Winterkürbisse: Nicht nur zu Halloween ein vielseitiger Genuss

Von Janett Walter mit Dieter Hogen und Uta Pippig

Geschichtlicher Hintergrund von Halloween
Nährwert
Tipps zu Einkauf und Lagerung
Lustige Halloween-Infos

© Betty Shepherd
© Betty Shepherd

Der Herbst hat Einzug gehalten und Halloween steht vor der Tür. Überall im Land sind nun große und kleine Kinder damit beschäftigt, Kürbisse in gruselige Gesichter zu verwandeln. Diese schaurig-schönen Kunstwerke leuchten in Fenstern und Hauseingängen und schauen auf kleine Monster, Piraten, Prinzessinnen, Hexen und Gespenster, die von Haus zu Haus ziehen, an unsere Türen klopfen und uns mit Streichen drohen, wenn wir ihnen nicht die hoffnungsvoll erwarteten Süßigkeiten geben.

Winterkürbisse eignen sich aber nicht nur als Dekoration zu Halloween, diese Früchte haben weit mehr zu bieten: Als gute Lieferanten von Vitamin A und C sowie Kalium besitzen sie viele gesundheitsfördernde Eigenschaften. Selbst die Kerne, die nach dem Kürbisschnitzen häufig nicht weiter verwendet werden, sind im Sinne der Ernährung kleine Wunderwerke.

Geschichtlicher Hintergrund von Halloween

Die Geschichte von Halloween reicht mehr als 2.000 Jahre zurück. „All Hallows Eve“, so die offizielle Bezeichnung, stammt ursprünglich aus keltischen Traditionen in Nord-Frankreich, Großbritannien sowie Irland und feiert das Ende des Sommers sowie den Beginn des neuen Jahres. Eine weitere Bezeichnung für diesen Tag lautet Samhain(1). Das entspricht im Deutschen dem Abend vor Allerheiligen (1. November), einem Feiertag der römisch-katholischen und anglikanischen Kirche.

Damals glaubten die Menschen, dass in dieser Nacht die Grenzen zwischen den Lebenden und Toten verschwimmen und die Geister der Verstorbenen auf die Erde zurückkehren.

Zur selben Jahreszeit zelebrierten die Römer zwei Feste: Pomona – die Göttin der Früchte – und Feralia – das Fest der Verstorbenen. Als die Römer nach Großbritannien kamen verschmolzen nach Auffassung einiger Historiker Samhain, Pamona und Feralia miteinander und es entwickelte sich eine frühe Form des heutigen Halloween.

Unsere beliebten Kürbisköpfe – auch als Jack O’Lantern (Jack mit der Laterne) bekannt – gehen zurück auf die Legende des Iren namens Jack. Ihm war es demnach gelungen, den Teufel auszutricksen: Jack entlockte dem Teufel das Versprechen, seine Seele nach seinem Tod nicht zu sich zu holen. Nachdem Jack verstorben war, verwehrte Gott ihm wegen seiner verwerflichen Taten aber ebenfalls Einlass. Ohne Zutritt zu Himmel oder Hölle begab sich Jack mit einer glühenden Kohle, die ihm der Teufel gab, in die dunkle Nacht. Jack steckte die Kohle in eine ausgehöhlte Rübe und mit dieser Laterne machte er sich auf seinen einsamen Weg durch die Unendlichkeit. Später ersetzten irische Einwanderer in den USA der Einfachheit halber die Rübe durch einen Kürbis.

Nährwert

Die verschiedenen Winterkürbissorten enthalten zahlreiche wertvolle Nährstoffe. Sie gehören zur Familie der Cucurbitaceae und sind vielseitig verwendbar. Für Kuchen, Muffins, Brot, Bagels, Eintöpfe, Kekse und andere Gerichte werden meist Kürbisse aus folgenden drei Pflanzengattungen verwendet: Cucurbita pepo, Cucurbita maxima und Cucurbita moschata. Die nachstehende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über einige beliebte Sorten.

