Sabrina Mockenhaupt überzeugt in Oslo

Sabrina Mockenhaupt © www.photorun.net

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Die Bahn-Saison der Leichtathleten steht in den Sommermonaten in Europa im Mittelpunkt – das gilt auch für die Langstreckenläufer. Dabei läuft es nicht ganz optimal für Sabrina Mockenhaupt (Köln-Marathon) in dieser Saison, obwohl sie international jetzt zum zweiten Mal binnen neun Tagen ein couragiertes 5.000-m-Rennen gezeigt hat. In Oslo war sie im Weltrekordlauf der Äthiopierin Meseret Defar Achte in 15:10,32 Minuten. Jetzt wurde sie beim Europacup in einem Hitzerennen Zweite in 15:23,96. Doch es sind die Normen, die ihr dieses Jahr Probleme bereiten. Weder über 10.000 m noch über 5.000 m hat Sabrina Mockenhaupt den Richtwert für die Weltmeisterschaften erreicht.

Über 10.000 Meter jagte sie die Zeit, nachdem sie beim 10.000-m-Europacup aufgegeben hatte. In Zeulenroda wurde Sabrina Mockenhaupt dabei zwar Deutsche Meisterin, doch in dem windanfälligen Stadion machte ihr die Brise einen Strich durch die Rechnung. Nach 31:56,09 war sie im Ziel, gut 16 Sekunden über dem Richtwert. In Oslo war es dann wesentlich knapper. Über 5.000 m fehlten nur gut eineinhalb Sekunden zu den gefragten 15:08,70. Das war ärgerlich für die 26-Jährige, zumal eine Normjagd beim Europacup wohl wenig Erfolg versprechend gewesen wäre. Die DLV-Funktionäre hatten ihr zuvor zudem bedeutet, dass eine gute Platzierung in München Priorität haben sollte. Dieses Soll hat Sabrina Mockenhaupt erfüllt. „Ich denke, ich habe gute Werbung für mich gemacht. Jetzt werde ich abwarten, wie der DLV entscheidet.“

Shalane Flanagan © www.photorun.net

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Da auch keine andere deutsche Läuferin die 10.000-m-Norm erreicht hat und Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) sich nun voll auf die Marathonvorbereitungen konzentriert, dürfte Sabrina Mockenhaupt über die B-Norm über 10.000 m nominiert werden. Ein 5.000-m-WM-Start ist für die Läuferin ohnehin kein Thema, diese Norm wäre nur eine Brücke gewesen für einen 10.000-m-Start. Denn mit Blick auf ihr Marathontraining für das Debüt in Köln im Oktober macht nur die 10.000-m-Strecke bei der WM Sinn. „Das passt mit dem Ausdauertraining für den Marathon zusammen“, sagt Sabrina Mockenhaupt.

Die Normjagd hat sie deswegen jetzt eingestellt. „Ich will nicht noch länger der Norm hinterher rennen. Stattdessen fahre ich morgen ins Trainingslager nach St. Moritz und werde dann noch einmal aus dem Training heraus bei den Deutschen Meisterschaften über 5.000 Meter laufen“, sagte Sabrina Mockenhaupt am Sonntag. Dann ist sie gespannt, ob sie der DLV mit nach Osaka nimmt oder nicht. In der Schweiz wird sie mit Marathonläuferin Ulrike Maisch (LAV Rostock), Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) und André Pollmächer (LAC Chemnitz) trainieren. „Darauf freue ich mich – und es gibt keinen Zickenkrieg zwischen mir und Irina, das ist Quatsch.“

Das Ziel für den Köln-Marathon am 7. Oktober ist inzwischen auch gesetzt: Sabrina Mockenhaupt möchte bei ihrem Debüt über die 42,195 km unter 2:31 Stunden laufen. Das ist nämlich die Norm für die Olympischen Spiele 2008. Für Peking möchte sie sich zumindest die Option Marathon offen halten. „Aber erst mal muss ich natürlich überhaupt erst einmal einen Marathon gelaufen sein.“ Das Zeitziel zu erreichen wird, wenn man davon ausgeht, dass Sabrina Mockenhaupt in Osaka 10.000 m laufen wird, angesichts der relativ kurzen Vorbereitungszeit gar nicht so einfach.

