Topzeiten bei Halbmarathon in Ras Al Khaimah, Weltrekord in Moskau

Patrick Makau Musyoki gewinnt ganz knapp vor Tsegaye Kebede. © www.photorun.net

Patrick Makau Musyoki gewinnt ganz knapp vor Tsegaye Kebede. © www.photorun.net

Nur drei Wochen nach dem Dubai-Marathon mit Haile Gebrselassie sorgte ein zweiter Straßenlauf in den Vereinigten Arabischen Emiraten für Furore: Bei der zweiten Auflage des Halbmarathons von Ras Al Khaimah blieben gleich vier Läufer unter der prestigeträchtigen Stundenmarke. Damit bestätigte das Rennen die hochkarätigen Ergebnisse des Vorjahres, als Sammy Wanjiru (Kenia) mit 58:53 Minuten die bis dahin schnellste Zeit aller Zeiten erreicht hatte. Auch dieses Mal waren die Kenianer vorne: Patrick Makau Musyoki, vor einem Jahr noch Zweiter, gewann in 59:35 Minuten, schnellste Frau war Salina Kosgei mit 72:27. Bei Männern und Frauen fiel die Entscheidung um die 25.000-Dollar-Siegprämie erst nach einem spannenden Zielsprint.

Das Rennen in Ras Al Khaimah spiegelt einmal mehr die Entwicklung der Topzeiten über die 21,0975-km-Strecke wider. Waren Zeiten unter einer Stunde vor einigen Jahren noch eine Ausnahme, so sind sie auf den schnellen Strecken inzwischen durchaus gängig. Vor knapp 15 Jahren war es der Kenianer Moses Tanui, der als erster auf einer für Rekorde konformen Strecke den Halbmarathon unter einer Stunde rannte. In Mailand siegte Tanui 1993 in 59:47 Minuten. In der Zwischenzeit wurden schon über 40 Zeiten unter 60 Minuten gestoppt. Vor allem in den vergangenen zwei Jahren gab es fast schon eine Flut derartiger Leistungen. So blieben bei der Straßenlauf-WM in Udine im vergangenen Oktober gleich sieben Läufer unter einer Stunde – so viele wie nie in einem einzigen Rennen.

In Ras Al Khaimah waren es nun vier: Zeitgleich mit Patrick Makau Musyoki kam der 21-jährige äthiopische Newcomer Tsegaye Kebede ins Ziel. Die beiden Tansanier Dickson Marwa (59:52) und Fabiano Joseph (59:56), der Halbmarathon-Weltmeister von 2005, belegten die nächsten Plätze.

„Ich dachte mir etwa drei Kilometer vor dem Ziel, dass ich gewinnen könnte. Aber Tsegaye war sehr stark. Er hat auch dabei geholfen, dass wir uns von den anderen lösen konnten“, erklärte Patrick Makau Musyoki, fügte aber auch hinzu: „Dann hat er mir allerdings Ellenbogenstöße gegeben, so dass ich ihm sagen musste, dass er damit aufhören muss.“ Am Ende war der Kenianer haarscharf vor dem Äthiopier im Ziel. Für Patrick Makau Musyoki war es bereits das fünfte Mal, dass er den Halbmarathon unter einer Stunde lief – und das innerhalb von rund einem Jahr.

Im Frauenrennen war das Tempo vergleichsweise nicht so hoch wie bei den Männern. Dadurch wurde es am Ende allerdings noch spannender. Denn sieben Läuferinnen lagen im Ziel gerade einmal neun Sekunden auseinander, wobei die ersten drei zeitgleich waren. Im Spurt um den Sieg setzte sich Salina Kosgei in 72:27 Minuten vor Pamela Chepchumba (Kenia) und Arsede Habtamu (Äthiopien) durch. Salina Kosgei war das verhaltene Tempo entgegen gekommen, denn zwischenzeitlich hatte sie den Kontakt zur Spitzengruppe verloren und schien schon geschlagen. Kurzfristig hatte Gete Wami auf ihren Start verzichten müssen. Die äthiopische Siegerin der World Marathon Majors-Serie 2006-07 ist verletzt.

