Titelverteidiger kehren nach Boston und London zurück

Salina Kosgei und Deriba Merga nach ihrem Sieg beim Boston-Marathon 2009. © www.photorun.net

Salina Kosgei und Deriba Merga nach ihrem Sieg beim Boston-Marathon 2009. © www.photorun.net

Mit Deriba Merga und Salina Kosgei werden beide Titelverteidiger beim Boston-Marathon an den Start gehen. Das Rennen am 19. April ist der erste Lauf des Jahres, der zur World Marathon Majors (WMM)-Serie gehört. Wie der Titelsponsor des Traditionslaufes, der Finanzdienstleister John Hancock, bekannt gab, wurden vier weitere frühere Boston-Sieger für die 114. Auflage des Marathons verpflichtet.

Der Äthiopier Deriba Merga gewann 2009 auf dem hügeligen Kurs in 2:08:42 Stunden und beendete damit die Siegserie von Robert Kipkoech Cheruiyot, der von 2006 bis 2008 dreimal in Folge triumphiert hatte. Der Kenianer wird am 19. April ebenfalls am Start stehen. Cheruiyot, der auch schon 2003 in Boston gewonnen hatte, ist mit einer Zeit von 2:07:14 Stunden auch der Streckenrekordhalter des ältesten City-Marathons. Deriba Merga liegt in der WMM-Serie 2009-2010 zurzeit gemeinsam mit anderen Läufern auf dem zweiten Platz. Mit einem Sieg könnte er zumindest kurzzeitig zum Spitzenreiter Sammy Wanjiru (Kenia) aufschließen, der dann sechs Tage später in London als Titelverteidiger starten wird.

Bei den Frauen kommt es zu einem neuen Aufeinandertreffen zwischen der Kenianerin Salina Kosgei und der Äthiopierin Dire Tune. Im vergangenen Jahr lieferten sich die beiden das knappste Finish in der Geschichte des Frauenrennens von Boston. Kosgei gewann in 2:32:16 Stunden mit nur einer Sekunde Vorsprung vor der Titelverteidigerin. Zwei weitere Siegerinnen der letzten Jahre werden nach Boston zurückkehren: Lidiya Grigoryeva (Russland) holte 2007 den Titel und Catherine Ndereba ist die Rekordgewinnerin bei den Frauen. Viermal (2000, 2001, 2004, 2005) war die Kenianerin bei dem prestigeträchtigen Rennen ganz vorne, außerdem wurde sie zweimal Marathon-Weltmeisterin und holte zwei olympische Silbermedaillen über die klassische Distanz.

In der WMM-Serie 2009-2010 liegt aus der Gruppe der vier Boston-Starterinnen Salina Kosgei am besten im Rennen. Sie ist zurzeit Dritte und würde mit einem erneuten Sieg am 19. April, aber auch mit einem zweiten Platz die Führung übernehmen. Allerdings starten die auf Platz eins stehende Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) und die zweitplatzierte Russin Liliya Shobukhova dann am 25. April beim London-Marathon, wo sie weitere Punkte sammeln dürften.

Zusammen mit den Teilnehmern des Boston-Marathons und den Eliteathleten wird auch in diesem Jahr wieder einer begrenzten Anzahl von Charity-Läufern der Start beim Boston-Marathon ermöglicht, um so Geld für wohltätige Zwecke zu sammeln. Mehr über diese erfolgreiche Initiative erfahren Sie hier.

Irina Mikitenko trotzt dem Winter beim Training für London

Irina Mikitenko triumphiert 2008 zum ersten Mal in London. © www.photorun.net

Irina Mikitenko triumphiert 2008 zum ersten Mal in London. © www.photorun.net

Für Irina Mikitenko hat mitten im Winter die Haupttrainingsphase für den London-Marathon begonnen, bei dem sie am 25. April starten wird. Die 37-jährige Läuferin des TV Wattenscheid wird in der britischen Metropole als Titelverteidigerin antreten und hat sogar die Chance, einen Hattrick zu erreichen. „Es ist mein Ziel, zum dritten Mal in London zu gewinnen, aber ich weiß natürlich, dass es angesichts der starken Konkurrenz sehr schwer wird. Der Virgin London-Marathon ist vergleichbar gut besetzt wie ein Rennen bei einer Weltmeisterschaft. Aber ich laufe gerne in London und nehme die Herausforderung an. Ich hoffe, dass ich mich gut vorbereiten kann”, sagt Irina Mikitenko, die bei ihrem letzten ernsthaften Rennen beim Chicago-Marathon im Oktober Zweite war und damit die World Marathon Majors (WMM)-Serie gewann.

Die Trainingsplanung gestaltet sich angesichts des extremen Winters jedoch nicht einfach für sie. So musste die deutsche Marathonrekordlerin (2:19:19 Stunden) ein Trainingslager im spanischen Albufeira vor kurzem zweimal verlängern, um damit dem Schnee in der Heimat auszuweichen. „Geplant waren ursprünglich zwei Wochen in Spanien, dann wurden es drei und schließlich vier”, erzählt Irina Mikitenko, die in Albufeira bei angenehmen Temperaturen von rund 18 Grad Celsius gut trainieren konnte und bisher auch ohne Erkältungen durch den Winter gekommen ist.

„Hier zu Hause ist es schon schwierig mit dem Training. Im Wald kann man aufgrund des Schnees gar nicht laufen. Ich trainiere zurzeit auf einem Stück Radweg. Mein Mann Alexander hat den teilweise freigeschaufelt.” Auf einem 1,5 km langen Weg läuft sie hin und her, was bei langen Läufen nicht einfach ist. Rund 200 Kilometer pro Woche gilt es in dieser Trainingsphase zu absolvieren. Ist es zu glatt oder rutschig, steigt zudem das Verletzungsrisiko. Tempoläufe, die eigentlich jetzt in die London-Vorbereitung integriert werden sollten, sind nicht möglich. „Wenn die Bedingungen nicht besser werden, fahren wir eventuell noch einmal kurzfristig nach Spanien”, sagt Irina Mikitenko, die in der Vorbereitung auf London voraussichtlich noch ein Rennen über eine kürzere Distanz laufen wird. Ein längeres Höhentrainingslager ist im Vorfeld von London in jedem Fall auch noch vorgesehen.