WM-Aktuell: Jan Fitschen verpasst 5.000-m-Finale

Jubeln konnte Jan Fitschen, der im vergangenen Jahr Europameister wurde (Foto), in Osaka leider nicht. Er schied im Vorlauf aus. © www.photorun.net

Jubeln konnte Jan Fitschen, der im vergangenen Jahr Europameister wurde (Foto), in Osaka leider nicht. Er schied im Vorlauf aus. © www.photorun.net

Jan Fitschen hat bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Osaka das Finale über 5.000 Meter knapp verpasst. Der Läufer des TV Wattenscheid, der im vergangenen Jahr sensationell Europameister über 10.000 Meter geworden war, kam als Zwölfter seines Vorlaufes in 13:48,39 Minuten ins Ziel. Damit verpasste er den Endlauf um zwei Plätze beziehungsweise gut zwei Sekunden.

„Ich hatte gehofft, dass es besser klappt, aber nach drei Kilometern war der Ofen aus und es hat nicht gereicht“, sagte Jan Fitschen. Mit Temperaturen von rund 30° Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit war es etwas kühler als an den Tagen zuvor. „Aber mir hat diese Hitze schon gereicht – allerdings waren die Bedingungen natürlich für alle gleich“, erklärte Jan Fitschen, der nach verpasster Norm über 10.000 Meter erst im letzten Augenblick über 5.000 Meter noch die Qualifikation geschafft hatte. „Die Vorbereitung ist schwierig, wenn man sich erst so spät qualifiziert“, sagte Jan Fitschen, der nun in dieser Saison nicht mehr auf der Bahn sondern auf der Straße laufen wird. „Ich plane einen Start beim Tübinger Stadtlauf und werde eventuell beim Berlin-Marathon als Tempomacher fungieren“, erklärte Jan Fitschen.

Den ersten Vorlauf hatte Kenenisa Bekeles Bruder Tariku (Äthiopien) in 13:46,42 Minuten gewonnen. Dritter wurde hier Bernard Lagat (USA), der einen Tag nach seinem 1.500-m-Sieg auch über 5.000 m antrat. Den zweiten Vorlauf gewann der Weltmeister von Paris 2003, Eliud Kipchoge (Kenia), in 13:33,37. Hier qualifizierte sich als Siebenter auch der kenianische Titelverteidiger Benjamin Limo (13:41,47) für das Finale, das am Sonntag stattfindet.

Kenianische Nacht in Osaka

Der Stolz der Kenianer war bei Weltmeisterschaften stets der 3.000-m-Hindernislauf. Zwischen 1991 und 2001 kamen alle sechs Weltmeister über diese Strecke aus Kenia. Das änderte sich dann 2003, als der Kenianer Stephen Cherono kurzfristig die Staatsbürgerschaft wechselte, plötzlich Saif Saaeed Shaheen hieß und für Katar an den Start ging. Bei den letzten beiden Welt-Titelkämpfen gewann er den Prestigekampf über die Hindernisse gegen seine früheren Landsleute. Doch nun hat sich Shaheen verletzt. Und die Kenianer nutzten die Gunst der Stunde zu einem kompletten Durchmarsch: Drei Kenianer waren am Start, alle drei teilten sich am Ende die Medaillen. Es war der erste ,clean sweep’ bei dieser WM. Und es war das zweite Mal nach 1997, dass den kenianischen Hindernisläufern dieses Kunststück bei Weltmeisterschaften gelang.

Der jüngste der drei Kenianer war am Ende als erster im Ziel: Der 22-jährige Brimin Kipruto lief 8:13,82 Minuten und hatte damit den Spieß umgedreht. Denn vor drei Jahren war er bei Olympia Zweiter hinter Ezekiel Kemboi, der nunmehr in Osaka die Silbermedaille gewann in 8:16,94 Minuten. Dritter wurde Richard Mateelong mit 8:17,59. Der Abstand zu Platz vier war mit über zwei Sekunden deutlich. „Ich wusste, dass wir eine Chance haben würden, alle drei Medaillen zu holen“, sagte Richard Mateelong.

„Wir haben als Team zusammengearbeitet und wollten die Medaillen unter uns aufteilen“, erklärte Brimin Kipruto. Die Taktik hat nach einem langsamen Beginn gut funktioniert, und das kenianische Trio hat erfolgreich alle Angriffe abgewehrt. „Ich wusste, dass ich am Ende spurtstark sein würde und habe ausgangs der Kurve das Tempo angezogen“, erklärte Kipruto.

Eine erstaunliche Vorstellung zeigte danach die neue Weltmeisterin über 800 Meter: Die 24-jährige Kenianerin Janeth Jepkosgei gewann das Rennen in der Jahresweltbestzeit von 1:56,04 Minuten, die zugleich eine persönliche Bestleistung bedeutete. Die Zeit war erstaunlich, aber die Art und Weise wie der Sieg zustande kam noch viel mehr. Denn Janeth Jepkosgei hatte vom Start weg die Führung übernommen und gab sie nicht mehr ab. Spätestens 250 Meter vor dem Ziel hatte man den Eindruck, dass die Konkurrentinnen nun gleich an der Kenianerin vorbeiziehen würden. Doch wann immer eine gefährlich nahe kam, konnte Janeth Jepkosgei einen höheren Gang einlegen und das Tempo forcieren.

„Ich wollte nicht auf die anderen warten, deswegen habe ich gleich die Führung übernommen und mein bestes gegeben“, erklärte die Junioren-Weltmeisterin von 2002. Janeth Jepkosgei, die in Osaka die erste WM-Medaille einer kenianischen 800-m-Läuferin gewann, kann in der Zukunft noch für Furore sorgen.

Während die Marokkanerin Hasna Benhassi in 1:56,99 Minuten Silber gewann, wurde Mayte Martinez (Spanien/1:57,62) Dritte. Für Maria Mutola (Mozambique) ging der Traum vom vierten WM-Gold nicht in Erfüllung. Zwar erreichte die 34-Jährige zum neunten Mal ein 800-m-WM-Finale und stellte damit einen Rekord auf, doch sie hatte bei ihrer sicherlich letzten WM keine Chance. Mutola stieg entnervt aus, stolperte dabei noch über einen Fotografen und musste dann verletzt aus der Arena getragen werden.