Paul Tergat meldet sich mit Marathon-Sieg in Japan zurück

Paul Tergat gewinnt in Japan zum ersten Mal seit 2005 einen Marathon. © www.photorun.net

Paul Tergat gewinnt in Japan zum ersten Mal seit 2005 einen Marathon. © www.photorun.net

Paul Tergat hat sich mit einem Sieg beim Lake Biwa-Marathon in Japan zurückgemeldet. Der 39-jährige Kenianer, der 2003 in Berlin mit 2:04:55 Stunden als erster Läufer die klassische Distanz unter 2:05 Stunden rannte, gewann den Traditionslauf in 2:10:22 Stunden. Es ist der erste Marathonsieg für Paul Tergat seit seinem Triumph in New York 2005. In der Folge stoppten den kenianischen Rekordhalter Verletzungen aber auch Verpflichtungen in der Armee seines Landes.

Im vergangenen November hatte Paul Tergat in New York Platz vier belegt, jetzt zeigte der Kenianer, dass er auch als 39-Jähriger noch gewinnen kann. Erst nach dem 40-Kilometer-Punkt fiel beim Lake Biwa-Marathon die Entscheidung. In der Schlussphase des Rennens löste sich der frühere Weltrekordler von seinem spanischen Konkurrenten Jose Rios, der bereits zweimal den Lake Biwa gewonnen hatte. Im Stadion freute sich Paul Tergat dann zunächst zu früh, denn er wusste nicht, dass er noch eine Runde in der Arena zu laufen hatte. Sein Vorsprung auf Rios war allerdings groß genug, so dass der Spanier daraus nicht mehr Kapital schlagen konnte. Nach den letzten 400 Metern war Paul Tergat schließlich in 2:10:22 Stunden im Ziel. Rios wurde in 2:10:36 vor Yarid Asmeron (Eritrea/2:10:49) Zweiter.

„Ich fühlte mich noch müde vom Jetlag und es war zudem ziemlich windig”, erklärte Paul Tergat. „Aber ich bin froh und für die Zukunft optimistisch, nachdem ich dieses gute Rennen gewinnen konnte.” Seinen nächsten Start plant Paul Tergat am 5. April in Irland, wo ein 10-km-Rennen in Dublin auf dem Programm steht.

Anna Incerti schneller als Irina Mikitenko in Rom

Die Italienerin Anna Incerti hat Irina Mikitenkos Siegserie gestoppt und den Rom-Ostia-Halbmarathon in 69:24 Minuten gewonnen. Die Läuferin des TV Wattenscheid, die im vergangenen Jahr alle ihre sieben Rennen gewonnen hatte und bei der World Marathon Majors-Serie triumphiert hatte, wurde in 71:01 Minuten Dritte. Platz zwei belegte die Französin Christelle Daunay (70:30), Vierte wurde Rosaria Console (Italien/73:20). Anna Incerti hatte im vergangenen Jahr bereits den Mailand-Marathon in 2:27:42 Stunden gewonnen und dabei die Kenianerin Pamela Chepchumba besiegt.

„Die Strecke war wie bei einem Berglauf, es ging ständig auf und ab. Darauf war ich nicht vorbereitet”, sagte Irina Mikitenko. Die 36-Jährige war jedoch mit Platz drei und der Zeit zufrieden. „Das war ein gutes Training mit ungeplanten Krafteinheiten am Berg. Auf einer normalen Strecke müsste ich jetzt etwa eine Minute schneller laufen können. Das ist in Ordnung für den jetzigen Zeitpunkt. Wenn ich jetzt schon 68 Minuten laufen würde, dann würde etwas in Richtung Trainingsaufbau für den London-Marathon nicht stimmen”, erklärte Irina Mikitenko, die am 26. April in der britischen Metropole als Titelverteidigerin an den Start gehen wird und dann unter anderen auf Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien) treffen wird. Im Vorfeld des London-Marathons will die deutsche Marathon-Rekordhalterin (2:19:19 Stunden) noch bei einem 10-km-Rennen laufen.

Bei den Männern dominierten die Kenianer den Halbmarathon in Rom. Elijah Keitany siegte in 60:59 Minuten vor seinen Landsleuten Evans Cheruiyot (61:07) und Stephen Kibet (61:19).

