Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Uta Pippig

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