Cucurbita pepo Cucurbita maxima Cucurbita moschata
Acorn-Kürbis Bananenkürbis Butternut-Kürbis
Delicatakürbis Buttercup-Kürbis Dickinson Feldkürbis
Spaghetti-Kürbis Delicious-Kürbis Fairytale-Kürbis
Autumn-Kürbis Hubbard-Kürbis Buckskin-Kürbis
Peek-a-boo-Kürbis Turban-Kürbis Käsekürbis
Scallop-Kürbis Prizewinner-Kürbis Thaikürbis

Ein Speiseplan, der reich an Winterkürbis ist, kann verschiedene Vorteile für Ihre Gesundheit haben. Studien haben gezeigt, dass bestimmte Kürbis-Inhaltsstoffe hilfreich sein könnten, um beispielsweise den Blutzuckerspiegel zu verbessern. Es wird angenommen, dass dafür eine Reihe unterschiedlicher Substanzen verantwortlich sind, einschließlich der so genannten proteingebundenen Polysachariden(2). Sie können möglicherweise die Glukose-Toleranz im Körper verbessern und den Blutzuckerspiegel senken. Darüber hinaus werden den in Kürbissen enthaltenen Polysachariden zellschützende und antioxidative Eigenschaften nachgesagt. Winterkürbisse sind zudem wertvolle Lieferanten von Beta-Karotin, Vitamin C und Kalium.

Haben Ihnen all diese guten Eigenschaften Appetit gemacht? Wie wäre es zum Beispiel mit ein paar getrockneten Kürbiskernen? Ihr nussiger Geschmack ist einfach köstlich und jeder Bissen kann uns mit Vitamin K, Magnesium sowie Eisen versorgen.

Eine Ernährung mit einem signifikanten Anteil an Kürbiskernen, wird mit einem verminderten Risiko für Magen-, Brust-, Lungen- und Dickdarmkrebs assoziiert. Darüber hinaus kann Kürbiskernöl(3) anti-entzündliche Eigenschaften besitzen und sich positiv auf die Gesundheit von Prostata, Blase und Herz-Kreislaufsystem auswirken. Zudem wird den Kernen eine anti-parasitäre Wirkung zugeschrieben. Wissenschaftler empfehlen weitere Versuche und Studien, um alle Effekte und Eigenschaften von Kürbisfleisch und -kernen sowie den möglichen gesundheitlichen Nutzen von kürbishaltigen Lebensmitteln in unserer Ernährung zu erforschen.

Die folgende Nährwerttabelle(4) gibt Ihnen einen zusätzlichen Überblick über die Nährstoffe, die in verschiedenen rohen Kürbissorten sowie dessen Kerne enthalten sind. Die angegebenen Werte beziehen sich auf 100 Gramm rohen Kürbis sowie etwa 30 Gramm getrocknete und geschälte Kürbiskerne.

Nährwert Acorn-Kürbis Butternut-Kürbis Hubbard-Kürbis Spaghetti-Kürbis Jack O’Lantern-Kürbisse Getrocknete Kürbiskerne
Kalorien 40 kcal 45 kcal 40 kcal 31 kcal 26 kcal 151 kcal
Kohlenhydrate 10 g 12 g 9 g 7 g 6 g 5 g
Ballaststoffe 1 g 2 g 0 g 0 g 0 g 1 g
Protein 1 g 1 g 2 g 1 g 1 g 7 g
Fett 0 g 0 g 0 g 1 g 0 g 13 g
Wasser 87,8 g 86,4 g 88 g 91,6 g 91,6 g 1.9 g
Vitamine A, B1, B6, C & Folsäure A, B6, C, E, Folsäure & Niacin A, B1, B6 & C C, B6, Niacin & Pantothen-säure A, B1, B6, C, E, Folsäure, Niacin & Riboflavin K
Mineralien Kalium, Mangan & Magnesium Kalium, Mangan, Magnesium & Kalzium Kalium, Mangan & Magnesium Mangan Kalium, Kupfer, Mangan, Magnesium & Phosphor Mangan, Magnesium, Phosphor, Eisen, Kupfer & Zink

Wie oben erwähnt, sind Winterkürbisse reich an Beta-Karotin, der pflanzlichen Vorstufe von Vitamin A. Einhundert Gramm gekochter Jack O’Lantern-Kürbis kann beispielsweise 2096 μg (Mikrogramm) Beta-Karotin enthalten. Der Körper kann das aufgenommene Beta-Karotin in Vitamin A umwandeln, um damit einen Teil seines täglichen Vitamin A-Bedarfs zu decken.

