Patrick Makau Musyoki läuft Weltklassezeit beim Berliner Halbmarathon

Patrick Makau Musyocki siegt mit Streckenrekord in Berlin. © Matthias Thiel/Vattenfall Berliner Halbmarathon

Patrick Makau Musyocki siegt mit Streckenrekord in Berlin. © Matthias Thiel/Vattenfall Berliner Halbmarathon

In einem der hochklassigsten Männerrennen über die Halbmarathondistanz aller Zeiten stürmte der Kenianer Patrick Makau Musyoki in Berlin mit einem neuen Streckenrekord von 58:56 Minuten ins Ziel. Der 22-Jährige verbesserte damit den erst vor einem Jahr von seinem Landsmann Paul Kosgei aufgestellten Kursrekord um elf Sekunden und erzielte die viertbeste Zeit im Halbmarathon aller Zeiten. Bei den Frauen siegte die Australierin Benita Johnson in 68:28 vor der stark laufenden Irina Mikitenko (TV Wattenscheid/69:46) beim Berliner Halbmarathon. Die Rekordzahl von 22.048 Teilnehmern aus 70 Nationen gingen, alle Wettbewerbe zusammengerechnet, beim größten deutschen Rennen dieser Art an den Start. Darunter waren 18.531 Halbmarathonläufer. Rund 150.000 Zuschauer standen an der Strecke.

Drei Läufer brachen die Stunden-Barriere in Berlin: Zweiter hinter Patrick Makau Musyoki wurde Francis Kibiwott in 59:26, Dritter war Evans Cheruiyot (beide Kenia) mit 59:48. Drei weitere Läufer blieben unter 61 Minuten und erzielten damit ebenfalls noch Weltklassezeiten. Als bester Deutscher und bester Europäer im Feld lief Stefan Koch (TV Wattenscheid) auf Platz 13 in 64:11 Minuten und erzielte damit ebenso wie Irina Mikitenko eine deutsche Jahresbestzeit.

Die Vorentscheidung bei den Männern fiel bei Kilometer 15, als sich Patrick Makau Musyoki aus der Spitzengruppe löste. Der Kenianer war nicht mehr einzuholen. Und seine Berlin-Bilanz kann sich sehen lassen. Im vergangenen Jahr kam er zum ersten Mal in die deutsche Hauptstadt und gewann auf Anhieb die 25 km von Berlin. Damals hätte ihm ein Missgeschick fast den Sieg gekostet. Als er in das Olympiastadion einlief, rannte er auf der 400-m-Bahn ein kurzes Stück in die falsche Richtung. Gerade noch rechtzeitig bemerkte er den Fehler und erreichte in 1:14:08 Stunden mit vier Sekunden Vorsprung das Ziel. Jetzt kehrte der 22-jährige Youngster zurück und blieb auf dem Berliner Pflaster ungeschlagen. Sein Sieg beim Berliner Halbmarathon ist der größte Erfolg seiner Karriere. Und seine Zukunftsaussichten sind glänzend. Bereits jetzt ist der Kenianer der drittschnellste Halbmarathonläufer aller Zeiten.

Welche enorme Leistung Patrick Makau Musyoki gestern auf das Berliner Straßenpflaster zauberte, macht ein Quervergleich deutlich. Nach 27:27 Minuten hatte er die 10-km-Marke erreicht – eine Zeit, die bei keinem deutschen 10-km-Straßenlauf von einem Sieger jemals erreicht wurde. So steht zum Beispiel der Streckenrekord der 10 km City-Nacht auf dem Kurfürstendamm bei 28:38 Minuten!

In der Vorbereitung auf den London-Marathon in drei Wochen siegte Benita Johnson überlegen. Bereits vor der 10-km-Marke hatte sie die alleinige Führung übernommen und Edith Masai abgeschüttelt. Irina Mikitenko zog bald darauf ebenfalls an der Kenianerin vorbei. Am Ende gab es eine weitere Überraschung, denn hinter Mikitenko lief überraschend eine zweite deutsche Athletin auf das Podest: Luminita Zaituc (LG Braunschweig), die Siegerin des Rennens von 2005, wurde trotz Magenproblemen Dritte in 71:56. Masai litt ebenfalls unter Magenproblemen und kam nicht über Rang vier in 72:03 hinaus.

