Mockenhaupt und Möldner überzeugen bei Deutschen Meisterschaften

Sabrina Mockenhaupt siegte bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg. © www.photorun.net

Sabrina Mockenhaupt siegte bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg. © www.photorun.net

Zu einem Start-Ziel-Sieg lief Sabrina Mockenhaupt bei den Deutschen Leichathletik-Meisterschaften in Nürnberg über 5.000 m. Die Läuferin des Kölner Vereins für Marathon war bei ihrem überlegenen Erfolg in 15:38,33 Minuten im Ziel. Trotz der international längst nicht erstklassigen Zeit hatte Sabrina Mockenhaupt am Ende fast eine Minute Vorsprung und hatte das Gros der Konkurrentinnen überrundet.

Die 5.000-m-Olympianorm von 15:00 Minuten war allerdings in dieser Saison nie ein ernsthaftes Thema für Sabrina Mockenhaupt, da sie sich bereits frühzeitig Anfang Mai über 10.000 m qualifiziert hatte. „Bis Peking ist es nicht mehr lange, deswegen habe ich auch die ganze letzte Woche durchtrainiert. Langsam komme ich wieder zu alter Form zurück, heute war es jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung“, erklärte Sabrina Mockenhaupt nach ihrem Sieg von Nürnberg. Für die 27-Jährige, die bei Olympia vor vier Jahren über 10.000 m Rang 15 belegt hatte, war es bereits der achte nationale Titel über die 5.000-m-Strecke.

Schon unmittelbar nach dem Start setzte sich Sabrina Mockenhaupt an die Spitze des Feldes. Zweite wurde Ingalena Heuck (LG Stadtwerke München/16:35,93), Rang drei belegte Birte Bultmann (TV Wattenscheid/ 16:37,77). „Die ersten drei Kilometer bin ich locker gelaufen, auf den letzten beiden Kilometern habe ich mich dann angestrengt“, erklärte Sabrina Mockenhaupt. Über 5.000 m werden bei Olympia keine deutschen Läuferinnen am Start sein.

Eine starke Vorstellung zeigte über 3.000-m-Hindernis Antje Möldner. Die Läuferin des SC Potsdam holte sich souverän den Meistertitel und lief dabei im strömenden Regen 9:50,05 Minuten. Die Juniorin Julia Hiller (LAC Quelle Fürth München) wurde in 10:07,65 Zweite. Antje Möldner war als Titelverteidigerin über 1.500 m nach Nürnberg gereist. Aber mit Beginn dieser Saison hatte sie die Disziplin gewechselt. Das gelang mit Erfolg, denn in ihrem ersten Hindernislauf überhaupt erzielte sie in diesem Jahr mit 9:34,21 Minuten bereits einen deutschen Rekord. Damit hat sie gute Finalchancen bei den Olympischen Spielen. „Ich glaube, dass ich mich in diesem Jahr noch auf eine Zeit um 9:30 Minuten verbessern kann, und das Ziel in Peking ist der Endlauf“, erklärte die 24-jährige Antje Möldner.

Im Hindernis-Finale der Männer fehlte verletzungsbedingt der einzige deutsche Läufer mit Olympia-Chancen: Filmon Ghirmai (LAV Asics Tübingen) erreichte bisher 8:26,86 Minuten. Zur Norm fehlen ihm noch gut vier Sekunden. Ghirmai soll aber noch eine Chance erhalten, die Zeit nachzuliefern. Deutscher Meister wurde Steffen Uliczka (SG Kronshagen/Kieler TB) in 8:46,69 Minuten vor Norbert Löwa (LG Nord Berlin/8:52,39) und Martin Allgeyer (LSG Aalen/8:58,81). Über 5.000 m verteidigte Arne Gabius (LAV Asics Tübingen) nach einem taktischen Rennen in 14:08,40 Minuten seinen Titel knapp vor dem am Ende stark aufkommenden Junior Zelalem Martel (LG Neckar-Enz/14:08,59).

Pamela Jelimo stark bei Kenia-Trials

Die Aufsteigerin des Jahres in der internationalen Leichtathletik war auch bei den kenianischen Olympia-Trials in Nairobi eine Klasse für sich: Pamela Jelimo gewann das 800-m-Rennen in der Höhenlage von Kenias Hauptstadt (gut 1.600 m über dem Meeresspiegel) in 1:57,71 Minuten deutlich vor der Weltmeisterin Janeth Jepkosgei (2:00,90). Während dies die ohne Zweifel hochklassigste Leistung der Trials war, sahen die Zuschauer den spannendsten Lauf über 3.000 m Hindernis bei den Männern.

Die Hindernisse der Männer sind natürlich seit Jahren die kenianische Paradedisziplin. In Nairobi entwickelte sich dabei in der Schlussphase des Rennens ein Vierkampf um die drei Olympiatickets. Dabei hatte ausgerechnet der Jahresweltbeste Paul Kipsiele Koech (8:01,85 Minuten) Pech. Denn am letzten Wassergraben geriet er in Führung liegend nach einem Kontakt mit einem Konkurrenten ins Straucheln und verlor entscheidend den Rhythmus. Am Ende blieb Koech nur der undankbare vierte Platz in 8:13,98 Minuten. Der Olympiasieger Ezekiel Kemboi gewann das Rennen in 8:13,56 vor dem Weltmeister Brimin Kipruto (8:13,60). Richard Matelong rettete mit 8:13,89 Minuten noch einen Vorsprung von neun Hundertstelsekunden vor Koech ins Ziel und sicherte sich so das dritte Peking-Ticket. „Ich werde alles geben, damit Kenia auch bei diesen Olympischen Spielen Gold im Hindernislauf gewinnt“, erklärte Ezekiel Kemboi.

