Mo Farah siegt eindrucksvoll bei der Hallen-EM

Mo Farah gewinnt bei der Hallen-EM in Turin. © www.photorun.net

Mo Farah gewinnt bei der Hallen-EM in Turin. © www.photorun.net

Mo Farah ist seiner Favoritenrolle auf eindrucksvolle Weise gerecht geworden. Der 25-jährige Brite gewann bei den Hallen-Europameisterschaften in Turin das 3.000-Meter-Finale in der Meisterschafts-Rekordzeit von 7:40,17 Minuten. Die bisherige Bestzeit des Spaniers Alberto Garcia stand bei 7:43,89 Minuten. Farah, der in dieser Saison bereits den britischen 3.000-m-Hallenrekord auf 7:34,47 gesteigert hatte, gewann vor 5.000 Zuschauern vor dem Franzosen Bob Tahri (7:42,14) und dem Spanier Jesus Espana (7:43,29). Damit blieben gleich alle drei Läufer unter dem alten EM-Rekord.

Sieht man von Junioren-Titelkämpfen ab, war es in Turin der erste Sieg über eine Bahn-Langstrecke bei einer großen internationalen Meisterschaft für Mo Farah. Der aus Somalia stammende Läufer war 2006 allerdings auch schon Crosslauf-Europameister. Im gleichen Jahr wurde er dann bei den Europa-meisterschaften im Sommer Zweiter über 5.000 m – geschlagen vom Turiner Bronzemedaillengewinner Jesus Espana.

Der Spanier hatte dieses Mal keine Chance gegen Mo Farah. Allerdings erlebte der Brite am Anfang des Rennens eine Schrecksekunde, als er stolperte und fast gefallen wäre. Sein Landsmann Mark Draper hatte die Führung übernommen, gefolgt von Mo Farah. Noch vor der 1.000-m-Marke ging Farah an die Spitze und gab sie nicht mehr ab. Einzig sein zeitweiliger Trainingspartner Bob Tahri konnte auch noch nach der 2.000-m-Marke mithalten. Doch 400 Meter vor dem Ziel war der Franzose ebenfalls geschlagen. „Dieser Titel bedeutet mir sehr viel, nachdem ich immer wieder Verletzungsprobleme hatte”, erklärte Mo Farah und fügte hinzu: „Ich war der klare Favorit und habe den Druck gespürt, denn jeder hat auf mich geachtet. Die beste Taktik war es, schnell zu rennen”, sagte Mo Farah, der erklärte, dass ihn das gemeinsame Training mit kenianischen Läufern inspirierte.

Eine gebürtige Äthiopierin gewann das Frauenrennen über die 3.000-m-Strecke: Almitu Bekele, die seit 1998 in der Türkei lebt und auch für dieses Land startet, siegte in 8:46,50 Minuten. Damit stellte die 31-Jährige einen türkischen Hallenrekord auf und war deutlich vor Sara Moreira (Portugal/8:48,18) sowie Mary Cullen (Irland/8:48,47) im Ziel.

Es wurde nichts mit der erhofften zweiten Goldmedaille für die Russin Anna Alminova, die tags zuvor die 1.500 m für sich entschieden hatte. Sie wurde mit deutlichem Rückstand auf die Medaillenplätze Sechste in 8:51,36 Minuten. An der Spitze hatte Almitu Bekele das Geschehen kontrolliert. An der 1.000- und 2.000-m-Marke lag sie jeweils vorne in 3:00,58 beziehungsweise 5:58,33 Minuten. Nach diesem verhaltenen Tempo machte Almitu Bekele ernst. Den letzten Kilometer lief sie dann unter 2:50 Minuten.

„Das ist ein großer Erfolg für mich, nachdem ich meine Karriere nach der Geburt meines Sohnes mehrere Jahre unterbrochen hatte”, erklärte Alemitu Bekele, die vor drei Jahren wieder mit dem Laufen begann. Jetzt ist die Türkin so stark wie nie zuvor. Im vergangenen Jahr überzeugte sie bereits mit einem siebenten Platz im olympischen 5.000-m-Finale.