Flanagan und Kastor überzeugen bei US-Meisterschaften

Shalane Flanagan sorgte für den Höhepunkt über die Langstrecken bei den US-Meisterschaften in Indianapolis, die zugleich die Qualifikationsrennen für die Ende August beginnenden Weltmeisterschaften in Osaka waren. Die 25-Jährige, die in der Halle in dieser Saison bereits US-Meisterin über 3.000 m geworden war, gewann das 5.000-m-Finale in flotten 14:51,75 Minuten. Mit deutlichem Rückstand folgten Jennifer Rhines (15:08,53) und Michelle Sikes (15:09,28).

Shalane Flanagan hatte schon nach 1000 Metern die Führung übernommen und war ihr eigenes Tempo gelaufen. „Ich war nicht ganz so geduldig heute. Ich weiß, dass es in Osaka anders laufen muss – da werde ich auf dem letzten Kilometer sehr stark sein müssen“, sagte Shalane Flanagan.

Ebenso souverän qualifizierte sich Deena Kastor für die WM. Die Marathonläuferin, die im Mai aufgrund einer Hautkrebserkrankung aus der Bahn geworfen wurde, gewann das 10.000-m-Rennen bei den Meisterschaften in 31:57,00 Minuten. Bei warmen und feuchten Wetterbedingungen, wie sie auch in Osaka erwartet werden, löste sich Deena Kastor bereits nach drei Runden von ihren Konkurrentinnen. Kara Goucher wurde in 32:33,80 Minuten Zweite. Rang drei belegte Katie McGregor mit 32:44,69. „Es war schön für mich, auf die Bahn zurückzukehren und gleich zu gewinnen“, erklärte Deena Kastor, die mit 30:50,32 Minuten auch US-Rekordlerin über die 10.000 m ist.

KIMbias Matt Tegenkamp für WM qualifiziert

Bis zur Zielgeraden lag im 5.000-m-Finale der Männer Matt Tegenkamp, der zur KIMbia-Trainingsgruppe gehört, in Führung. Doch dann kam der erwartete Angriff von Bernard Lagat, der schließlich in 13:30,73 Minuten vor Tegenkamp (13:31,31) gewann. Dritter wurde Adam Goucher in 13:31,50.

„Ich wusste, dass meine Führungsarbeit keine Sieggarantie bedeuten konnte“, sagte Matt Tegenkamp, der sich zum ersten Mal in seiner Karriere für die Weltmeisterschaften qualifizierte. „Bei der WM in Osaka möchte ich ins Finale“, sagte der 25-Jährige.

Bernard Lagat hatte gut zwei Stunden vor dem 5.000-m-Finale bereits einen 1.500-m-Vorlauf bestritten. Zwei Tage später belegte er dann im Finale über die 1.500 m in 3:35,55 Minuten Rang drei, der ebenfalls zur WM-Qualifikation reicht. Hier siegte Alan Webb in 3:34,82 vor Leonel Manzano (3:35,29).

Das 10.000-m-Rennen entschied Abdi Abdirahman in 28:13,51 Minuten vor Galen Rupp (28:23,31) und Dathan Ritzenhein (28:31,88) für sich. Der neue US-Marathonstar Ryan Hall, der in London bei seinem Debüt als Siebenter in 2:08:24 Stunden überzeugt hatte, war zunächst in der Führungsgruppe, fiel aber schließlich noch auf Rang sieben zurück (28:51,77).

Großer Zulauf auf Europas Top-Straßenläufe

Die großen europäischen Läufe haben weiterhin starken Zulauf. Der traditionelle Dam tot Damloop, der am 23. September mit Streckenlängen von zehn und vier Meilen stattfindet, ist bereits jetzt ausgebucht: 35.000 Läufer haben sich für das Spektakel, das im Zentrum von Amsterdam gestartet wird und im Vorort Zaandam endet, bereits gemeldet. Der größte holländische Lauf findet bereits zum 23. Mal statt, die Streckenrekorde halten Paul Koech (Kenia/45:27) und Ingrid Kristiansen (Norwegen/50:31).

Deutliche Zuwachsraten verzeichnet auch der Dresdner Kleinwort Frankfurt-Marathon, der am 28. Oktober stattfindet. Beim Rennen über die 42,195 km registrieren die Veranstalter von Deutschlands ältestem Stadtmarathon zurzeit ein Plus von über 15 Prozent im Vergleich mit dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Im vergangenen Jahr startete die Rekordzahl von über 11.000 Marathonläufern. Anmeldungen sind online möglich unter: www.frankfurt-marathon.com