Tirunesh Dibaba meldet sich mit 15-km-Weltrekord zurück

Die Doppel-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba lief Weltrekord über 15 km. © www.photorun.net

Die Doppel-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba lief Weltrekord über 15 km. © www.photorun.net

Mit einer Weltrekordzeit von 46:28 Minuten gewann die 24-jährige Äthiopierin Tirunesh Dibaba das 15 Kilometer lange Siebenhügelrennen von Nijmegen in Holland und meldete sich damit eindrucksvoll zurück. Die Doppel-Olympiasiegerin von Peking (5.000 und 10.000 Meter) hatte bei den Weltmeisterschaften in Berlin verletzungsbedingt nicht starten können. Jetzt zeigte sie in Nijmegen, dass sie wieder in Topform ist. Die Freude für Familie Dibaba war umso größer, weil ihr Ehemann Sileshi Sihine das Männerrennen in 42:14 Minuten gewann. Auch der Äthiopier hatte verletzungsbedingt nicht an der WM teilnehmen können und feierte nun ein gelungenes Comeback. Beim Fortis ,Zevenheuvelenloop’ gingen gut 24.000 Läufer an den Start.

Tirunesh Dibaba, die in der Sommersaison lediglich drei 5.000-m-Rennen hatte laufen können, rannte von Beginn an ihr eigenes Tempo und stürmte davon. Dabei wurde sie von 5-km-Abschnitt zu 5-km-Abschnitt immer schneller, was angesichts des anspruchsvollen Profils eine beachtliche Leistung war. Das Rennen beginnt und endet auf gut 20 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Der größte der sieben zu überlaufenden Hügel ist immerhin gute 80 Meter hoch. Den 5-km-Punkt erreichte sie nach 15:58 Minuten, die 10-km-Marke passierte die 5.000-m-Weltrekordlerin in 31:23. Für die letzten 5 km benötigte sie dann nur noch 15:05 Minuten. Deutlich vor ihrer Landsfrau Bezunesh Bekele (47:48) und Tetyana Holovchenko (Ukraine/50:33) war Tirunesh Dibaba im Ziel und hatte den Weltrekord um 27 Sekunden unterboten.

Kayoko Fukushi hielt die alte 15-km-Bestmarke: 46:55 Minuten war die Japanerin 2003 als Zwischenzeit im Rahmen des Marugame-Halbmarathons in ihrem Heimatland gelaufen. Ebenfalls in einem Halbmarathon hatte die Britin Paula Radcliffe 2003 den 15-km-Punkt nach 46:41 Minuten erreicht. Jedoch fällt die Strecke beim Great North Run in Newcastle (Großbritannien) leicht ab, so dass dieses Ergebnis nicht offiziell als Rekord geführt wurde. Den Streckenrekord in Nijmegen hielt bisher die Kenianerin Lydia Cheromei mit 47:02 Minuten.

Spannend bis hin zum Zieleinlauf war die Entscheidung im Rennen der Männer. Der mehrfache Olympia- und WM-Zweite über 10.000 m, Sileshi Sihine, hatte sich zwar frühzeitig abgesetzt und an der 5-km-Marke einen Vorsprung von sieben Sekunden auf Nicholas Kiprono (Uganda), Abraham Rotich (Kenia) und Ayele Abshiro (Äthiopien), doch die Verfolger kamen wieder heran und einen wurde Sihine nicht mehr los: Mit Nicholas Kiprono lieferte sich der 26-jährige Äthiopier einen spannenden Spurt um den Sieg. Mit schnellen 42:14 Minuten wurden beide schließlich zeitgleich gewertet, wobei Sihine jedoch vor Kiprono im Ziel war. Abraham Rotich wurde Dritter in 43:04, Ayele Abshiro folgte mit 43:10.

