Von Uta Pippig mit Unterstützung von David Wright

Glück ist, beim Bellin dabei zu sein. © Von Bellin Run zur Verfügung gestellt
Waren Sie schon einmal in Green Bay, Wisconsin, im Norden der USA? Wenn ja, dann wissen Sie, wie schön diese Stadt und wie wundervoll die Menschen dort am Lake Michigan sind. National und international bekannt ist sie vor allem wegen der Green Bay Packers, einem Team der National Football League. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie ausgelassen die Menschen gefeiert haben, als ihr heißgeliebtes Footballteam den diesjährigen Super Bowl nach Hause geholt hat.
Doch für diese bemerkenswerte Gemeinde, die sich so sehr für mehr Gesundheit und Wohlbefinden engagiert und sich dadurch bereits einen Namen gemacht hat, gibt es außer Football noch viel mehr Gründe zum Feiern.
Wenn Sie sich ein paar Tage Urlaub gönnen, aber gleichzeitig etwas für Ihre Fitness tun möchten und dabei noch unberührte Natur genießen wollen, so könnte die Gegend im Norden von Green Bay ein Fitness-Paradies für Sie sein. Auch in der Stadt selbst gibt es zahlreiche Möglichkeiten zu sportlichen Aktivitäten: Radfahren, Joggen oder auf den wunderschönen Wegen entlang des Fox River spazieren gehen. Vielleicht haben Sie Lust an einem „Run A Better Bellin”-Kurs teilzunehmen. Hier bereiten sich viele Läufer auf den beliebten Bellin 10-km-Lauf vor, das größte Straßenrennen in Wisconsin, das jedes Jahr am zweiten Samstag im Juni stattfindet.

Ein farbenfroher Start beim Bellin Run. © Von Bellin Run zur Verfügung gestellt
Mit 18.700 jubelnden Läufern konnte der diesjährige Bellin Run eine Rekordzahl verbuchen. Das herrliche Wetter und die ausgelassene Stimmung entlang der Strecke trugen dazu bei, dass dieses Rennen zu den Glanzlichtern im Laufkalender gehört. Und nach dem Rennen, egal ob es 30 Minuten oder über eine Stunde dauerte, gab es Tausende triumphierende Gesichter – und einen weiteren großen Gewinner: ganz Green Bay.
Obwohl dieses bemerkenswerte Rennen nur an einem einzigen Tag im Juni stattfindet, trägt es dennoch dazu bei, die Gesundheit und Fitness von vielen – Jung und Alt – das ganze Jahr hindurch zu verbessern. „Es ist unser Ziel und unsere Vision, die Region mit den gesündesten Menschen in den USA zu werden“, sagte Race-Direktor Randy Van Straten gegenüber Take The Magic Step®. „Wir waren bekannt für Bratwürste, Bier, Käse und die Packers – jetzt kennt man uns wegen des Bellin.”
Begonnen hatte alles im Jahr 1977: Anlässlich der Eröffnung des neuen Herzzentrums am Bellin Health-Krankenhaus – eine der größten medizinischen Einrichtungen der Region – wurde der „Bellin Heartwarming Run“ organisiert. Damals nahmen mehr als 880 Läufer an dem Wettbewerb teil. Geplant war er als einmalige Veranstaltung, doch er wurde der Beginn einer langen Tradition. Während der Neunziger konnte der Bellin zwar regelmäßig rund 3.500 Teilnehmer aufweisen, doch die Zahl „stagnierte“, sagte Randy. „Wir schauten uns die Zielzeiten von lokalen Rennen an und stellten dabei fest, dass unsere Läufer langsam in die Jahre gekommen waren – also wollten wir die Gemeinde stärker einbinden.“
Während der folgenden zehn Jahre entwickelte Bellin Health eine „Vier-Punkte-Strategie“. Das Ergebnis waren bahnbrechende Initiativen, die aus Stubenhockern Walker und aus Walkern Jogger machten. Sie brachten Drittklässler dazu, nach dem Unterricht lieber zu rennen anstatt vor Video-Spielen zu sitzen, und sie ermutigten Senioren, trotz Gelenkprothesen und Herzoperationen wieder körperlich aktiv zu werden.

