Peninah Arusei bricht Streckenrekord in Berlin

Peninah Arusei gewinnt mit Streckenrekord im Berliner Olympiastadion. © www.photorun.net

Peninah Arusei gewinnt mit Streckenrekord im Berliner Olympiastadion. © www.photorun.net

Samuel Karuku siegt in Berlin. © www.photorun.net

Samuel Karuku siegt in Berlin. © www.photorun.net

Einen kenianischen Doppelsieg gab es beim traditionellen Berliner 25-km-Lauf. Während sich überraschend Samuel Karuku in hochklassigen 1:13:49 Stunden durchsetzte, stellte seine Landsfrau Peninah Arusei mit 1:24:10 einen Streckenrekord auf. Gemessen an den zwei Siegzeiten war diese Auflage des 25-km-Rennens in Berlin die hochklassigste seit Bestehen des Rennens 1981. Der neue Veranstalter ,Berlin läuft’ registrierte alles zusammen 8.142 Teilnehmer aus 23 Nationen. Dies ist ein Zuwachs von über 1.000 Läufern verglichen zum vergangenen Jahr, obwohl die Organisatoren um Gerhard Janetzky das Skater-Rennen aus dem Programm gestrichen hatten, um die Läufer wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Über 50.000 Zuschauer standen an der Strecke.

„Ich hatte gut trainiert und wusste, dass ich schnell laufen würde“, erklärte der 28-jährige Samuel Karuku, der eine Weltklassezeit erzielte. Bereits bei Kilometer sieben, nachdem der Tempomacher John Mutai (Kenia) viel früher als geplant aus dem Rennen gegangen war, hatte er sich aus der Spitzengruppe gelöst. „Ich hatte dem Pacemaker immer wieder gesagt, dass er schneller laufen sollte. Als er dann raus ging, bin ich alleine an die Spitze gegangen“, erzählte Samuel Karuku, der fortan zwischen 50 und 100 Metern vor dem Feld herlief. Obwohl hinter ihm lange Zeit eine kompakte Gruppe zusammen lief, gelang es ihnen nicht mehr, die Lücke zu schließen.

Als Karuku die 20-km-Marke nach 58:30 Minuten erreichte, hatte der 14 Sekunden zurückliegende Patrick Ivuti (Kenia) die Verfolgung aufgenommen. Es sah so aus, als ob der Chicago-Marathon-Sieger Ivuti, der sich nach einer überstandenen Malaria-Erkrankung kurzfristig noch zum Start entschlossen hatte, herankommen könnte. Doch Samuel Karuku, der in der Nähe von Nairobi unter anderem zusammen mit Isaac Macharia (Zweiter beim Dubai-Marathon hinter Haile Gebrselassie) reagierte und hielt die Führung. Patrick Ivuti wurde am Ende mit 1:14:04 Zweiter, Gilbert Chepkwony (Kenia) belegte Rang drei mit 1:14:11. „Es geht mir jetzt wieder gut. Und dies war ein sehr guter Test für meinen nächsten Marathon in San Diego am 1. Juni. Dort möchte ich meine persönliche Bestzeit von 2:07:46 Stunden unterbieten“, erklärte Patrick Ivuti. Bester Deutscher war Dennis Mehlfeld (Lübecker SC) auf Rang 13 in 1:24:19.

Zum achten Mal in Folge gab es bei dem 25-km-Rennen sowohl bei den Männern als auch den Frauen kenianische Sieger. Bei den Frauen entwickelte sich der erwartete Zweikampf zwischen Peninah Arusei, die den Lauf 2006 gewonnen hatte, und der Vorjahressiegerin Flomena Chepchirchir (beide Kenia). 2007 hatte Arusei mit Rang zwei den Kürzeren gezogen – dieses Mal war es anders herum. Vier Kilometer vor dem Ziel löste sich Peninah Arusei von ihrer Konkurrentin. Am Ende siegte sie im Berliner Olympiastadion in 1:24:10 Stunden und brach damit den neun Jahre alten Streckenrekord. 1999 war die kenianische Weltklasse-Marathonläuferin Susan Chepkemei 1:24:29 gelaufen. „Ich bin froh, diesen Streckenrekord gebrochen zu haben und werde mich jetzt auf die Bahnsaison vorbereiten“, erklärte die 29-jährige Siegerin, die 3.000 Euro und damit 750 Euro mehr als Karuku verdiente. Zweite wurde Flomena Chepchirchir in 1:24:55, Rang drei belegte Alexandra Bott (ASV Darmstadt) mit 1:41:23.

