Pamela Jelimo siegt auch beim letzten Meeting der AF Golden League 2008

Pamela Jelimo knackte den Jackpot der Golden League. © www.photorun.net

Pamela Jelimo knackte den Jackpot der Golden League. © www.photorun.net

Eine Läuferin hat den Jackpot der AF Golden League geknackt: Pamela Jelimo war zu Saisonbeginn noch so unbekannt, dass sie weder im Athletics 2008, der ,Bibel’ der Leichtathletik, verzeichnet war und schon gar nicht vom Leichtathletik-Weltverband IAAF zur Pressekonferenz der Golden-League-Präsentation eingeladen worden war. Die 18-jährige Kenianerin gewann nach Berlin, Oslo, Rom, Paris und Zürich nun auch in Brüssel souverän die 800 m und kassierte eine Million US-Dollar. Dass die komplette Jackpot-Summe an Pamela Jelimo ging, hing damit zusammen, dass Hochspringerin Blanka Vlasic (Kroatien) beim letzten Meeting der Kette patzte.

Für Pamela Jelimo war dies nun nach dem Olympiasieg der zweite ganz große Höhepunkt ihrer noch so jungen 800-m-Karriere. Im vergangenen Jahr noch eine international bestenfalls durchschnittliche 400-m-Läuferin, wechselte sie in der Olympiasaison mit sensationellem Erfolg auf die 800-m-Distanz. 13 Rennen hat Pamela Jelimo bisher über die zwei Runden absolviert und dabei immer gewonnen.

In Brüssel siegte sie dabei ebenso deutlich wie in den Rennen zuvor. Nach 1:55,16 Minuten war Pamela Jelimo mit einem Meeting-Rekord im Ziel. Einmal mehr zeigte sie ihr enormes Potenzial, mit dem sie im nächsten Jahr durchaus die Möglichkeit haben wird, den Uralt-Weltrekord von Jarmila Kratochvilova (Tschechische Republik/1:53,28 Minuten in München 1983) zu brechen. Bisher steht ihre Bestzeit bei 1:54,01 Minuten. Diesen Afrika- und Juniorinnen-Weltrekord war sie vor einer Woche in Zürich gelaufen – und damit ist sie bereits die Drittschnellste aller Zeiten.

„Dies ist ein großartiger Erfolg. Ich fühle mich wie bei meinem Olympiasieg“, erklärte Pamela Jelimo und fügte hinzu: „Mit dem Geld werde ich unter anderem meiner Familie helfen.“ In Brüssel gewann Janeth Jepkosgei (Kenia) das Rennen um Platz zwei in 1:58,85 Minuten vor Kenia Sinclair (Jamaika/1:59,11).

Über 3.000 m Hindernis hatte zuvor der Kenianer Paul Koech ein hochklassiges Rennen gezeigt. Lange Zeit geführt von seinem starken Tempomacher Patrick Langat (Kenia), lief er nach 8:04,99 Minuten ins Ziel. Nur er selber war in diesem Jahr schneller. Hinter Koech belegten Brimin Kipruto (Kenia/8:10,26) und Tareq Mubarak Taher (Bahrain/8:15,32) die nächsten Ränge.

Bei dem traditionell läuferisch stark besetzten Meeting in Brüssel standen am Freitagabend noch drei weitere Langstrecken auf dem Programm: Eliud Kipchoge gewann bei kühlen und teilweise feuchten Bedingungen die 5.000 m in 13:06,12 Minuten vor seinen Landsleuten Isaac Songok (13:06,71) und Mang’Ata Ndiwa (13:07,46). Vierter wurde der Brite Mo Farah (13:08,11), der sagte: „Das war heute ein Wetter fast wie beim Crosslauf, da habe ich mich richtig wohl gefühlt. Das ist wie in England hier.“

Das Frauen-Rennen über diese Distanz gewann Vivian Cheruiyot (Kenia) in Meeting-Rekordzeit von 14:25,43 Minuten überraschend vor Meseret Defar (Äthiopien/14:25,52) und Linet Masai (Kenia/14:52,10). Über 10.000 m der Männer gewann zum Abschluss eines einmal mehr hochklassigen Meetings der Äthiopier Sileshi Sihine in 27:06,97 Minuten vor den Kenianern Moses Masai (27:07,36) und Bernard Kipyego (27:08,06).

Meseret Defar gewinnt Frauenlauf in London

Keine zwei Tage nach der Niederlage über 5.000 m in Brüssel, meldete sich Meseret Defar in London mit einem Sieg zurück. Die Äthiopierin gewann die adidas Women’s Challenge über 5 km im Hyde Park in 15:01 Minuten. Zeitgleich fanden Frauenläufe dieser Serie am Sonntag auch in Birmingham und Liverpool statt. Insgesamt beteiligten sich in England rund 19.000 Läuferinnen an den Rennen.

Der hochkarätigste und mit 15.000 Meldungen größte Lauf fand in der Hauptstadt statt. Meseret Defar, die mit 14:46 Minuten auch die Weltrekordlerin über diese Straßenlauf-Distanz ist, hatte sich kurz vor der Hälfte der Distanz von ihrer schärfsten Rivalin, Linet Masai, gelöst. Die Kenianerin wurde schließlich in 15:31 Minuten ganz knapp vor der Britin Jo Pavey (15:32) Zweite.

„Das Rennen am Freitag in Brüssel war hart. Und zudem bin ich immer noch ziemlich enttäuscht von Peking. Daher war es nicht leicht, sich auf dieses Rennen zu konzentrieren“, erklärte Meseret Defar, die bei Olympia als Titelverteidigerin über 5.000 m lediglich Dritte wurde. Den angepeilten Streckenrekord von Paula Radcliffe verpasste Meseret Defar in London um zehn Sekunden.

Falk Cierpinski startet beim Berlin-Marathon

Nachdem er als zurzeit bester deutscher Marathonläufer bei Olympia zuschauen musste, wird Falk Cierpinski am 28. September beim real,- Berlin-Marathon an den Start gehen. Der 30-jährige Läufer aus Halle, der für die SG Spergau startet, hatte sich in Hamburg im Frühjahr auf 2:15:48 Stunden verbessert, damit aber die nationale Olympia-Norm nicht erreicht. Cierpinski hätte zwar über die B-Norm in Peking starten können, wurde aber nicht nominiert. Nun will er in Berlin seine Bestzeit weiter verbessern. 40.000 Läufer haben sich für den Berlin-Marathon gemeldet. Damit ist das Limit bereits seit Wochen erreicht, Meldungen werden nicht mehr angenommen.

Falk Cierpinski trägt einen prominenten Namen im deutschen Langstreckenlauf – er ist der Sohn des zweifachen Marathon-Olympiasiegers Waldemar Cierpinski, der 1976 in Montreal und 1980 in Moskau Gold für die DDR gewonnen hatte. Sein Vater ist bis heute der einzige deutsche Marathon-Olympiasieger. Waldemar Cierpinski lief 1976 bei Olympia seine Bestzeit von 2:09:55 Stunden und ist damit heute noch der fünftschnellste deutsche Marathonläufer aller Zeiten und nur einer von fünf Deutschen, die bisher unter 2:10 Stunden blieben. Seinem Sohn traut Waldemar Cierpinski mittelfristig zu, schneller zu laufen als er selbst.

Falk Cierpinski war zunächst im Triathlon- und Duathlonsport sehr erfolgreich. Unter anderem gewann er die Titel eines Junioren-Vizeweltmeisters im Triathlon und Junioren-Europameisters im Duathlon. Seit knapp zwei Jahren konzentriert er sich nun auf den Marathon.