Auf die Plätze, fertig, los! …bei einem der Starts während des Dick Lytie-Kinder-Rennens. © Foto von H. Marc Larson/Nachdruck mit Erlaubnis der Green Bay Press-Gazette
1. Initiative – Kids For Running: „Wir konnten Lehrer, Eltern und Schulen mobilisieren, ein außerschulisches Laufprogramm für Kinder zu entwickeln“, erklärt Randy. „Mittlerweile sind nahezu 60 Schulen mit von der Partie – beim diesjährigen Bellin waren fast 3.000 Kinder, vom Drittklässler bis zum Highschool-Absolventen, mit am Start.”
Seit 2005 haben bislang 17.300 Schüler und Trainer am Laufprogramm für Kinder teilgenommen. Mithilfe gemeinnütziger Spenden von sozial engagierten lokalen Sponsoren, konnten benachteiligte Kinder mit Laufschuhen, Shorts und T-Shirts versorgt werden.
2. Initiative – Bellin Run Corporate Challenge: „Wir dachten, wenn es mit den Kindern klappt, könnten wir es auch mit einem Programm für Erwachsene probieren“, erzählt Randy. „Also initiierten wir einen freundschaftlichen Wettstreit zwischen den Unternehmen der Region. Jeder Betrieb stellt einen Mannschaftskapitän, der Läuferinnen und Läufer für sein Team rekrutiert. In diesem Jahr beteiligten sich 230 Unternehmen, die mit 7.000 Angestellten an den Start gingen.”

Mut und Hingabe: Jenny und ihre Freundin Elva Dryer inspirieren die Menschen an der Strecke. © Von Bellin Run zur Verfügung gestellt
3. Initiative – The Back To The Road Crew: Dieses Programm unterstützt Reha-Patienten mit orthopädischen, kardialen und anderen Erkrankungen dabei, körperlich wieder aktiv zu werden. Sie sind von der Startgebühr befreit und können sich entweder für das 10-km-Rennen entscheiden oder für einen speziellen Meilen-Lauf, der meist von Menschen mit Gehhilfen oder von Rollstuhlfahrern bevorzugt wird. „Mehr als 250 Läufer aus der Back To The Road Crew sind die zehn Kilometer gelaufen – das sind zwar nicht so viele wie in den anderen Initiativen, doch dieser Lauf ist von sehr großer Bedeutung für das Leben dieser Menschen“, erklärt Randy.
4. Initiative – The Couch To 10K Training Program: „Dieses Programm ist offen für alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde”, sagt er. „Wir bieten einen kostenlosen Trainingskurs an, in dem die Menschen von Mai bis Juni ihr Laufpensum ausbauen und steigern können. Zu uns kommen bis zu 300 Läufer pro Woche. Sie beginnen mit einem zehn minütigen schnellen Gehen und steigern sich dann bis auf zehn Kilometer. Außerdem bieten wir ein kostenloses Ausgleichstraining im Fitness-Studio an, hier stehen Stabilisierungsübungen und eine Verbesserung der Beweglichkeit im Mittelpunkt. Im ersten Jahr hatten wir etwa 30 Teilnehmer – heute sind es 350.”
Und Randy, der die Leitung des Bereiches Business Health Solutions am Bellin Health-Krankenhaus innehat, fügt begeistert hinzu: „Was die Gesundheit unserer Gemeinde betrifft, so haben wir große Fortschritte gemacht, denn vieles hat sich verbessert.“ In diesem Jahr – Randy war von allen Verpflichtungen am Renntag befreit und konnte erstmals seit den 80ern wieder selbst den Bellin laufen – war er ein leuchtendes Beispiel für den Erfolg des Programms. „Ich lief mit meiner Frau und meinen drei Kindern – Zweit-, Dritt- und Viertklässler – die alle am außerschulischen Laufprogramm teilgenommen hatten“, erzählt er strahlend.
Das Engagement kommt aus sämtlichen Bereichen innerhalb der Gemeinde und hängt nicht nur vom unermüdlichen Einsatz der Freiwilligen und der Mitarbeiter des Bellin Health-Krankenhauses ab. Auch die vielen anderen Gesundheitseinrichtungen und lokalen Unternehmen unterstützen mit großer Begeisterung den gemeinsamen Versuch, für mehr Gesundheit und Wohlbefinden in und um Green Bay zu sorgen.

