Micah Kogo und Catherine Ndereba gewinnen Falmouth

Micah Kogo gewinnt das Rennen in Falmouth (USA). © www.photorun.net

Micah Kogo gewinnt das Rennen in Falmouth (USA). © www.photorun.net

Micah Kogo hat das hochklassigste Straßenrennen des Wochenendes gewonnen. Der erst 21-jährige Kenianer lief in Falmouth (USA) über sieben Meilen 31:53 Minuten. Nach den rund 11,2 Kilometern hatte Kogo einen Vorsprung von 20 Sekunden auf den Marathon-Olympia-Zweiten Meb Keflezighi (USA/32:13). Schnellste Frau war Catherine Ndereba (Kenia) in 36:31 Minuten. 8.900 Läufer waren an der US-Ostküste am Start.

Nach etwa fünf Meilen hatte sich Micah Kogo in Falmouth von seinem letzten verbliebenen Konkurrenten, Meb Keflezighi, abgesetzt. Den drei Jahre alten Streckenrekord von 31:08 Minuten, den KIMbias Gilbert Okari (Kenia) hält, konnte Kogo jedoch nicht gefährden. Dritter wurde Nelson Kiplagat (Kenia) mit 32:21. Der zum KIMbia-Team gehörende Tom Nyariki (Kenia) wurde Sechster in 32:39.

00 Stunden. © Marisa Reich

Haile Gebrselassie hat gezeichnet: 2:03:00 Stunden. © Marisa Reich

Ebenso wie Kogo kurz zuvor, setzte sich auch Catherine Ndereba nach rund acht Kilometern von ihren Konkurrentinnen entscheidend ab. Mit neun Sekunden Vorsprung erreichte die Marathon-Weltmeisterin von 2003 schließlich vor Luminita Talpos (Rumänien/36:40), die in der Woche zuvor das 10-km-Rennen Beach to Beacon gewonnen hatte, das Ziel. Dritte wurde Kate O’Neill (USA) mit 36:52. Beide Sieger erhielten jeweils 10.000 Dollar.

Micah Kogo ist einer der potenziell aussichtsreichen jungen Langstreckenläufer. Im vergangenen Jahr war er als 20-Jähriger bereits der schnellste 10.000-m-Läufer der Welt. In Brüssel war Kogo bei dem Golden-League-Meeting 26:35,63 Minuten gelaufen und wurde damit zum sechstschnellsten Athleten über diese Distanz aller Zeiten. Für die Weltmeisterschaften in Osaka, die am Sonnabend nächster Woche beginnen, hat sich Micah Kogo nicht qualifiziert. Stattdessen plant der Kenianer nun einen weiteren Start in Brüssel, wo er am 14. September wieder über 10.000 m laufen wird.

Haile Gebrselassie malt sich 2:03 Stunden aus

„Ich bin hier für das nächste Ziel“, sagte Haile Gebrselassie während einer Pressekonferenz in Berlin. In der deutschen Hauptstadt wird der 34-jährige Äthiopier am 30. September als Vorjahressieger beim real,- Berlin-Marathon an den Start gehen. Das Ziel ist klar: Gebrselassie möchte den Weltrekord seines großen Rivalen Paul Tergat brechen. Der Kenianer war in Berlin vor vier Jahren 2:04:55 Stunden gelaufen.

„Ich habe Berlin gewählt, weil ich hier die beste Strecke habe und hervorragende Zuschauerunterstützung – Berlin ist wundervoll“, sagt Haile Gebrselassie, der in seiner Karriere bisher zweimal Olympiasieger über 10.000 Meter war und 23 Weltrekorde gebrochen hat. Im vergangenen Jahr gewann er den Berlin-Marathon in der Jahresweltbestzeit von 2:05:56 Stunden und verpasste die Marke von Tergat lediglich um 61 Sekunden. „Im letzten Jahr hatte ich auf den letzten drei Kilometern Probleme. Ich fühle, dass ich dieses Mal in Berlin etwas Besonderes erreichen kann“, sagt Haile Gebrselassie, der beim New-York-Halbmarathon ein letztes Testrennen rannte und überlegen in der Weltklassezeit von 59:24 Minuten gewann. „Gemessen an der schweren Strecke war das eine prima Zeit. Die ersten elf Kilometer führten durch den hügeligen Central Park – ganz ehrlich, wenn ich auf einer flachen Strecke gerannt wäre, wäre ich glatte 58 Minuten gelaufen.“ Der Weltrekord steht derzeit bei 58:33. „Zum Glück ist Berlin nicht der Central Park“, sagt Haile Gebrselassie, der sein Trainingspensum in Addis Abeba auf rund 250 Kilometer pro Woche erhöht hat.

Wenn Haile Gebrselassie am 30. September in Berlin eine Jahresweltbestzeit erreichen würde, die bis zum Jahresende bestehen bleiben würde, hätte er eine geschichtsträchtige Leistung vollbracht. Denn dann wäre er im dritten Jahre in Folge der schnellste Marathonläufer der Welt. Dieses Kunststück gelang zuletzt dem Russen Sergey Popov zwischen 1957 und ’59.

Auf eine Zeit will sich Haile Gebrselassie zunächst nicht festlegen. Doch am Ende der Pressekonferenz wird er gebeten, seine Motivation für das Laufen bildlich darzustellen. Haile Gebrselassie malt sich als Strichmännchen und schreibt darunter: ,2:03:00 Stunden – I will show you.’ Dann sagt er: „Man muss sich immer möglichst hohe Ziele setzen.“

Tirunesh Dibaba versucht erneut das WM-Doppel

Tirunesh Dibaba wird erneut versuchen, bei den Weltmeisterschaften sowohl die 5.000 als auch die 10.000 Meter zu gewinnen. Die 22-jährige Äthiopierin hatte dieses Novum vor zwei Jahren bei den Titelkämpfen in Helsinki geschafft. Damit war sie die erste Läuferin der Leichtathletik-Geschichte, die bei globalen Titelkämpfen diese zwei Strecken gewann. Bereits vor vier Jahren hatte Tirunesh Dibaba eine sportgeschichtliche Leistung vollbracht, als sie in Paris die 5.000 Meter gewann. Mit 18 Jahren und 90 Tagen wurde sie damals zur jüngsten Weltmeisterin aller Zeiten. In Osaka wird Tirunesh Dibaba über 5.000 Meter auf ihre nationale Rivalin Meseret Defar treffen, die in Oslo in diesem Jahr den Weltrekord über diese Strecke auf 14:16:63 Minuten verbesserte.

Während Tirunesh Dibaba ihren Doppelstart angekündigt hat, sieht es nicht so aus, als ob auch Kenenisa Bekele über beide Distanzen starten würde. Der Äthiopier, der beide Weltrekorde hält, will auf jeden Fall seinen 10.000-m-Titel verteidigen. Zweimal hat Bekele bisher einen Doppelsieg versucht. Dabei gewann er jeweils zwei Medaillen, aber nie zweimal Gold. Bei der WM in Paris 2003 wurde er nach dem 10.000-m-Sieg Dritter über 5.000 m, und bei Olympia 2004 Zweiter, nachdem er auch hier die lange Strecke zuvor gewonnen hatte.