
Der Zweikampf zwischen Meseret Defar (links) und Tirunesh Dibaba endete in Stuttgart 1 zu 1. © Victah Sailer
Die drittschnellste Halbmarathonzeit aller Zeiten erzielte Zersenay Tadesse bei seinem Sieg in Rotterdam. Mit 59:16 Minuten stellte der 24-jährige Läufer aus Eritrea dabei exakt die Kursrekordzeit des Kenianers Samuel Wanjiru ein, die dieser ein Jahr zuvor bei der Premiere des Rennens gelaufen war. Wanjirus Zeit war 2005 sogar Weltrekord, doch inzwischen liefen Haile Gebrselassie (Äthiopien/58:55 Minuten in Phönix, USA) und Paul Kosgei (Kenia/59:07 in Berlin) schneller.
Tadesse selbst war in Newcastle im vergangenen September sogar schon 59:05 gelaufen, jedoch entspricht die Strecke nicht den Standards, die für die offizielle Anerkennung von Weltrekorden nötig sind.
In dem einmal mehr hochklassigen Rotterdam-Halbmarathon wollte Zersenay Tadesse den Weltrekord von Haile Gebrselassie angreifen. Doch am Ende reichte es dafür nicht ganz, auch weil sich zwischenzeitlich ein taktisches Rennen entwickelt hatte. Robert Kipchumba (Kenia) wurde Zweiter in ebenfalls hochklassigen 59:28 während Solomon Bushendich in 60:13 Rang drei belegte.
Sein enormes Potenzial hatte Zersenay Tadesse schon öfter unter Beweis gestellt. Erst vor zwei Wochen hatte er bei einem der hochkarätigsten 10.000-Meter-Rennen aller Zeiten in Brüssel den zweiten Platz in 26:37,25 Minuten belegt. Der 10.000-m-Olympiadritte hatte erst im Jahr 2002 ernsthaft mit dem Lauftraining begonnen, nachdem er zuvor Radsport betrieben hatte.
Schnellste Frau in Rotterdam war die Britin Mara Yamauchi in 1:10:38. Sie hatte einen deutlichen Vorsprung vor Mindaye Gishu (Äthiopien/1:12:27) und Aya Manome (Japan/1:12:50).
Beim World Athletics Final in Stuttgart waren es einmal mehr die Äthiopier, die abgesehen von den Hindernisrennen, die Läufe dominierten. Dabei stand der Name Bekele gleich zweimal in den Ergebnislisten ganz oben. Zunächst war es der jüngere Bruder des Weltrekordlers, Tariku Bekele, der souverän die 3.000 m in 7:38,98 Minuten gewann. Tags darauf am Sonntag triumphierte Kenenisa Bekele über 5.000 m in 13:48,62 Minuten. Nach einem langsamen Rennen hatte er den Schlussspurt dominiert. Über 3.000 m Hindernis siegte in Abwesenheit des Weltrekordlers Saif Saaeed Shaheen (Katar) der Kenianer Paul Kipsiele Koech in der Topzeit von 8:01,37.
Bei den Frauen gab es das große äthiopische Duell zwischen Tirunesh Dibaba und Meseret Defar gleich zweimal. Nachdem Defar ihre Konkurrentin eine Woche zuvor beim Golden-League-Finale in Berlin um den großen Jackpot gebracht hatte, nahm Dibaba zunächst Revanche für diese Niederlage und gewann die 5.000 m in 16:04,77 Minuten mit der Winzigkeit von einer Hundertstelsekunde Vorsprung. Doch tags darauf über 3.000 m war Defar wiederum vorne: Sie lief 8:34,22 Minuten, Dibaba war nach 8:34,74 im Ziel.
Irina Mikitenko und Carsten Eich haben bei den Deutschen Meisterschaften im 10-Kilometer-Straßenlauf in Regensburg die Titel gewonnen. Während die Läuferin des TV Wattenscheid die 10-km-Strecke nach 32:30 Minuten mit großem Vorsprung absolviert hatte, lief Carsten Eich (Rhein-Marathon Düsseldorf) nach 29:18 ins Ziel.
Zu einem neuen Duell mit Sabrina Mockenhaupt kam es bei den 10-km-Straßenmeisterschaften nicht. Mockenhaupt war am Wochenende weder in Regensburg noch beim World Athletics Final in Stuttgart, für das sie eine Wild Card erhalten hatte, am Start. Bei der EM hatte sie Mikitenko ausgetrickst und auf den letzten 150 Metern des 10.000-m-Finales überholt, nachdem sie sich zuvor komplett von ihr hatte ziehen lassen.
So war die 34-jährige Irina Mikitenko, die sich zukünftig auf den Marathon konzentrieren möchte, in Regensburg ungefährdet und gewann vor Susanne Hahn (SV Saar/34:01) und der Juniorin Simret Restle (Eintracht Frankfurt/34:11).
Bei den Männern fiel die Entscheidung wesentlich knapper aus. Doch auch hier setzte sich der Routinier durch: Carsten Eich gewann in seiner voraussichtlich letzten Saison den Titel mit zwei Sekunden Vorsprung vor Stefan Koch (TV Wattenscheid/29:20) und Embaje Hedrit (Eintracht Braunschweig/29:53).