Vivian Cheruiyot nach Sieg bei Kenia-Trials optimistisch für WM

Vivian Cheruiyot gewann in Nairobi die 5.000 m. © www.photorun.net

Vivian Cheruiyot gewann in Nairobi die 5.000 m. © www.photorun.net

Einen Außenseitersieg gab es im 5.000-Meter-Rennen der Männer bei den kenianischen Ausscheidungen für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin (15. bis 23. August): Vincent Chepkok setzte sich in Nairobi am Wochenende mit 13:19,8 Minuten gegen die stärker eingeschätzte Konkurrenz durch. Hinter dem zweitplatzierten Joseph Ebuya (13:20,2) wurde der Olympia-Zweite Eliud Kipchoge (13:24,2) nur ganz knapp Dritter und sicherte sich somit gerade noch das Berlin-Ticket. Die WM-Nominierung verpasste dagegen Edwin Soi, der zeitgleich mit Kipchoge Vierter wurde.

Keinen leichten Stand hatte Vivian Cheruiyot im 5.000-m-Finale der Frauen. Sie gewann in 15:25,21 Minuten, musste sich aber durchweg der starken Sylvia Kibet (15:25,42) erwehren. Dritte wurde Innes Chenonge mit 15:27,29. Diese drei werden in Berlin gegen Meseret Defar und Tirunesh Dibaba antreten. „Ich weiß, wie die Äthiopierinnen laufen und dieses Mal werde ich sie nicht davonziehen lassen. Wenn wir als Team laufen, haben wir eine Chance”, erklärte Cheruiyot, die vor zwei Jahren bei der WM Silber gewonnen hatte.

Keine Überraschungen gab es im 3.000-m-Hindernislauf. Hier setzte sich der Olympiasieger und Weltmeister Brimin Kipruto (8:20,03 Minuten) vor dem Olympia-Dritten Richard Mateelong (8:20,60) und dem Olympiasieger von Athen 2004, Ezekiel Kemboi (8:24,15), durch. Da Kipruto als Titelverteidiger automatisch für Berlin qualifiziert war, nominierten die Funktionäre einen vierten Läufer für die WM: Dabei hatte Paul Kipsiele Koech Glück, dass er ausgewählt wurde, obwohl er nur Sechster war in Nairobi (8:36,75). Bei den Frauen gewann über die Hindernisse Gladys Kemboi in 9:32,62 Minuten vor Milka Chemos (9:35,94) und Lydia Rotich (9:53,62).

Bei den Mittelstreckenrennen stand das Duell zwischen 800-m-Olympiasiegerin Pamela Jelimo und Weltmeisterin Janeth Jepkosgei im Mittelpunkt. Zum ersten Mal seit dem olympischen Finale von Peking trafen beide aufeinander. 300 Meter vor dem Ziel kam der Antritt der Olympiasiegerin, doch dieses Mal konnte Jelimo das Tempo nicht ganz halten. Auf den letzten Metern nutzte Jepkosgei die Gunst des Augenblicks und zog an ihrer Konkurrentin vorbei. Sie gewann in erstklassigen 1:59,31 Minuten vor Jelimo (1:59,49).

„Ich habe mich zurückgemeldet. Jelimo lief ein gutes Rennen, und ich habe sie geschlagen”, erklärte Jepkosgei, während die Olympiasiegerin sagte: „Ich bin auf dem Weg nach oben und werde fit sein in Berlin. Ich muss mich auf den letzten 50 Metern noch steigern.”

Tirunesh Dibaba meldet sich in London zurück

Währenddessen meldete sich Tirunesh Dibaba nach einer Verletzungspause beim Leichtathletik-Meeting in London eindrucksvoll zurück. Die Äthiopierin lief erstmals seit Mai wieder ein Rennen und stellte dabei über 5.000 m eine Jahresweltbestzeit auf. Etwa nach der Hälfte des Rennens übernahm die Doppel-Olympiasiegerin von Peking die Führung und dominierte fortan von der Spitze das Geschehen. Am Ende erreichte sie nach 14:33,65 Minuten das Ziel und hatte damit den Stadionrekord in Crystal Palace gebrochen. Im Mai hatte Dibaba überraschend in New York über 5.000 m verloren. Nun qualifizierte sie sich über 5.000 m für die WM in Berlin.

Kibet läuft in Berlin gegen Haile, Wanjiru in Chicago

Zu einem großen Duell kommt es beim real,- Berlin-Marathon am 20. September: Nachdem Race-Direktor Mark Milde zum vierten Mal in Folge Haile Gebrselassie verpflichten konnte, wurde nun bekannt, dass der Äthiopier in Berlin auf Duncan Kibet treffen wird. Der Kenianer hält die Jahresweltbestzeit und gehört zu jener kleinen Gruppe von Weltklasseläufern, denen man zutrauen kann, Haile Gebrselassie im Marathon zu schlagen. Zugleich gab der Bank of America Chicago-Marathon bekannt, dass Olympiasieger Sammy Wanjiru dort am 11. Oktober an den Start gehen wird. Damit dürfte es bei beiden Rennen eine Jagd auf den Weltrekord geben.

Die aktuelle Weltbestzeit hatte Haile Gebrselassie vor einem Jahr in Berlin aufgestellt, als er als erster Läufer unter 2:04 Stunden blieb (2:03:59). In diesem Jahr jedoch hält nach den ersten sechs Monaten ein anderer die Jahresweltbestzeit: Duncan Kibet. Er gewann im April den Rotterdam-Marathon in 2:04:27 Stunden und war dabei so schnell wie kein anderer in diesem Jahr.

Duncan Kibet hatte im vergangenen Jahr mit einem zweiten Platz im heißen Wien (2:08:33) sowie einem Sieg beim eiskalten Mailand-Marathon (2:07:53/Streckenrekord) auf sich aufmerksam gemacht.

Ursprünglich wollte der Marathon-Olympiasieger Sammy Wanjiru in Berlin starten, um Haile Gebrselassies Weltrekord zu brechen. Doch zu einem Start des 22-jährigen kenianischen Ausnahmeläufers kommt es dieses Jahr nicht. Nach seinem Triumph beim hochklassigen London-Marathon, den Wanjiru im April mit der Streckenrekordzeit von 2:05:09 Stunden gewann, konzentriert sich der Kenianer nun auf den Chicago-Marathon, und will dort versuchen, den Weltrekord zu brechen.

Auch Sammy Wanjiru wird allerdings starke Konkurrenz haben. Zu seinen Gegnern zählt unter anderen sein Landsmann Evans Cheruiyot. Der Kenianer tritt als Titelverteidiger in Chicago an, wo er im vergangenen Jahr in starken 2:06:25 Stunden gewonnen hatte.

Bei den Frauen kehrt die Vorjahressiegerin ebenfalls nach Chicago zurück: Lidiya Grigoryeva (Russland), die vor einem Jahr in 2:27:17 Stunden gewann, wird unter anderen auf US-Hoffnung Deena Kastor treffen.