Über 43.000 Läufer im Ziel in New York

Der 40. ING New York City-Marathon am 1. November war das bislang weltweit größte Rennen über diese Distanz: Genau 43.475 Läufer erreichten das Ziel im Central Park. Diese finalen Zahlen gaben die Veranstalter des Rennens, die New York Road Runners, bekannt. Nie zuvor hatte es bei einem Marathon über 40.000 Finisher gegeben.

In New York waren 43.741 Läufer an den Start gegangen, so dass 99,4 Prozent von ihnen das Ziel erreichten. Der New York-Marathon 2007 hatte zuvor mit 38.557 Läufern die höchste Zahl an Zieleinläufern erreicht. In dieser Rangliste belegen verschiedene Auflagen des Rennens durch New York City nun die ersten sechs Plätze. Auf Platz sieben folgt der 100. Boston-Marathon 1996, der damals 35.868 Athleten im Ziel registrierte und für lange Zeit die Nummer eins blieb. Achter ist der Berlin-Marathon 2008 mit 35.783, auf Rang neun schließt sich London 2007 mit 35.700 an.

In New York hatten sich in diesem Jahr 102.486 Läufer um eine Startnummer beworben. In dieser Rangliste führt jedoch ein anderes Rennen mit großem Abstand: 310.000 Meldungen registrierte der Tokio-Marathon! Wer sich im kommenden März im marathonverrückten Japan tatsächlich eine Startnummer abholen darf, entscheidet das Los.

Inga Abitova gewinnt Yokohama-Marathon

Die Spitzengruppe auf dem Weg durch Yokohama. © www.photorun.net

Die Spitzengruppe auf dem Weg durch Yokohama. © www.photorun.net

Einen Monat nach dem Sieg von Liliya Shobukhova in Chicago hat eine weitere russische Läuferin einen erstklassig besetzten Marathonlauf gewonnen: Inga Abitova siegte in Yokohama (Japan) ebenso überlegen wie ihre Landsfrau in den USA. Die 27-Jährige gewann das Rennen in 2:27:18 Stunden bei warmen Temperaturen von rund 20 Grad Celsius.

In Yokohama fand am Sonntag erstmalig ein Frauen-Elitemarathon statt. Der neue Yokohama-Marathon ersetzt das traditionsreiche Frauenrennen von Tokio, das vor einem Jahr im Herbst ein letztes Mal ausgetragen wurde. In der japanischen Hauptstadt gibt es inzwischen nur noch einen Elite- und Massenmarathon, der nun im März stattfindet. Früher gab es in Tokio zwei Marathon-Eliteläufe – einen für die Männer im Februar und einen für die Frauen im November.

Entsprechend gut besetzt war die Premiere. Am Start stand neben der aktuellen Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien) auch die Olympiazweite und zweifache Marathon-Weltmeisterin Catherine Ndereba (Kenia). Doch Constantina Dita konnte am Sonntag in der entscheidenden Phase nicht in das Rennen um den Sieg eingreifen und kam schließlich als Elfte in 2:36:06 Stunden ins Ziel.

Kurz vor der 30-km-Marke hatte Inga Abitova das Tempo forciert und damit die Spitzengruppe auseinander gerissen. Einzig Catherine Ndereba war in der Lage, der Russin noch ein paar Kilometer zu folgen, doch bald darauf konnte auch die Kenianerin nicht mehr mithalten. Inga Abitova, die amtierende 10.000-m-Europameisterin ist und über diese Distanz 2008 Olympia-Sechste war, vergrößerte ihren Vorsprung von Kilometer zu Kilometer. Schließlich war sie in 2:27:18 Stunden vor Kiyoko Shimahara (2:28:51) im Ziel. Die Japanerin überholte in der Endphase des Rennens noch Catherine Ndereba (2:29:13). Vierte wurde die Italienerin Bruna Genovese in 2:29:57. Inga Abitova hatte im Frühjahr erstmals im Marathon auf sich aufmerksam gemacht, als sie sich in London mit einem sechsten Platz auf 2:25:55 Stunden gesteigert hatte. Es war ihr erster Marathonlauf unter 2:30 Stunden.