Vivian Cheruiyot stoppt Lornah Kiplagat in San Juan

Vivian Cheruiyot hat die beeindruckende Siegserie von Lornah Kiplagat beim World Best 10 Kilometer-Rennen gestoppt. In San Juan (Puerto Rico) siegte die Kenianerin in starken 31:12 Minuten mit 33 Sekunden Vorsprung vor Lornah Kiplagat. Die gebürtige Kenianerin, die seit einigen Jahren für Holland startet, hatte diesen hochkarätigen 10-km-Straßenlauf zuletzt fünfmal in Folge und insgesamt bereits sechsmal gewonnen.

Die 25-jährige Vivian Cheruiyot, die 2007 im WM-Finale von Osaka Silber über 5.000 Meter gewonnen hatte und über diese Distanz Landesrekordlerin ist, bezwang in San Juan eine Reihe weiterer Topathletinnen. In der zweiten Hälfte des Rennens löste sie sich von Lornah Kiplagat, nachdem zuvor bereits Dire Tune nicht mehr mithalten konnte. Die Äthiopierin, die vor kurzem den Halbmarathon in Ras Al Khaimah gewonnen hatte, wurde Dritte in 31:55. Rang vier belegte die US-amerikanische 10.000-m-Olympiadritte Shalane Flanagan mit 32:25.

Bei den Männern bestimmten einmal mehr die Kenianer das Geschehen. Sie belegten gleich die ersten vier Plätze mit Zeiten von jeweils unter 28 Minuten. Dabei gewann Sammy Kitawara in 27:26 Minuten vor Silas Kipruto und Wilson Kipsang, die in 27:45 zeitgleich die Ränge zwei und drei belegten. Vierter wurde Sammy Kosgei (27:49). Ihm folgte Moses Kipsiro (Uganda) mit 28:01. Die beiden Siegzeiten sind jeweils Jahresweltbestmarken.

Nächster Hallen-Weltrekord von Meseret Defar

Die Äthiopierin Meseret Defar hat binnen acht Tagen zum zweiten Mal einen Hallen-Weltrekord gebrochen. Die 25-Jährige gewann am Donnerstagabend bei dem neuen Leichtathletik-Meeting in Prag das Zwei-Meilen-Rennen in 9:06,26 Minuten und war damit gut vier Sekunden schneller als bei ihrem eigenen Rekordlauf vor gut einem Jahr in Boston (9:10,50 Minuten).

„Es war mein Ziel, in dieser Hallensaison drei Weltrekorde aufzustellen. Ich habe einen verpasst, aber das ist trotzdem nicht schlecht”, erklärte Meseret Defar, die in der vergangenen Woche in Stockholm die 5.000 m in 14:24,37 Minuten gelaufen war. Lediglich beim Meeting in Stuttgart Anfang Februar hatte sie die 3.000-m-Marke verpasst. Für Meseret Defar war es in Prag bereits Weltrekord Nummer neun in ihrer Karriere.

Anfangs sah es allerdings fast so aus, als würde es nichts werden mit dem Rekordrennen in Prag. Denn die Tempomacherin, ihre Landsfrau Ksenia Agafonova, lief an der Spitze zu langsam. Erst nach 4:38 Minuten war die erste Meile gelaufen. „Zeitweilig dachte ich, das schaffe ich nicht mehr”, erklärte Meseret Defar, die dann aber die zweite Hälfte in starken 4:29 Minuten rannte. Nach der enttäuschenden Sommersaison 2008, in der Meseret Defar zunächst den 5.000-m-Weltrekord an Tirunesh Dibaba verlor und dann im olympischen 5.000-m-Finale gegen ihre Landsfrau als Dritte keine Chance hatte, will die Läuferin in Berlin im August ihren WM-Titel über 5.000 m verteidigen.

Zwei weitere Jahresweltbestleistungen gab es bei dem auf Anhieb hochkarätigen Prager Hallenmeeting. Über 800 m gewann Ismail Ahmed Ismail (Sudan) in der viertschnellsten je in der Halle gelaufenen Zeit von 1:44,75 Minuten. Schneller waren nur der Weltrekordler Wilson Kipketer (Dänemark), der Olympiasieger von 2004 Yuriy Borzakovskiy und der Kenianer Joseph Mutua. Über 5.000 m gewann der Äthiopier Abreham Cherkos in 13:07,83 Minuten das Duell gegen Kenias Hindernis-Spezialisten Paul Koech (13:09,37).