
Zersenay Tadesse, hier bei der Cross-WM vor Kenenisa Bekele, siegte in Zaandam. © www.photorun.net
Zersenay Tadesse (Eritrea) hat den ,Dam tot Dam’-Lauf gewonnen an dem sich am Sonntag rund 35.000 Läufer beteiligten. Das traditionelle holländische 10-Meilen-Rennen, das zum 23. Mal stattfand, führt von Amsterdam über 10 Meilen nach Zaandam. Tadesse siegte überlegen in 45:52 Minuten während die Äthiopierin Belaynesh Fikadu das Rennen der Frauen in 52:58 für sich entschied.
Zersenay Tadesse fügte einer Reihe von internationalen Achtungserfolgen nunmehr einen weiteren hinzu. Der 25-jährige Läufer aus Eritrea, der bereits 2004 Olympia-Dritter über 10.000 Meter war, wurde vor knapp einem Jahr Straßenlauf-Weltmeister über 20 km. Im März war er es, der als Crosslauf-Weltmeister Nachfolger von Kenenisa Bekele (Äthiopien) wurde. Während des Zweikampfes gegen Tadesse hatte Bekele aufgegeben. Der Läufer aus Eritrea wird voraussichtlich bei den Halbmarathon-Weltmeister- schaften in Udine (Italien) im Oktober an den Start gehen.
Beim Dam tot Dam-Rennen hatte Zersenay Tadesse fast eine halbe Minute Vorsprung auf Bernard Kipyego (46:21). Dritter wurde mit James Rotich (46:50) ein weiterer Kenianer. Belaynesh Fikadu ließ bei ihrem Sieg die wahrscheinlich zum letzten Mal für Kenia startende Hilda Kibet (53:27) klar hinter sich. Kibet soll in zwei Wochen die holländische Staats- bürgerschaft erhalten. Sie ist die zweite kenianische Weltklasseläuferin nach Cross-Weltmeisterin Lornah Kiplagat, die dann für die Niederlande starten wird. Dritte wurde Pauline Wangui (Kenia) in 53:44 Minuten.
Wami jagt Jackpot und startet nach Berlin auch in New York

Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe startet ihr Comeback. © www.photorun.net
Gete Wami wird mit einem im Elitebereich einmaligen Doppelstart versuchen, den mit 500.000 Dollar dotierten Jackpot der World Marathon Majors (WMM) zu gewinnen. Die äthiopische Marathonläuferin geht zunächst als Titelverteidigerin am Sonntag beim real,- Berlin-Marathon an den Start. Fünf Wochen später wird sie dann auch beim ING New York City-Marathon starten – der Finalstation der WMM-Serie 2006-2007.
Während ihr Landsmann Haile Gebrselassie in Berlin den Weltrekord im Visier hat, hat Gete Wami ein anderes Ziel: Sie möchte in der WMM-Serie die Führung übernehmen. Im vergangenen Jahr hatten sich die bedeutendsten Marathonrennen der Welt – der Boston-Marathon, der London-Marathon, der Berlin-Marathon, der Chicago-Marathon und der New York-Marathon – zu den WMM zusammengeschlossen. In einer zweijährigen Serie können die stärksten Marathonläufer der Welt Punkte sammeln. Der beste Mann und die beste Frau teilen sich am Ende einer Serie einen Jackpot von einer Million US-Dollar. Die erste Serie endet nun am 4. November beim New York City-Marathon. Gewinnt Gete Wami in Berlin würde sie die Führung in der WMM-Serie übernehmen. Wird sie Zweite, würde sie gleichziehen mit der derzeit führenden Jelena Prokopcuka (Lettland), die sich auf den New York-Marathon vorbereitet. Sollten beide am Ende der Serie punktgleich sein, würde der direkte Vergleich in New York den Ausschlag geben.
Gete Wami hat sich seit Monaten auf diesen Doppelstart vorbereitet. Da in Berlin unter anderen die Japanerin Naoko Sakamoto (Bestzeit: 2:21:51 Stunden) am Start sein wird, dürfte es für Wami jedoch kaum möglich sein, bei diesem Rennen Kräfte zu sparen. Wami gewann im vergangenen Jahr in Berlin in persönlicher Bestzeit von 2:21:34.
