Yoko Shibui meldet sich mit Sieg in Osaka zurück

Enormes Zuschauerinteresse prägt die japanischen Top-Marathonrennen. Hier wird Yoko Shibui angefeuert. © www.photorun.net

Enormes Zuschauerinteresse prägt die japanischen Top-Marathonrennen. Hier wird Yoko Shibui angefeuert. © www.photorun.net

Fast fünf Jahre nach ihrem Triumph beim Berlin-Marathon hat Yoko Shibui wieder einen großen Marathon gewonnen. Die Japanerin meldete sich am Sonntag mit einem Sieg in Osaka zurück. Die 29-Jährige war nach 2:23:42 Stunden im Ziel und nutzte damit zugleich ihre zweite Chance, sich für die Weltmeisterschaften in Berlin im August zu qualifizieren. Im November war sie beim Tokio-Marathon auf den letzten Kilometern eingebrochen, nachdem sie in Führung gelegen hatte. Am Ende wurde Yoko Shibui dort Vierte mit 2:25:51 Stunden. Doch nur zwei Monate später schaffte die Japanerin jetzt doch noch die WM-Qualifikation. In Osaka war Yoko Shibui mit ihrer Siegzeit dabei so schnell wie seit 2004 nicht mehr. In Berlin hatte sie mit 2:19:41 Stunden einen japanischen Rekord aufgestellt, der 2005 allerdings von Mizuki Noguchi verbessert wurde.

Hinter Yoko Shibui belegten beim Osaka-Marathon drei Landsfrauen die nächsten Plätze: Die Debütantin Yukiko Akaba lief als Zweite flotte 2:25:40 Stunden und hat damit auch noch eine gute Chance, für das japanische Marathon-WM-Team nominiert zu werden. Dritte wurde Yumiko Hara in 2:26:57, gefolgt von Miki Ohira (2:27:08). Als beste Ausländerin platzierte sich Lidia Simon (Rumänien) auf Rang fünf in 2:27:14.

Im Gegensatz zu ihrem Stil der letzten Zeit – aggressives Front-Running an der Spitze – hielt sich Yoko Shibui in Osaka längere Zeit zurück und hatte mit diesem Rezept Erfolg. Wie Brett Larner in den Japan Running News berichtet, wurde die erste Hälfte des Rennens in nicht allzu schnellen 1:13:01 Stunden gelaufen. Doch in der Folge war es dann mehr und mehr Yoko Shibui, die das Tempo erhöhte. Bei Kilometer 30 (1:43:56 Stunden) führte sie vor Yukiko Akaba, Yumiko Hara, Miki Ohira, Madoka Ogi (Japan/am Ende Achte in 2:27:56), Ruth Wanjiru (Kenia/Siebente mit 2:27:38) und Lidia Simon. Doch schon bald darauf konnte keine mehr mit der späteren Siegerin mithalten. Am dichtesten dran blieb die Debütantin Yukiko Akaba, der man in Japan eine erfolgreiche Marathonkarriere zutraut. Vielleicht kann sie gegebenenfalls schon bei der WM in Berlin eine Rolle spielen.

Yoko Shibui ist ihr vorsichtigeres Anfangstempo in Osaka gut bekommen. Denn am Ende hatte sie dieses Mal noch viel Kraft und rannte die letzten 2,195 km in einer Topzeit von 7:02 Minuten. Schließlich lief sie zum zweiten Mal in ihrer Karriere nach 2001 als Siegerin des Osaka-Marathons ins Ziel. Vor acht Jahren hatte sie mit 2:23:11 Stunden die damals schnellste Debützeit aller Zeiten erreicht.

Frankfurt erhält Gold Label, Berlin zweitgrößter Marathon der Welt

Die hochkarätigsten und größten deutschen Laufveranstaltungen haben auch 2008 großen Erfolg gehabt. So hat Deutschland neben dem real,- Berlin-Marathon im neuen Jahr nun erstmals zwei weitere Rennen, die vom internationalen Leichtathletik-Verband IAAF in die Kategorie ,Gold Label Race’ eingestuft wurden. Aufgerückt in die ,Premier League’ des internationalen Laufsports ist nach dem Hamburg- nun auch der Dresdner Kleinwort Frankfurt-Marathon.

Deutschlands ältester City-Marathon hat sich in Frankfurt in den letzten Jahren vor allem spitzensportlich, aber auch breitensportlich stark entwickelt. So verbesserte Robert Kiprono Cheruiyot 2008 den Streckenrekord auf 2:07:21 Stunden. Sechs weitere Kenianer blieben am Main unter 2:10 Stunden und Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) gewann das Frauenrennen in flotten 2:26:22. Wie stark Frankfurt in der Breite der Spitze war, zeigt der Durchschnitt der schnellsten zehn Männerzeiten: Mit 2:09:16 wird dieses Rennen 2008 weltweit nur noch von London (2:07:49) und Paris (2:08:16) übertroffen. Mit 9.469 Marathonläufern im Ziel ist Frankfurt inzwischen der drittgrößte deutsche Lauf über die 42,195 km hinter Berlin und Hamburg. „Natürlich bin ich sehr stolz auf diese Auszeichnung”, sagt der Frankfurter Race-Director Jo Schindler. „Damit wird die herausragende Arbeit unseres gesamten Organisationsteams in den vergangenen Jahren gewürdigt.”

Weltweit haben zurzeit nur elf Marathonrennen sowie acht Läufe über kürzere Distanzen das IAAF Gold Label. Dass darunter nun drei deutsche Rennen sind, zeigt den hohen Standard der Veranstaltungen in Deutschland. Der Berlin-Marathon, vor Hamburg nach wie vor die klare Nummer eins, hat im vergangenen Jahr neben dem Weltrekord von Haile Gebrselassie (2:03:59 Stunden) auch in punkto Zielzahl eine Bestmarke aufgestellt: Mit 35.783 Läufern im Ziel war das Rennen die zweitgrößte Marathonveranstaltung der Welt. Lediglich der New York-Marathon war noch größer. Der Berliner Veranstalter SCC-Running bleibt zudem der mit Abstand größte deutsche Lauf-Organisator. Für gut 20 verschiedene Rennen wurde 2008 die Rekordzahl von 165.214 Meldungen gezählt – darunter sind allerdings jeweils rund 10.000 Skater und Radfahrer.

Und auch das größte Rennen der Welt fand 2008 in Deutschland statt: Beim Chase-Lauf in Frankfurt wurden 73.719 Läufer registriert.