„Dies ist ein hervorragender Start für uns gewesen. Die Teilnehmerzahlen sind verglichen zum Vorjahr deutlich gestiegen, außerdem haben wir starke Siegzeiten“, erklärte Race-Direktor Gerhard Janetzky, der auch Meeting-Direktor des Leichtathletik-Meetings DKB-ISTAF ist, das am 1. Juni die Golden League-Saison eröffnen wird. Im kommenden Jahr wird der Berliner 25-km-Lauf eine Woche später, am 10. Mai, stattfinden.

Benita Johnson gewinnt 10 km in Edinburgh

Benita Johnson hat sich mit einem Sieg über 10 km in Edinburgh zurückgemeldet. Die Australierin laborierte im Winter an einer Knieverletzung. Aufgrund des Trainingsrückstandes hatte sie dann im April auf den Start beim London-Marathon verzichtet. Jetzt siegte sie in Schottland auf einer hügeligen Strecke überlegen in 32:20 Minuten vor Rose Cheruiyot (Kenia/32:33) und Aniko Kalovics (Ungarn/33:32).

Nach etwa 5 km forcierte Benita Johnson das Tempo und ließ die Konkurrentinnen hinter sich. „Das ist ein wichtiger Sieg für mich, denn darauf kann ich jetzt mit Blick auf die Olympischen Spiele aufbauen“, erklärte Benita Johnson, die noch nicht entschieden hat, welche Strecke sie in Peking laufen wird. „Ich werde in Ostrava im Juni ein 10.000-m-Rennen laufen und danach entscheiden, über welche Distanz ich bei Olympia starte.“

Bei den Männern erlebte der favorisierte Boniface Kiprop (Uganda) kurz vor dem Ziel eine Überraschung. Der Olympia-Vierte über 10.000 m von Athen 2004 wurde im Schlussspurt geschlagen von Bernard Kipyego. Der 21-jährige Kenianer war Kiprop auf den Fersen geblieben, als der 200 Meter vor dem Ziel den Spurt angezogen hatte. Anschließend überholte er Kiprop und siegte mit drei Sekunden Vorsprung in 28:59 Minuten. Dritter wurde der Franzose El Hassan Lahsinni in 29:03.

Shalane Flanagan läuft US-Rekord über 10.000 m

Shalane Flanagan auf dem Weg zum US-Rekord. © www.photorun.net

Shalane Flanagan auf dem Weg zum US-Rekord. © www.photorun.net

Shalane Flanagan gelang ein eindrucksvolles 10.000-m-Debüt: Beim Stanford-Meeting in Palo Alto (Kalifornien) brach die 26-jährige Läuferin aus Boulder den US-Rekord und gewann das Rennen in 30:34,49 Minuten. Damit war sie knapp 16 Sekunden schneller als Deena Kastor bei dem gleichen Meeting vor sechs Jahren (30:50,32). Shalane Flanagan setzte sich mit ihrem Rekordlauf an die Spitze der Jahresweltbestenliste 2008 und erzielte die schnellste je in Nordamerika gelaufene Zeit über die 10.000-m-Strecke.

Lange Zeit lief Shalane Flanagan gemeinsam mit der Neuseeländerin Kim Smith an der Spitze. Smith wurde am Ende in 30:35,54 Minuten Zweite und stellte damit ebenfalls einen nationalen Rekord auf. Rang drei ging an die Kenianerin Sally Kipyego mit 31:25,45. Als Vierte unterbot Sabrina Mockenhaupt (Köln-Marathon e.V.) mit 31:27,05 ebenfalls die Olympianorm und stellte eine persönliche Bestzeit auf.

Starke Ergebnisse gab es auch im Rennen der Männer, das Craig Mottram (Australien) in 27:34,48 Minuten gewann. Als Zweiter zeigte der etatmäßige Hindernisläufer Günther Weidlinger (Österreich) eine eindrucksvolle Vorstellung. Mit 27:36,46 stellte Weidlinger, der jetzt die langen Strecken in den Vordergrund rücken will, einen Landesrekord auf. Dritter wurde Josphat Boit (Kenia) mit 27:40,64. Ein überzeugendes Debüt lief der Brite Mo Farah, der als Fünfter nach 27:44,54 ins Ziel kam. Als Zehnter verpasste Jan Fitschen (TV Wattenscheid) mit 28:02,55 Minuten die Olympianorm um gut 12,5 Sekunden.