Fujinaga siegt in Nagoya, Takahashi rennt Abschieds-Marathon

Naoko Takahashi bei ihrem Abschiedslauf in Nagoya. © www.photorun.net

Naoko Takahashi bei ihrem Abschiedslauf in Nagoya. © www.photorun.net

Die Japanerin Yoshiko Fujinaga hat den Nagoya-Marathon in 2:28:13 Stunden gewonnen, doch nicht minder bejubelt wurde Japans Nationalheldin Naoko Takahashi. Die Olympiasiegerin von Sydney 2000, die ein Jahr später in Berlin als erste Frau die 2:20-Stunden-Barriere durchbrochen hatte (2:19:46) und damit Leichtathletik-Geschichte schrieb, lief ihr Abschiedsrennen. Die 36-Jährige rannte dabei locker, immer wieder dem Publikum zuwinkend. Naoko Takahashi war bei dem reinen Frauen-Eliterennen nach 2:52:23 Stunden auf Platz 29 im Ziel.

Bei Kilometer 35 lag die 27-jährige Yoshiko Fujinaga noch knapp 30 Sekunden hinter der führenden Hitomi Niiya. Doch Niiya brach auf den folgenden Kilometern dramatisch ein und schleppte sich schließlich als Achte in 2:30:58 Stunden ins Ziel. Bei Kilometer 37 hatte Yoshiko Fujinaga die Spitze übernommen und lief einem deutlichen Sieg entgegen. Als sie nach 2:28:13 im Ziel war, hatte sie sich automatisch auch für das japanische WM-Marathonteam qualifiziert. Die Titelkämpfe finden im August in Berlin statt. „Ich habe während des Rennens nicht an die WM gedacht, sondern mich nur auf meinen Lauf konzentriert”, sagte Yoshiko Fujinaga.

Bei guten Wetterbedingungen belegten die Japanerinnen Chika Horie (2:29:09), Yuko Machida (2:29:35), Mayumi Fujita (2:29:56) und Kiyomi Ogawa (2:29:58) mit Zeiten unter 2:30 Stunden die nächsten Plätze.

London-Marathon ohne Radcliffe, Mikitenko in der Favoritenposition

Wiederum stoppt Paula Radcliffe eine Verletzung vor dem London-Marathon: Die 35-Jährige erlitt am Dienstag vergangener Woche beim Höhentraining in Albuquerque (USA) einen Bruch des zweiten Zehs am rechten Fuß. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Marathon-Weltrekordlerin, die die Bestzeit von 2:15:25 Stunden bei ihrem Sieg in London 2003 aufgestellt hatte, auf das Rennen aufgrund einer Zehenverletzung verzichten müssen. Anschließend erlitte sie einen Ermüdungsbruch im Oberschenkel, war deswegen bei Olympia in Peking nicht in Topform und hatte keine Medaillenchance. Im November meldete sich Paula Radcliffe dann mit einem Sieg beim New York-Marathon zurück. Jetzt hat sie erneut Verletzungspech.

Im Vorfeld des Zehbruches hatte Paula Radcliffe bereits an einem Überbein am rechten Fuß laboriert. Dieses Problem war gelöst, doch nun kam die neue Verletzung, die, so wird vermutet, eine Folge der ersten Verletzung sein könnte. „Ich bin sehr enttäuscht, dass ich in diesem Jahr wieder nicht beim Flora London-Marathon starten kann. Ich hatte mich auf das Rennen vor heimischem Publikum gefreut”, erklärte Paula Radcliffe, die den London-Marathon in den Jahren 2002, 2003 und 2005 gewonnen hatte. „Ich überlege zurzeit, ob ich mich an dem Fuß operieren lasse, um zukünftige Probleme zu vermeiden.” Je nach Heilungsdauer könnte auch Paula Radcliffes Marathon-Start bei den Weltmeisterschaften in Berlin im August in Gefahr geraten.

„Das tut mir sehr leid für Paula, sie hat wirklich viel Pech in letzter Zeit. Ich wäre gerne in London gegen sie gelaufen”, erklärte Irina Mikitenko, die nun als Titelverteidigerin bei dem Rennen am 26. April auch in die Favoritenrolle gerutscht ist. „Ich weiß, dass es sehr schwer ist, wenn man so wie Paula nach einem Hoch gleich wieder Rückschläge erlebt”, sagte die deutsche World Marathon Majors-Siegerin.