In unserem Körper erfüllen Beta-Karotin und Vitamin A wichtige Funktionen. Beta-Karotin ist ein Antioxidans und kann eine anti-karzinogene Wirkung haben. Vitamin A ist unverzichtbar für unser Sehvermögen, unsere Fortpflanzung, unser Immunsystem sowie für Wachstum, Entwicklung und Differenzierung von Gewebe und Knochen.

Tipps für den Einkauf und das Lagern von Kürbissen

Winterkürbisse werden in vielen Gegenden angebaut. Sie können sie als frische Ware von einem Anbieter Ihrer Region erhalten, beispielsweise auf dem Wochenmarkt oder direkt beim Gemüsebauern. Die Frucht sollte sich im Vergleich zu ihrer Größe schwer anfühlen und eine feste und stumpfe Haut haben. Ist die Haut weich, so könnte dies auf einen unreifen, weniger schmackhaften Winterkürbis hinweisen. Damit die Früchte möglichst lange halten, können sie entweder im Ganzen an einem kühlen Ort(5) aufbewahrt werden oder portioniert im Gefrierschrank.

Hier einige lustige Fakten zu Halloween: Das statistische Bundesamt(6) der USA hat Daten aus dem Jahre 2012 analysiert und dabei festgestellt, dass es in den USA etwa 41.2 Millionen potenzielle „Trick or Treaters“ im Alter zwischen 5 und 14 Jahren gibt, die an 115 Millionen potenziellen Häusern klingeln könnten. Auch in Deutschland erfreut sich Halloween und der Ruf „Süßes oder Saures“ mittlerweile größter Beliebtheit.

Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch an Süßwaren betrug in den USA im Jahr 2010 etwa 11,2 Kilogramm. Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil davon während Halloween verzehrt wurde.

2010 wurden in den USA etwa eine halbe Milliarde Kilogramm Kürbisse geerntet. Vermutlich wurde ein großer Teil davon für die Herstellung von Jack O’Lanterns oder Kürbiskuchen verwendet.

Im Vergleich dazu ist der Spaß und die Begeisterung von Millionen Kindern, denen es in dieser Nacht ausdrücklich erlaubt ist, die Erwachsenen das Fürchten zu lehren, unmessbar.

Wir würden uns freuen, wenn dieser Artikel Sie dazu inspiriert, Winterkürbis in seiner Vielseitigkeit zu genießen. Lassen Sie sich die Kürbissaison schmecken!

Lesetipps:

  1. Schau dir unsere Gedanken zu Nüsse, Samen und Kerne an
  2. Utas Zusammenfassung für Eure Marathon-Vorbereitung. Teil III: Ernährung

Quellenangaben:

(1) N24: Schreckliches Halloween. Von Kelten, Christen und der Heidenangst. www.N24.de, Oktober 2010.

(2) Adams GG, Imran S, Wang S, Mohammad A, Kok S, Gray DA, Channell GA, Morris GA und Harding SE: The hypoglycemic effect of pumpkins as anti-diabetic and functional medicines. www.researchgate.netFood Research International 2011;44:862-867.

(3) Stevenson DG, Eller FJ, Wang L, Jane JL, Wang T und Inglett GE: Oil and Tocopherol Content and Composition of Pumpkin Seed Oil in 12 Cultivars. www.lib.dr.iastate.eduJournal of Agricultural and Food Chemistry 2007;55:4005-4013.

(4) NutritionData – Nutrition Facts and Calorie Counter: Raw Acorn, Butternut, Hubbard, und Spaghetti Squash, Pumpkin, und Dried Squash Seeds. www.NutritionData.com, Stand Oktober 2011.

(5) aid infodienst e.V.: Kürbisse: Gesund essen. www.aid.de, Stand Juli 2016.

(6) U.S. Census Bureau: Facts for Features: Halloween: Oct. 31, 2014. www.Census.gov, Oktober 2015.

Aktualisiert am 10. Dezember 2016
Aktualisiert am 24. Oktober 2012