Über 5.000 m qualifizierte sich erstmals Edwin Soi für einen großen interkontinentalen Titelkampf im Sommer. Der 22-Jährige hatte im vergangenen Jahr beim World Athletics Final in Stuttgart mit seiner enormen Spurtstärke sowohl die 3.000 als auch die 5.000 m gewonnen. Sein Endspurt war auch in Nairobi entscheidend. 300 Meter vor dem Ziel setzte sich Soi an die Spitze und war auch vom Weltmeister von Paris 2003, Eliud Kipchoge, nicht zu schlagen. Soi siegte in 13:29,5 vor Kipchoge (13:32,4) und Thomas Longosiwa (13:34,1). Im 10.000-m-Rennen setzte sich Moses Masai in 28:02,03 Minuten vor Martin Mathathi (28:03,95) sowie Micah Kogo (28:08,92) durch. Diese drei werden auch in Peking an den Start gehen. Kogo ist mit seiner Bestzeit von 26:35,63 Minuten der sechstschnellste 10.000-m-Läufer aller Zeiten.

Die WM-Zweite von Osaka 2007 über 5.000 m, Vivian Cheruiyot, hat als Vierte in Nairobi die Olympia-Qualifikation verpasst. Sie lag in 15:42,39 Minuten deutlich hinter den drei vor ihr platzierten, die nun nach Peking fahren werden: Priscah Jepleting gewann in 15:32,66 Minuten vor Lucy Kabuu (15:35,09) und Sylvia Kibet (15:37,07), die im vergangenen Jahr bei der WM Vierte war. Über 10.000 m gewann Lucy Kabuu in 32:18,6 Minuten vor Peninah Arusei (32:19,3), die im Frühjahr unter anderem einen Streckenrekord bei den 25 km von Berlin aufgestellt hatte. Dritte wurde Grace Momanyi (32:30,4), die jedoch nicht für Peking nominiert wurde. Stattdessen berücksichtigten die Funktionäre Linet Masai, die aufgrund einer Verletzung in Nairobi fehlte.

Ruth Bosibori gewann das Hindernisrennen bei den Frauen in 9:48,78 Minuten. Bei der WM 2007 hatte sie als Vierte mit 9:25,25 einen Juniorinnen-Weltrekord aufgestellt. Damals war ihre Landsfrau Eunice Jepkorir als Dritte vor ihr, in Nairobi wurde sie nun Zweite mit 9:51,28. Rang drei ging an Mercy Njoroge (10:06,94).

Goucher und Abdirahman gewinnen bei US-Trials, Lagat schafft zweiten Sieg

Kara Goucher hat bei den US-Olympia-Trials in Eugene ihren ersten nationalen Titel gewonnen. Die Langstreckenläuferin, die 2007 in Osaka bei der WM überraschend die Bronzemedaille über 10.000 m gewonnen hatte, siegte nun über 5.000 m in 15:01,01 Minuten. Damit kann Goucher bei den Olympischen Spielen in Peking über zwei Strecken an den Start gehen, denn über 10.000 m hatte sie sich mit einem zweiten Rang ebenfalls qualifiziert. Gleiches gilt für die 10.000-m-Siegerin von Eugene, Shalane Flanagan, die über 5.000 m mit 15:02,81 Minuten Rang drei belegte. Zwischen den beiden platzierte sich Jennifer Rhines mit 15:02,02. Das Trio hatte sich auf dem letzten Kilometer einen spannenden Kampf geliefert.

„Wenn mein Verband und mein Trainer vorschlagen, dass ich beide Strecken laufen soll, bin ich bereit für diese Herausforderung. Wenn ich aber wählen müsste, dann würde ich mich für die 10.000 Meter entscheiden“, sagte Kara Goucher.

Bernard Lagat schaffte einen Doppelsieg bei den US-Trials in Eugene. © www.photorun.net

Bernard Lagat schaffte einen Doppelsieg bei den US-Trials in Eugene. © www.photorun.net

Über 10.000 m hatte Abdi Abdirahman frühzeitig die Initiative übernommen. In der Schlussphase des Rennens entwickelte sich ein Dreikampf, in den auch Jorge Torres und Galen Rupp involviert waren. Während Abdirahman fast durchweg in Führung lag, ging zwei Runden vor Schluss Rupp an die Spitze. Doch der zuvor schon dreifache US-Meister über 10.000 m konterte, übernahm seinerseits die Führung eingangs der letzten Runde und baute dann den Vorsprung noch aus. Am Ende war Abdirahman in 27:41,89 Minuten vor Rupp (27:43,11) und Torres (27:46,33) im Ziel. „Ich war auf alles vorbereitet“, sagte der Sieger und fügte hinzu: „Ich habe mit Bernard Lagat zusammen trainiert und wusste, dass ich gut laufen würde, nachdem ich mit ihm im Training hatte mithalten können.“

Bernard Lagat, der bei der WM 2007 einen seltenen Doppelsieg über 1.500 und 5.000 m gefeiert hatte, gelang dieses Doppel auch bei den Trials. Nach dem Erfolg über 5.000 m fügte er am Sonntag auch den Sieg über 1.500 m hinzu. In Peking will Lagat nun versuchen, erneut zweimal Gold zu gewinnen.

In einem taktischen Rennen setzte sich Bernard Lagat in Eugene über die Mittelstrecke in 3:40,37 Minuten vor Leonel Manzano (3:40,90) und Lopez Lomong (3:41,00) durch. Überraschend verpasste Alan Webb als Fünfter in 3:41,62 die Qualifikation.