Das KI-Laufteam zwei Tage vor dem diesjährigen Bellin Run. © Krueger International
Krueger International (KI) ist ein solches Unternehmen. Mit Dick Resch an der Spitze, verfolgt es einen eher unkonventionellen Ansatz für mehr Wohlbefinden am Arbeitsplatz.
Da ich Dick schon seit vielen Jahren kenne, weiß ich, dass es ihm ein aufrichtiges Anliegen ist, die Lebensqualität in und um Green Bay zu verbessern. Er half bei der Gründung der Greater Green Bay Community Foundation, eine Stiftung, die Gelder an gemeinnützige Organisationen weiterleitet. Außerdem unterstützte Dick mit einer großzügigen Spende die Finanzierung eines YMCA-Familienzentrums in Suring, Wisconsin und eines YMCA-Tagescamps in Green Bay. Mit seiner Hilfe konnte auch ein Wander- und Fahrradweg entlang dem East River gepflastert werden. Er sicherte sogar die Namensrechte für das KI Convention Center, ein Kongress- und Veranstaltungszentrum in Green Bay, und das Resch Center. Mit Dicks kontinuierlichem finanziellen Engagement tragen beide Einrichtungen erheblich zur sozio-kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung des Nordostens von Wisconsin bei.
Auch zahlreichen anderen Organisationen, die sich für eine Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlbefindens in seiner Gemeinde engagieren, bietet Dick seine Zeit und finanzielle Unterstützung.
„Es ist mir eine Ehre, meine Gemeinde mithilfe so wunderbarer und so dringend benötigter Programme und Aktivitäten zu unterstützen“, sagt Dick. „Und es macht mich froh, meine Leidenschaften mit ihr zu teilen, denn dadurch können sich alle Menschen dieser Region an denselben Aktivitäten erfreuen und ihr persönliches Wohlbefinden verbessern – und so ein längeres und leistungsfähigeres Leben führen.”

„Daumen hoch” für das Dick Lytie-Kinder-Rennen. © Foto von H. Marc Larson/Nachdruck mit Erlaubnis der Green Bay Press-Gazette
Und das ist einer der Gründe, weshalb ich mich so beliebten Läufern wie Bill Rodgers und Joan Benoit Samuelson angeschlossen habe, für die es eine Ehre ist, die außergewöhnlichen Leistungen der Gemeinde von Green Bay zu unterstützen und zu pflegen. Über all die Jahre, seit wir uns beim Bellin treffen, haben wir enge Freundschaften geschlossen. Und wenn wir uns dann wiedersehen, an diesem ganz besonderen Samstag im Juni, wird uns immer wieder aufs Neue bewusst, wie viele Stunden Arbeit all die Freiwilligen, Krankenschwestern, Ärzte, Betreuer und Unternehmen in diese Idee stecken.
Aus all dem ist eine Gemeinde entstanden, die sich nicht nur kümmert, sondern unablässig nach ungewöhnlichen Wegen sucht, Gesundheit und Fitness ihrer Bewohner zu fördern und zu verbessern. Ihr Motto lautet: „Die Menschen sollen glücklich und gesund sein.“ So einfach ist das!
Wir alle von Take The Magic Step, danken den Menschen in Green Bay für ihre entschlossene Kampagne für mehr Gesundheit und Wohlbefinden. Hut ab vor Eurer Leistung! Und natürlich auch ein Dankeschön an all jene, die sportlich aktiv sind und sich fit halten.
Beste Fitness und Gesundheit,
Eure

Erschienen am 8. Dezember 2011
Copyright © 2011 Uta Pippig