ERGEBNISSE:

Männer
1. Patrick Makau Musyoki KEN 59:35
2. Tsegaye Kebede ETH 59:35
3. Dickson Marwa TAN 59:52
4. Fabiano Joseph TAN 59:56
5. Mekubo Moguso KEN 60:35
6. Matthew Koech KEN 60:59
7. Kiplimo Kimutai KEN 61:00
8. Dieudonné Disi RWA 61:07
Frauen
1. Salina Kosgei KEN 72:27
2. Pamela Chepchumba KEN 72:27
3. Arsede Habtamu ETH 72:27
4. Alice Timbilil KEN 72:29
5. Helalia Johannes NAM 72:29
6. Helena Kiprop KEN 72:33

Russin Soboleva bricht 1.500-m-Hallenweltrekord

Yelena Soboleva © www.photorun.net

Yelena Soboleva © www.photorun.net

Jelena Soboleva hat in Moskau ihren eigenen Hallenweltrekord über 1.500 Meter gebrochen. Bei den nationalen Titelkämpfen stürmte die 25-jährige Russin nach 3:58,05 Minuten ins Ziel. Vor zwei Jahren war Soboleva ebenfalls in Moskau 3:58,28 Minuten gelaufen und hatte dabei die Bestmarke der US-Amerikanerin Regina Jacobs (3:59,98) deutlich unterboten. Diese drei Zeiten sind bis heute die einzigen unter vier Minuten in der Halle.

In dem neuesten Moskauer Weltrekordrennen belegten Yulia Fomenko (4:00,21 Minuten) und Yekaterina Martynova (4:03,68) die nächsten Plätze. Yelena Soboleva hatte tags zuvor bei den Titelkämpfen in Moskau auch über 800 Meter für Furore gesorgt. Hier gewann sie in der russischen Rekordzeit von 1:56,49 Minuten. Das ist die viertschnellste je in der Halle gelaufene 800-m-Zeit. Gleich vier Läuferinnen blieben unter zwei Minuten. Der 800-m-Hallenweltrekord von Jolanda Ceplak (Slowenien), die zurzeit aufgrund einer Dopingsperre nicht starten darf, steht bei 1:55,82 Minuten. In der ewigen Weltrangliste folgen dann Stephanie Graf (Österreich/1:55,85) und die früher für die DDR startende Christine Wachtel (1:56,40).

Yelena Soboleva hat in den letzten zwei Jahren schon öfter mit Topzeiten auf sich aufmerksam gemacht. Doch bei großen Titelkämpfen konnte die junge Russin der Favoritenrolle bisher nicht gerecht werden. Nach ihrem Hallenweltrekord vor zwei Jahren wurde sie beim Hallen-WM-Finale wenige Wochen später Zweite. Im Sommer 2006 steigerte sie sich dann auf 3:56,43 Minuten, doch im EM-Finale blieb ihr nur Rang vier. Im vergangenen Jahr war sie mit 3:57,30 die schnellste Läuferin des Jahres weltweit, aber im WM-Finale hatte sie keine Chance gegen Maryam Jamal (Bahrain). Immerhin gewann die Moskauerin als Zweite ihre erste Medaille bei einer großen Freiluft-Meisterschaft. In knapp einem Monat wird Yelena Soboleva nun als Favoritin bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Valencia an den Start gehen.

In Moskau fiel am Sonntag noch ein zweiter Hallen-Weltrekord: Über die allerdings nur selten gelaufene 4×800-m-Staffel gewann ein Frauen-Team aus Sverdlovsk in 8:14,53 Minuten.

Thomas Dold gewinnt Treppenlauf in New York

Thomas Dold hat zum dritten Mal in Folge den Treppenlauf im New Yorker Empire State Building gewonnen. Der Deutsche benötigte für die 86 Stockwerke mit zusammen 1.576 Stufen 10:08 Minuten. Damit hatte der 23-Jährige im Ziel auf der Aussichtsplattform einen Vorsprung von acht Sekunden auf Rickey Gates (Boulder/USA). Obwohl in Deutschland keine vergleichbaren Hochhäuser für Trainingszwecke zur Verfügung stehen, wurde mit Matthias Jahn ein Landsmann von Dold Dritter in 10:56. Schnellste Frau war die Australierin Suzy Walsham. Nach 12:44 Minuten hatte sie ihren Titel ebenfalls verteidigt. Die Amerikanerinnen Cindy Moll-Harris (13:33) und Fiona Bayly (13:57) belegten die Ränge zwei und drei.