Benita Johnson ist die erste australische Siegerin in der Geschichte des Berliner Halbmarathons. Die 27-Jährige aus Melbourne, die große Teile des Jahres in London lebt und von dort aus zu den europäischen Rennen reist, wollte eigentlich den australischen Rekord von Kerryn McCann (67:48) brechen. „Doch in der zweiten Hälfte des Rennens stoppte mich der Wind“, sagte Benita Johnson.

Die Australierin ist eine der wenigen weißen Langstreckenläuferinnen, die mit den stärksten Afrikanerinnen und Japanerinnen mithalten kann. Für Benita Johnson war der Berliner Halbmarathon eine perfekte Generalprobe für den London-Marathon in drei Wochen. Dies ist ihr primäres Saisonziel im Frühjahr. „Angesichts der starken Konkurrenz in London, ist sicherlich eine Zeit von unter 2:20 Stunden nötig, um dort zu gewinnen. Aber ich traue mir zu, eine solche Zeit zu laufen“, sagte Benita Johnson, deren australischer Marathonrekord bei 2:22:36 Stunden steht. Die 10.000 m bei den Weltmeisterschaften in Osaka im August sind dann das nächste Ziel von Benita Johnson. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking wird sie im Marathon an den Start gehen.

Kenianer Kisang und Ungarin Kalovics gewinnen ,Stramilano’

Rund 50.000 Läufer gingen bei der 36. Auflage des ,Stramilano’ in Mailand an den Start. Höhepunkt dieser Laufveranstaltung über verschiedene Distanzen ist traditionell der Halbmarathon der Männer, bei dem Paul Tergat (Kenia) seit 1998 mit 59:17 Minuten den Streckenrekord hält. Ganz so schnell wurde dieses Mal nicht gelaufen, doch mit 60:55 Minuten kam immer noch eine erstklassige Siegzeit heraus. Der Kenianer Philemon Kisang gewann das Rennen vor seinen beiden Landsleuten Jackson Kirwa (61:17) und Paul Kimugul (61:49). Der italienische Marathon-Olympiasieger Stefano Baldino, der in drei Wochen beim London-Marathon starten wird, wurde Vierter mit 62:10. Schnellste Frau war die Ungarin Aniko Kalovics, die in 68:58 einen Streckenrekord aufstellte. Nadia Ejaffini (Bahrain) wurde Zweite mit 70:38.

Micah Kogo verpasst Hailes 10-km-Weltrekord nur knapp

Der Kenianer Micah Kogo hat bei einem 10-km-Straßenlauf im niederländischen Brunssum nur ganz knapp den Weltrekord von Haile Gebrselassie verpasst. Der 20-Jährige lief 27:07 Minuten und gewann mit deutlichem Vorsprung vor seinen Landsleuten Barnabas Kosgei (28:33) und Charles Koech (28:37). Haile Gebrselassie war 2002 in Doha 27:02 gelaufen. Kein Läufer hat bisher also eine Zeit unter 27 Minuten auf der Straße erreicht. Micah Kogo hatte im vergangenen Jahr beim Golden League-Meeting in Brüssel überraschend die 10.000-m-Jahresweltbestzeit von 26:35,63 Minuten aufgestellt. Schnellste Frau in Brunssum war Hilde Kibet in 32:24 Minuten vor Peninah Arusei (beide Kenia/32:29). Dritte wurde die Äthiopierin Genet Getaneh in 33:28.

Viktor Röthlin gewinnt Zürich-Marathon mit Schweizer Rekord

Der Marathon-Vize-Europameister Viktor Röthlin hat beim Zürich-Marathon für den großen Höhepunkt gesorgt. Der Schweizer brach mit 2:08:19 Stunden seinen eigenen Landesrekord und erzielte zum ersten Mal in seiner Karriere eine Zeit von unter 2:09 Stunden. Dabei lief der 32-Jährige, angefeuert von den Schweizer Zuschauern, zwei fast exakt gleich schnelle Hälften. Nach 64:09 Minuten hatte er, geführt von Tempomachern, die Hälfte der Strecke absolviert. Am Ende gewann Viktor Röthlin, der 2004 bei diesem Rennen bereits mit 2:09:56 gewonnen hatte, mit deutlichem Vorsprung vor Sammy Kurgat (2:11:35) und Paul Lopio Lomol (beide Kenia/2:13:16). Schnellste Frau war Nina Podnebesnova (Russland) in 2:37:00.

