Saif Saaeed Shaheen schaffte das Doppel, Tirunesh Dibaba und Meseret Defar konnten nicht aufeinandertreffen, und Kenenisa Bekele musste zum Saisonabschluss eine überraschende Niederlage einstecken – das waren die Lauf-Highlights beim IAAF-Weltcup-Finale in Athen an diesem Wochenende.
Am Sonnabend gewann Saif Saaeed Shaheen zunächst die 5.000 Meter und machte daraus ein abwechslungsreiches Rennen. Der frühere Kenianer, der seit 2003 für Katar startet, ging in der Mitte des Laufes deutlich in Führung, ließ sich dann aber wieder zurückfallen. Nachdem er eingeholt worden war, sprintete der Hindernis-Weltrekordler knapp 700 Meter vor dem Ziel wieder davon. Und dieses Mal verteidigte er seinen Vorsprung ins Ziel, das er nach 13:35,30 Minuten erreichte. Mike Kigen (Kenia/13:36,19) und Matt Tegenkamp (USA/13:36,83) konnten den Abstand zwar am Ende noch einmal verkürzen, Shaheen jedoch nicht gefährden. Shaheen, der vor einer Woche auf den Start beim World Athletics Final verzichtet hatte, um sich zu schonen, gewann tags darauf auch die 3.000 m Hindernis in 8:19,09 Minuten vor dem Kenianer Paul Kipsiele Koech (Kenia/8:19,37). Der Doppelsieger von Athen plant nun, auch bei der WM in Osaka 2007 beide Distanzen zu laufen.
Über 3.000 m gab es eine Überraschung. Denn im Endspurt siegte dieses Mal nicht Kenenisa Bekele. Der 5.000-m-Weltrekordler und Weltcup-Sieger musste sich dem Australier Craig Mottram geschlagen geben, der knapp 300 m vor dem Ziel die Führung übernommen hatte und Bekele nicht mehr vorbei ließ. Mottram gewann in 7:32,19 klar vor dem Äthiopier (7:36,25), der sich bereits am Ende der Golden League nach vielen Rennen nicht mehr frisch fühlte. „Es war schwer heute, ohne Pacemaker zu rennen”, sagte Bekele.
Bei den Frauen konnten die beiden Äthiopierinnen Meseret Defar und Tirunesh Dibaba aufgrund der Weltcup-Situation nicht aufeinandertreffen. Über 5.000 m war Meseret Defar im Team Afrika ungefährdet. Sie übernahm unmittelbar nach dem Start die Führung und gab sie nicht mehr ab. Nach 14:39,11 Minuten war die Weltrekordlerin im Ziel. Mit großem Abstand folgte die Russin Liliya Shobukhova (15:05,33). Im 3.000-m-Rennen lief Tirunesh Dibaba für Afrika ebenfalls zu einem ungefährdeten Sieg in 8:33,78. Lidia Chojecka (Polen) wurde in 8:39,69 Minuten Zweite.
Es war eine ruhige Woche im europäischen Straßenlauf. Bei einem 10-km-Rennen in Prag siegte der Kenianer Wilson Kiprotich Kebenei in 28:05 Minuten. Bemerkenswert daran war, dass er den zwei Jahre alten Streckenrekord von Haile Gebrselassie (Äthiopien) um zwei Sekunden verbesserte. Geoffrey Kipngeno (Kenia) wurde Zweiter in 28:45 während Sergey Lebid (Ukraine/29:02) Platz drei belegte.
Während die World Marathon Majors am kommenden Sonntag mit dem Berlin-Marathon das erste Herbst-Rennen starten, gab der Chicago-Marathon die Kenianer Robert K. Cheruiyot und Benjamin Maiyo für das Top-Starterfeld am 22. Oktober bekannt. Die beiden werden auf den Titelverteidiger Felix Limo (Kenia) treffen.
Der 27-jährige Cheruiyot hatte zuletzt den Boston-Marathon am 17. April in neuem Streckenrekord von 2:07:14 gewonnen. Der Sieg war der zweite Titel für den Kenianer in Boston, nachdem er 2003 in 2:10:11 schon einmal dort gewonnen hatte. Cheruiyot führt zurzeit, zusammen mit seinem Landsmann Felix Limo, die World Marathon Majors-Wertung an. Da auch Limo am 22. Oktober in Chicago läuft, würde ein Sieg für einen der beiden einen klaren Vorsprung in der Serie für 2007 bedeuten. Der 27-jährige Maiyo kam in Boston im Frühjahr als Zweiter hinter Cheruiyot mit 2:08:21 ins Ziel. Seine Bestleistung (2:07:09) hatte er mit einem zweiten Platz beim letztjährigen Chicago-Marathon aufgestellt.