Running News: Defar läuft 5.000-m-Weltrekord in New York

Meseret Defar in New York. © Victor Sailer

Meseret Defar in New York. © Victor Sailer

Eine Äthiopierin sorgte für den ersten läuferischen Höhepunkt der Bahnsaison: Meseret Defar wurde beim New Yorker Reebok Grand-Prix-Meeting am Sonnabend zur ersten afrikanischen 5.000-Meter-Weltrekordlerin der Leichtathletik-Geschichte. Die 22-Jährige lief 14:24,53 Minuten und blieb damit genau 0,15 Sekunden unter der alten Marke von Elvan Abeylegesse. Die Türkin – vor ihrem Nationenwechsel ebenfalls Äthiopierin – war vor zwei Jahren im norwegischen Bergen Weltrekord gelaufen.

Die äthiopische 5.000-m-Olympiasiegerin sicherte sich den Weltrekord, indem sie die letzte Runde in knapp 61 Sekunden sprintete. „Haile Gebrselassie hatte mir Mut gemacht. Er hatte gesagt: Fahre nach New York, ich weiß, dass Du den Weltrekord brechen kannst. Ich war dann sehr zuversichtlich, als ich die Durchgangszeit eine Runde vor Schluss sah”, erklärte Meseret Defar und fügte hinzu: „Ich werde versuchen, diesen Weltrekord weiter zu verbessern. In dieser Saison möchte ich fünf Golden-League-Meetings rennen. Und ich hoffe, dass ich alle gewinne.”

Der Kenianer Abraham Chebii brach in New York mit 13:04,55 Minuten den US-All-Comers-Rekord über 5.000 m. Damit lief er schneller als Said Aouita (Marokko/13:05,59), der 1984 mit dieser Zeit Olympiasieger in Los Angeles geworden war.

Schock für Bekele in Oslo

Tags zuvor hatte in Oslo die hochkarätige IAAF-Golden-League-Serie begonnen. Und es gab gleich zu Beginn eine dicke Überraschung: Einer der ganz großen Jackpot-Favoriten musste eine Niederlage einstecken. Völlig überraschend gewann der Kenianer Isaac Songok das 5.000-m-Rennen gegen den Weltrekordler Kenenisa Bekele (Äthiopien). Nun muss Bekele bei den verbleibenden fünf IAAF-Golden-League-Meetings gewinnen, um wenigstens noch an der Hälfte des Jackpots (500.000 Dollar) beteiligt zu sein.

Kenenisa Bekele, sonst im Spurt fast unschlagbar, verlor ausgerechnet ganz am Ende im Schlussspurt gegen Isaac Songok, der in 12:55,79 Minuten eine neue Jahresweltbestleistung aufstellte. Der Kenianer, der bei der Cross-WM im April über die 4-Kilometer-Kurzstrecke den zweiten Platz hinter Kenenisa Bekele belegt hatte, ließ seinem großen Rivalen auf den letzten 150 Metern keine Chance.

Das letzte Mal, dass Kenenisa Bekele ein 5.000-m-Rennen verloren hatte, lag fast zwei Jahre zurück. Damals unterlag er im olympischen Finale von Athen dem Marokkaner Hicham El Guerrouj. In Oslo lief Bekele nun 12:58,22 Minuten, wobei mit Mike Kigen ein weiterer Kenianer sehr dicht dahinter folgte. Kigen wurde in 12:58,58 Dritter. „Ich bin selbst am meisten überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass es möglich sein könnte, dieses Rennen zu gewinnen. Aber ich fühlte mich sehr stark und hatte noch viel Kraft auf der letzten Runde”, sagte Isaac Songok.

Eine andere äthiopische Jackpot-Hoffnung gab sich keine Blöße: Tirunesh Dibaba zeigte ihre hervorragenden Sprint-Qualitäten und gewann ein hochklassiges 5.000-m-Rennen. Dibaba, die im vergangenen Jahr bei der WM in Helsinki sowohl über 5.000 als auch über 10.000 m die Goldmedaille gewonnen hatte, stellte eine persönliche Bestzeit von 14:30,40 Minuten auf. Sie setzte sich dabei gegen ihre ältere Schwester Ejegayehu (14:33,52) und die Kenianerin Edith Masai durch. Masai lief mit 14:33,84 Minuten einen kenianischen Rekord. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Rennen – der Zeit und dem Sieg. Ich habe mich stark gefühlt”, sagte Tirunesh Dibaba, die am Tage ihre 21. Geburtstages in Oslo gewann.

Benita Johnson gewinnt 5 km in New York

Am selben Tag an dem Meseret Defar in New York den 5.000-m-Weltrekord brach, fand in Manhattan der ,Freihofer’s Run for Women 5K’ statt. Auch dieser Lauf war hochklassig besetzt. Im strömenden Regen gewann die Australierin Benita Johnson das Rennen in 15:27 Minuten mit zwei Sekunden Vorsprung vor Natalya Berkut (Ukraine/15:29). Dritte wurde Lornah Kiplagat. Die für Holland startende frühere Kenianerin lief 15:47.

Tolossa und Chelangat gewinnen Rock ‘n’ Roll Marathon

Mit einem Feld von rund 20.000 Läufern fand am Sonntag der Rock ‘n’ Roll-Marathon in San Diego (USA) statt (6. Juni). Darunter waren auch Halbmarathon-Läufer, doch das Hauptrennen war das über die klassische Marathondistanz. Dabei bezwang der Äthiopier Ambesse Tolossa eine Reihe von starken Kenianern. Nach einer überzeugenden Leistung in der zweiten Hälfte siegte er in 2:10:08 Stunden vor Simon Bor (Kenia/2:10:37) und Stephen Kiogora (Kenia/2:11:45). Alice Chelangat war die schnellste Frau. Die Kenianerin lief 2:28:21 und lag damit vor ihrer Landsfrau Hellen Kimutai (2:28:44). Dritte wurde Lyubov Morgunova (Russland/2:29:39).