Svetlana Zakharova auf Streckenrekordjagd in Frankfurt
Die russische Weltklasseläuferin Svetlana Zakharova (Bestzeit: 2:21:31 Stunden) gab währenddessen ihre Startzusage für den Dresdner Kleinwort Frankfurt-Marathon am 28. Oktober. Für die 37-jährige Russin Zakharova ist es der erste Marathonstart nach ihrer Babypause, ihr letztes Rennen über die klassische Distanz von 42,195 Kilometern hatte sie im November 2005 in Tokio bestritten. Damals wurde sie Vierte in 2:26:55 Stunden. In dieser Saison hat sich die Russin mit einer 71-Minuten Halbmarathonzeit zurückgemeldet, außerdem lief sie knapp über 32 Minuten über 10 km.
Ihre beste Saison hatte Svetlana Zakharova im Jahr 2003 mit Siegen beim Traditions-Marathon von Boston (2:25:20) sowie sechs Monate später in Chicago (2:23:07). „Svetlana kommt mit einer klaren Zielsetzung nach Frankfurt: Sie möchte den Streckenrekord verbessern“, sagt der Sportliche Leiter des Rennens, Christoph Kopp. Der Kursrekord in der Börsenmetropole wird seit zwei Jahren von der Russin Alevtina Biktimirova (2:25:12) gehalten. Svetlana Zahkarova ist nicht nur eine Tempo- sondern auch eine Meisterschaftsläuferin. Bei der WM 2001 in Edmonton kam sie auf Rang drei (2:26:17), zwei Jahre bei dem sehr schnellen WM-Rennen in Paris wurde sie Neunte (2:26:53). Ihre Tochter kam im Oktober 2006 zur Welt, seit März befindet sich die Russin wieder im Training. Eine schnellere Rekordzeit als Svetlana Zakharova hatte übrigens noch keine Starterin in Frankfurt.
Paula Radcliffe startet Comeback in Newcastle
Die Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe wird nach einer Babypause am kommenden Sonntag beim BUPA Great North Run in Newcastle ihr Comeback starten. Die 33-jährige Britin, die in London 2003 über die 42,195 km 2:15:25 Stunden gelaufen war, hatte eine Wettkampfpause von 21 Monaten. Paula Radcliffe hatte nach der Geburt ihrer Tochter im Januar zunächst ein früheres Comeback avisiert und wollte ursprünglich bei der WM in Osaka über 10.000 Meter antreten. Jedoch warf sie ein Ermüdungsbruch zurück.
Beim Great North Run, einem Halbmarathon, hält Paula Radcliffe seit 2003 ebenfalls den Streckenrekord mit 65:40 Minuten. Dies ist über die 21,0975 km die schnellste Zeit aller Zeiten, jedoch fällt die Strecke des Kurses in Nordostengland stärker ab als für die Anerkennung von offiziellen Rekorden erlaubt.
„Es war frustrierend für mich, so lange pausieren zu müssen und speziell die WM zu verpassen, denn das 10.000-Meter-Finale schien ein wesentlich offeneres Rennen zu sein als in den Jahren zuvor. Aber ich musste mich gedulden und so lange warten, bis sich mein Körper vollständig erholt hatte“, erklärte Paula Radcliffe, die beim Silvesterlauf in Madrid 2005 ihr letztes Rennen bestritten hatte. Danach hatte sie Anfang 2006 zunächst eine Fußverletzung gestoppt, und anschließend kam die Schwangerschaft.
„Ich habe die Wettkämpfe wirklich vermisst, und ich freue mich jetzt umso mehr, wieder starten zu können. Ich denke, dass ich jetzt wieder eine gute Leistung zeigen kann. Ich habe mich für Newcastle entschieden, weil ich mit einem qualitativ guten und schnellen Rennen beginnen möchte. Zudem habe ich schöne Erinnerungen an diesen Lauf“, erklärte Paula Radcliffe.