Meseret Defar läuft wieder Weltrekord

Meseret Defar bei ihrem Weltrekordrennen. © www.photorun.net

Meseret Defar bei ihrem Weltrekordrennen. © www.photorun.net

Die Äthiopierin Meseret Defar hat zum zweiten Mal in diesem Jahr einen Weltrekord gebrochen. Die 23-Jährige lief am Sonntag beim Meeting in Carson bei Los Angeles die Zwei-Meilen-Distanz in 9:10,47 Minuten. Die alte Bestmarke über diese selten gelaufene Distanz von gut 3,2 km hatte die US-Amerikanerin Regina Jacobs mit 9:11,97 vor acht Jahren aufgestellt.

Dabei waren die Vorzeichen für Meseret Defar in Carson keine guten. Wie auf der Internetseite www.iaaf.org berichtet wird, litt die Läuferin bis unmittelbar vor dem Start unter erheblichen Magenproblemen und musste sich mehrmals übergeben. Offenbar war ihr das Frühstück nicht bekommen. „Ich wusste, dass ich im Prinzip den Rekord brechen kann. Allerdings geriet ich zunächst etwas in Panik, als es mir so schlecht ging“, erklärte Meseret Defar.

Dathan Ritzenhein auf dem Weg zum Sieg in New York. © www.photorun.net

Dathan Ritzenhein auf dem Weg zum Sieg in New York. © www.photorun.net

Meseret Defar hat in ihrer Karriere nun bereits vier Weltrekorde aufgestellt: Vor gut einem Jahr war sie in Carlsbad (USA) über 5 km auf der Straße 14:46 Minuten gelaufen, dann rannte sie in New York im Juni über 5.000 m 14:24,53. In diesem Winter war die 5.000-m-Olympiasiegerin von Athen 2004 beim Hallen-Meeting in Stuttgart die 3.000 m in 8:23,72 Minuten gelaufen. Am Sonntag brach die Äthiopierin bereits zum dritten Mal einen Weltrekord in den USA.

Jo Pavey und Micah Kogo gewinnen 10 km in Manchester

Jo Pavey ist auf dem Weg zu einer erfolgreichen Straßenlauf-Karriere ein Stück vorangekommen. Am Sonntag gewann die Britin das 10-km-Rennen in Manchester während der Kenianer Micah Kogo einmal mehr seine Stärke über diese Distanz unter Beweis stellte. Kogo lief hochklassige 27:21 Minuten während Pavey nach flotten 31:47 im Ziel war.

Im Männerrennen war eigentlich der fünf Jahre alte Weltrekord von Haile Gebrselassie das Ziel. Der Äthiopier war die 10 km 2002 in Doha in 27:02 Minuten gelaufen. Doch ein zu langsamer erster Kilometer machte die Rekord-Hoffnungen zunichte. „Es wäre schön gewesen, den Weltrekord zu brechen. Aber bei so vielen starken Läufern entwickelte sich ein taktisch Rennen. Wir haben uns gegenseitig beobachtet“, erklärte Micah Kogo, der nach der 5-km-Marke (Durchgangszeit: 13:49) die Initiative übernahm. Zwischen Kilometer 7 und 8 forcierte er nochmals die Pace und konnte seinen letzten Konkurrenten, den Straßenlauf-Weltmeister von 2006 Zersenay Tadesse (Eritrea), abschütteln.

Für den erst 20-jährigen Micah Kogo, der im vergangenen Jahr bei seinem 10.000-m-Sieg von Brüssel die Jahresweltbestzeit von 26:35,63 Minuten aufgestellt hatte, war es bereits die zweite Weltklassezeit über 10 km in diesem Jahr. In Brunssum (Holland) war er am 1. April sogar 27:07 gerannt. Dritter wurde in Manchester am Sonntag der Cross-Europameister Mo Farah (Großbritannien) in 28:07. Auf Rang fünf kam mit Patrick Makau Musyoki (28:42) ein Kenianer, der in Deutschland in diesem Frühjahr eine Reihe von großen Straßenläufen gewonnen hat.

Erst 400 Meter vor dem Ziel fiel bei den Frauen die Entscheidung, als es Jo Pavey gelang, sich von der Ungarin Aniko Kalovics zu lösen. „Ich habe an meine Grundschnelligkeit von der Bahn geglaubt und alles auf eine Karte gesetzt. Die letzten 200 Meter waren sehr hart, es kam mir so vor, als wenn ich bald rückwärts laufen würde“, sagte Jo Pavey, die schließlich mit 31:47 Minuten eine Sekunde Vorsprung vor Aniko Kalovics ins Ziel rettete. Dritte wurde die Boston-Marathon-Siegerin von 2006, Rita Jeptoo (Kenia/31:50). Rang vier belegte mit Jelena Prokopcuka (Litauen/31:55) eine weitere Marathon-Spezialistin.

