Mikitenko muss auf Olympia verzichten, Radcliffe hofft noch

Aus dem Rennen bei Olympia ist Irina Mikitenko. © www.photorun.net

Aus dem Rennen bei Olympia ist Irina Mikitenko. © www.photorun.net

Irina Mikitenko muss auf ihren geplanten Start bei den Olympischen Spielen verzichten. Ein Rückenproblem stoppt die Marathonläuferin des TV Wattenscheid, die in Topform in Peking durchaus für eine Überraschung hätte sorgen können. Mit ihrem Sieg beim London-Marathon im April gegen hochkarätige Konkurrenz hatte sie sich in der Weltelite etabliert. Doch nun musste Irina Mikitenko ihre Teilnahme an dem olympischen Klassiker absagen. „Ich bin sehr enttäuscht, dass ich nicht bei den Olympischen Spielen über die Marathondistanz antreten kann“, sagt Irina Mikitenko und fügt hinzu: „Ich wollte nur an den Start gehen, wenn ich auch in entsprechender Form bin und nicht als ,Touristin’ nach Peking reisen.“

Bereits seit mehreren Wochen behinderten die 35-Jährige Rücken- probleme beim Training. So konnte sie keine schnellen Tempo-Ausdauerläufe absolvieren, die in der Vorbereitung auf den Marathon eine entscheidende Rolle spielen. Am Ende lief Irina Mikitenko die Zeit davon. Sie hatte keine Chance mehr, rechtzeitig für Olympia in Form zu kommen.

Maximal 36 Startplätze hat jede Nation über die Mittel- und Langstrecken sowie die Hindernisläufe bei den Olympischen Spielen. Dass die deutschen Leichtathleten in Peking mit nun nur noch fünf Läufern vertreten sein werden, spiegelt einmal mehr die Lauf-Misere beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) wider. Es gibt zwar ein paar positive Entwicklungen, doch bis zum Anschluss an die internationale Spitze ist es noch immer ein weiter Weg. Dies gilt besonders für die Männer des DLV: Einzig der Berliner 1.500-m-Läufer Carsten Schlangen (LG Nord) schaffte die Olympia-Qualifikation. Wenn er das Halbfinale erreicht, wäre das schon ein Erfolg bei seiner ersten großen Meisterschaft im Sommer. Bei den Frauen sieht es etwas besser aus. Hier könnten die 3.000-m-Hindernisläuferin Antje Möldner (SC Potsdam) und vielleicht auch Sabrina Mockenhaupt (Köln-Marathon) über 10.000 m für eine gute Platzierung sorgen.

Bekele und Dibaba auch über 5.000 m nominiert

Die Äthiopier haben die Nominierung ihres Olympia-Teams konkretisiert. Dabei sieht es so aus, als ob die zwei Superstars Kenenisa Bekele und Tirunesh Dibaba jeweils neben den 10.000 m auch über 5.000 m starten werden. Beide sind über die kürzere Distanz als Ersatzläufer nominiert. Kenenisa Bekele hat gegenüber britischen Medien inzwischen bereits die Absicht geäußert, wie in Athen auch über 5.000 m antreten zu wollen. Vor vier Jahren war er über die kürzere Distanz Zweiter.

Guter Olympiatest für Susanne Hahn in Berlin, schnelle Zeiten in USA

Einen erfolgreichen letzten Wettkampf-Test vor dem olympischen Marathon gab es für Susanne Hahn (SV Schlau.com Saarbrücken) in Berlin. Bei der City-Nacht über 10 km siegte sie auf dem Kurfürstendamm in 33:11 Minuten. Damit war Susanne Hahn deutlich vor der zweitplatzierten Melanie Kraus (Bayer Leverkusen/33:56) im Ziel. Kraus wird neben Hahn in knapp zwei Wochen in Peking ebenfalls im Marathon an den Start gehen. Dritte wurde in Berlin die Holländerin Barbara Zutt in 35:45 Minuten.

Unter alles zusammen 9.200 Teilnehmern war ein Holländer der schnellste Läufer: Martin Lauret gewann das Rennen in 29:07 Minuten vor Falk Cierpinski (SG Spergau), der nach 29:16 im Ziel war. Dritter wurde Stefan Koch (TV Wattenscheid) mit 29:21.

Deutlich hochklassigere Siegzeiten gab es am Wochenende beim Beach to Beacon-Rennen in Cape Elizabeth (USA). Bei dem 10-km-Lauf siegte der Kenianer Ed Muge in 27:52,4 Minuten mit weniger als einer Sekunde Vorsprung vor dem Äthiopier Terefe Maregu Zewdie. Dritter wurde Kiplomo Kimutai (Kenia) mit 27:58, Rang vier belegte sein Landsmann und Vorjahressieger Duncan Kibet (28:21). Schnellste Frau war die Kenianerin Edith Masai, die in der Woche zuvor bereits den Bix 7-Meilenlauf gewonnen hatte. Die bereits 41-Jährige rannte hochklassige 31:55,6 Minuten. Masai war vor Lyudmila Biktasheva (Russland/32:03) und Yuri Kano (Japan/32:17) im Ziel.