KIMbias Samuel Ndirangu gewinnt US-Debüt in Carlsbad

Samuel Ndirangu gewann am Sonntag in 13:28 Minuten das 5-km-Rennen von Carlsbad (Kalifornien). In seinem ersten US-Rennen hatte der KIMbia-Athlet seine schärfsten Konkurrenten, die Mexikaner Juan Luis Barrios (13:32) und David Galvan (13:42), unter Kontrolle.

Im Frauenrennen hatte die Äthiopierin Meseret Defar gehofft, ihren im letzten Jahr hier aufgestellten 5-km-Weltrekord von 14:46 Minuten zu verbessern. Auch wenn sie klar unter dieser Zeit blieb, konnte sie dennoch souverän gewinnen in 15:01. Mit ihrem Sieg ist sie nun die erste Frau, die es in der Geschichte des Rennens geschafft hat, ihren Titel zu verteidigen. Die US-amerikanische Olympiateilnehmerin Jen Rhines wurde mit 15:21 Zweite und war vier Sekunden schneller als Defars Landsfrau Aheza Kiros.

Einen Höhepunkt gab es im Master-Rennen der Männer. Kenias Legende, Henry Rono, kam in der Altersklasse 55-59 Jahre auf Platz zwei mit 17:48 Minuten. 1978 hatte Rono vier Weltrekorde innerhalb von 81 Tagen auf der Bahn aufgestellt. Nach jahrelangem Ringen mit Alkoholabhängigkeit und Obdachlosigkeit, ist Rono wieder gesund. Das Alkoholproblem ist Vergangenheit, und in der Zukunft soll wieder das Laufen im Mittelpunkt stehen: Henry Rono liebäugelt mit dem Meilenweltrekord in der Altersklasse 55 bis 59. Das Rennen am Sonntag war nun das erste Ergebnis von Ronos mehrmonatigem intensiven Training auf der Bahn, mit dem Ziel die 4:40 Minuten für die Meile zu brechen.

Nach seinem Sieg sagte Ndirangu, dass er nach gut 3 km überzeugt war, das Rennen zu gewinnen. Ndirangus nächster Lauf wird das 8-Kilometer-Rennen in Dallas (Texas) am kommenden Sonnabend sein. Dort kündigt sich ein Zweikampf mit dem KIMbia-Teamkameraden Richard Kiplagat an, der am Samstag den Cooper River Bridge Run über 10 km in Charleston (Süd Carolina) in 28:35 gewonnen hatte.

Äthiopier gewinnt Cherry Blossom, solide Leistungen der KIMbia-Läufer

Die Äthiopier Tadesse Tola (46:01) und Teyba Erkesso (51:44) liefen am Sonntag schnelle Siegzeiten beim Cherry Blossom-Lauf über 10 Meilen in Washington, D.C., aber auf unterschiedliche Art und Weise. Die Frauen starteten zehn Minuten vor dem Hauptlauf, und zweite Frau wurde die Russin Tatyana Petrova in 52:58 Minuten, was bedeutet, dass Erkesso das gesamte Rennen alleine lief.

Tola rannte im Gegensatz dazu in einer Dreiergruppe, die die letzte Meile zusammen anging. Die KIMbia-Läufer John Yuda (Tansania) und John Korir (Kenia) kämpften mit ihm um den Sieg, und Korir zog eine halbe Meile vor dem Ziel das Tempo an. Korirs Ziel war der vierte Cherry Blossom-Sieg, was bisher nur Bill Rodgers (USA) erreicht hat. Aber Tola war wieder fit nach seinem siebenten Platz bei den Cross-Weltmeisterschaften in der Woche zuvor. Er konterte alle Ausreißversuche und gewann. Yuda kam auf den zweiten Platz in 46:04, Korir lief als Dritter mit 46:11 seine bisher schnellste Zeit bei diesem Lauf.

Ein andere KIMbia-Läuferin, Kathy Butler (Großbritannien), lief auf einen dritten Platz in 53:26. Es war ein guter abschließender Test für den in drei Wochen stattfindenden London-Marathon.