Ritzenhein siegt in New York, Baldini Dritter in der Toskana

In der Streckenrekordzeit von 28:08 Minuten hat Dathan Ritzenhein den 10-km-Lauf im Central Park von New York gewonnen. Der US-Amerikaner verbesserte damit die zehn Jahre alte Kursbestzeit des Kenianers Paul Koech um zwei Sekunden und bestätigte einmal mehr die starke Entwicklung, die die amerikanischen Langstreckler in den letzten Jahren gemacht haben. Der 24-jährige Ritzenhein verwies den Titelverteidiger Craig Mottram (Australien/28:25) auf Rang zwei während der Äthiopier Demesse Tefera Dritter wurde mit 28:31.

Olympiasieger Baldini Dritter

Knapp geschlagen wurde der Marathon-Olympiasieger Stefano Baldini (Italien) bei einem 10-km-Straßenrennen in Arezzo in der Toskana. Baldini, der das Rennen bereits dreimal gewonnen hatte, lief auf der schweren Strecke 29:52 Minuten und war damit zweitgleich mit dem zweitplatzierten Solomon Rotich. Ebenfalls aus Kenia kam der Sieger Natashon Kipngetich, der nach 29:51 im Ziel war. Die Männer mussten zwölf Runden mit jeweils einer Steigung von 250 Metern durch die Altstadt laufen. Schnellste Frau über die 5-km-Distanz mit sechs Runden war Vincenza Sicari (Italien) in 16:23 Minuten. Sie siegte vor der Marokkanerin Fatna Maraoui (16:44) und ihrer Landsfrau Gloria Marconi (16:56).

Olympiasiegerin Noguchi wieder fit

Marathon-Olympiasiegerin Mizuki Noguchi ist wieder fit. Die Japanerin, die 2004 in Athen ebenso überraschend triumphierte wie Stefano Baldini, gewann den Sendai-Halbmarathon in 68:54 Minuten. Noguchi hatte im April verletzungsbedingt auf den Start beim London-Marathon verzichten müssen nachdem sie im vergangenen September bereits ihre Teilnahme am Berlin-Marathon hatte absagen müssen. Auch damals war sie verletzt. In Sendai war Mizuki Noguchi nun eineinhalb Minuten vor der Rumänin Constantina Tomescu-Dita im Ziel (70:24). Dritte wurde die Japanerin Yuko Machida in 72:30. Noguchi will ihren nächsten Marathon im November in Tokio laufen, um sich dort für die Olympischen Spiele 2008 zu qualifizieren. Ein WM-Start in Osaka im September war für sie kein Thema.

KIMbia-Athleten Kiplagat und Korir gewinnen Bay to Breakers

Die Kenianer Edna Kiplagat und John Korir, die beide zum KIMbia-Team gehören, haben das Bay to Breakers-Rennen von San Francisco gewonnen, nachdem sie zuvor im Mai bereits beim Bloomsday-Lauf triumphiert hatten. Der Bay to Breakers ist wahrscheinlich der größte Straßenlauf der Welt, doch verlässliche Zahlen gibt es nicht, da viele inoffiziell ohne Startnummer einfach mitrennen.

Obwohl das 12-km-Rennen hauptsächlich als Massen-Spektakel bekannt ist, in dem viele Teilnehmer kostümiert oder sogar nackt an den Start gehen, ist es in der Spitze erstklassig besetzt. In diesem Jahr fiel der Startschuss für die Elite-Frauen 4:40 Minuten vor dem der Männer. Diese Zeitdifferenz ist genau der Unterschied zwischen den Streckenrekorden der Männer und der Frauen. Für den ersten im Ziel – egal ob Mann oder Frau – wurde eine Sonderprämie von 25.000 Dollar ausgelobt. Korir gelang es, den Abstand zu Kiplagat bis Kilometer 10 auf Sichtweite zu reduzieren. Doch er konnte die Lücke nicht mehr komplett schließen, so dass sich Edna Kiplagat mit 38:55 Minuten den Bonus sicherte. Korir war nach 34:44 im Ziel.

Marathon in Mannheim und am Rennsteig

Beim Mannheim-Marathon gewann der Ukrainer Oleksiy Rybalchenko, der erst Anfang April als Achter des Zürich-Marathons mit 2:15:47 persönliche Bestzeit gelaufen war, im Alleingang in 2:23:31 Stunden. Bei den Frauen siegte Simone Maissenbacher (LSG Karlsruhe), die als einzige Frau mit ihren 2:59:38 unter der Drei-Stunden-Marke blieb. Im letzten Jahr noch wegen Unwetter absagt, säumten in diesem Jahr 120.000 Zuschauer die Strecke des Mannheim-Marathons und feuerten die Rekordteilnehmerzahl von 9.432 Läufern an.

Als größter Landschaftslauf Mitteleuropas zog der 35. Rennsteiglauf wieder die Massen an. Insgesamt gingen 14.366 Teilnehmer über die verschiedenen Strecken an den Start. Sieger beim Halbmarathon waren Christian Biele (LC Erfurt) in 71:29 Minuten und die Potsdamerin Anja Carlsohn in 1:21:28 Stunden. Über die Marathondistanz kamen Christian Seiler (LC Erfurt/2:42:26) und Diana Lehmann (Certudo USV Potsdam/3:15:42) als erste ins Ziel.