Von Jörg Wenig

Paula Radcliffe kann am Sonntag zum vierten Mal in New York gewinnen. © www.photorun.net
In New York fällt am Sonntag einmal mehr der Startschuss zu dem Marathonspektakel schlechthin. Bis zu 40.000 Teilnehmer aus aller Welt werden auf der Verrazano Bridge das Rennen beginnen, ein Millionenpublikum wird an der Strecke erwartet. Erstklassig besetzt sind die Elitefelder des ING New York City-Marathons, der seit einigen Jahren der größte Marathonlauf der Welt ist. Die letzten vier Auflagen stehen gemessen an den Zielzahlen auf den ersten vier Plätzen in der Liste der größten Marathonrennen aller Zeiten: 38.557 waren im Jahr 2007 im Ziel, 38.096 waren es 2008, 37.954 vor drei Jahren und 36.856 im Jahr 2005.
Am Sonntag wird in New York zudem ein Jubiläum gefeiert, denn das Rennen wird zum 40. Mal gestartet. Aus diesem Grund haben sich die Veranstalter einen besonderen Bonus innerhalb des Preisgeldsystems ausgedacht: Die drei Athleten, die in vergangenen Jahren schon einmal in New York gewonnen haben, erhalten am Sonntag im Falle eines erneuten Triumphes 200.000 US-Dollar für den Sieg. Die normale Siegprämie beträgt 130.000 Dollar.
Erste Anwärterin auf einen Sieg in New York ist Paula Radcliffe – vorausgesetzt die Britin ist fit. In den vergangenen Wochen gab es Spekulationen bezüglich der Form der Marathon-Weltrekordlerin (2:15:25 Stunden), nachdem sie kurzfristig auf den Start bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Birmingham (GB) verzichtet hatte. Eine Angina stoppte Paula Radcliffe Anfang Oktober. Doch vor wenigen Tagen erklärte die 35-Jährige gegenüber britischen Medien: „Ich freue mich, dass ich nach verschiedenen verpassten Rennen nun in New York an den Start gehen kann, und ich möchte dort wirklich gut laufen. Das Training war gut, und ich würde nicht starten, wenn ich nicht glauben würde, dass ich das Rennen gewinnen kann.”
Genau ein Jahr wird es her sein, seit Paula Radcliffe zum letzten Mal einen Marathon gelaufen ist. In New York startet sie als Titelverteidigerin und könnte das Rennen zum dritten Mal hintereinander und zum vierten Mal insgesamt gewinnen. 2004 triumphierte Paula Radcliffe zum ersten Mal in der Stadt. Ist sie in Topform, könnte der sechs Jahre alte Kursrekord von Margaret Okayo (Kenia/2:22:31) am Sonntag ein Ziel sein. Stärkste Konkurrentin dürfte die Boston-Siegerin Salina Kosgei (Kenia/Bestzeit: 2:23:22) sein. Weitere Gegnerinnen sind die Russin Ludmila Petrova (2:21:29) und die Japanerin Yuri Kano (2:24:27), die jedoch vor erst gut zwei Monaten bei der WM in Berlin Marathon gelaufen ist.
Sehr stark besetzt ist das Männerennen in New York. Zwölf Athleten sowie ein Master-Läufer (Wertung ab 40 Jahre) gehen mit Bestzeiten von unter 2:10 ins Rennen. Die Amerikaner hoffen dabei auf Ryan Hall, der sich im vergangenen Jahr in London als Fünfter auf starke 2:06:17 Stunden gesteigert hatte. Als große Favoriten gelten der zweimalige New York-Sieger Marilson Gomes dos Santos (Brasilien/2006 und 2008/Bestzeit: 2:08:37), der zweimalige Weltmeister Jaouad Gharib (Marokko/2:05:27) sowie die Kenianer James Kwambai (2:04:27) und Patrick Makau (2:06:14). Absagen mussten der frühere Marathon-Weltrekordler Paul Tergat und sein Landsmann Martin Lel. Beide Kenianer laborieren an Verletzungen.
Bereits entschieden ist die in New York endende World Marathon Majors (WMM)-Serie 2008-2009. Sammy Wanjiru (Kenia) und Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) teilen sich den Jackpot von einer Million Dollar.