Meseret Defar läuft unter 30 Minuten über 10.000 m

Meseret Defar durchbrach in Birmingham die 30-Minuten-Marke über 10.000 m. © www.photorun.net

Meseret Defar durchbrach in Birmingham die 30-Minuten-Marke über 10.000 m. © www.photorun.net

Die Äthiopierin Meseret Defar hat im zweiten Versuch trotz strömenden Regens die 30-Minuten-Barriere über 10.000 m unterboten und sich damit in letzter Minute auch über diese Strecke noch für die Weltmeisterschaften in Berlin qualifiziert. Zum ersten Mal hatte der britische Leichtathletik-Verband UK Athletics im Rahmen seiner Meisterschaften in Birmingham die 10.000-m-Rennen auch für ausländische Athleten geöffnet. Diese Gelegenheit nutzte Meseret Defar, die mit 29:59,20 Minuten als fünfte Läuferin in der Geschichte der Leichtathletik über die 25-Runden-Distanz unter 30 Minuten blieb.

Erst Anfang Juni war Meseret Defar in Stockholm ihr erstes ernsthaftes Rennen über 10.000 m gelaufen. Die frühere 5.000-m-Weltrekordlerin und Olympiasiegerin von 2004 erreichte dabei in Stockholm 31:07,34 Minuten. Trotzdem war sie damals nicht ganz zufrieden mit ihrer Leistung. „Ich will in Berlin bei der WM über 5.000 und 10.000 Meter antreten – aber dafür ist diese Zeit noch nicht gut genug”, erklärte sie. Damit sollte sie Recht behalten, denn ihre damalige Jahresweltbestzeit hielt nicht lange. Drei Äthiopierinnen waren inzwischen schneller als Meseret Defar, die damit einen Startplatz bei der WM verloren hatte.

Nachdem die 25-Jährige acht Tage zuvor beim Golden League-Rennen in Oslo ein mit sehr starken Läuferinnen besetztes 5.000-m-Rennen in 14:36,38 Minuten gewonnen hatte, versuchte sie nun in Birmingham noch einmal die WM-Qualifikation über die doppelte Strecke – mit Erfolg. Dacia Perkins (Großbritannien) hatte am Anfang Tempo gemacht für Meseret Defar, doch bereits bei Kilometer drei war die Äthiopierin alleine an der Spitze. Am Ende hatte sie trotzdem noch genügend Kraft, um den letzten Kilometer mit Abstand am schnellsten zu laufen: 2:47,65 Minuten wurden hier für Defar gestoppt! Damit blieb sie am Ende knapp unter 30 Minuten und belegt in der Jahresweltbestenliste 2009 nun den zweiten Platz hinter ihrer Landsfrau Meselech Melkamu, die in Utrecht im Juni mit 29:53,80 Minuten einen Afrikarekord aufgestellt hatte. Dadurch dürfte es nun in Berlin bei der WM über 10.000 m zum Aufeinandertreffen zwischen der automatisch qualifizierten Titelverteidigerin Tirunesh Dibaba (Äthiopien) und Meseret Defar kommen, wobei Meselech Melkamu in diesen Kampf um Gold sicherlich auch eingreifen wird.

Die schnellsten 10.000-m-Zeiten der Frauen 

29:31,78 Wang Junxia
1993
29:53,80 Meselech Melkamu (ETH)
2009
29:54,66 Tirunesh Dibaba (ETH)
2008
29:56,34 Elvan Abeylegesse (TUR)
2008
29:59,20 Meseret Defar (ETH)
2009
30:01,09 Paula Radcliffe (GBR)
2002

Kenenisa Bekele weiter im Rennen um den Jackpot

Zur Halbzeit ist Kenenisa Bekele weiterhin im Rennen: Nach drei der sechs Golden League-Meetings hat der äthiopische Läuferstar weiterhin die Chance, zumindest einen Teil des Jackpots in Höhe von einer Million Dollar zu gewinnen. In Rom erhöhte sich sein möglicher Anteil daran, denn von ursprünglich sechs möglichen Gesamtsiegern blieben im Olympiastadion von Rom nur noch vier. Gewinnen alle vier auch bei den nächsten drei Golden League-Meetings in Paris, Zürich und Brüssel ihre Disziplin, erhält jeder von ihnen eine Viertelmillion US-Dollar.

In Rom bewies Kenenisa Bekele, dass seine Formkurve weiter nach oben zeigt. Der 27-jährige Doppel-Olympiasieger von Peking (5.000 und 10.000 m) hatte sich im vergangenen Herbst einen Ermüdungsbruch im Fuß zugezogen und konnte erst Anfang Juni wieder an den Start gehen. In einem Rennen mit zunächst verhaltenem Tempo behielt Kenenisa Bekele stets die Kontrolle über das Geschehen. In der zweiten Hälfte der 5.000 m beschleunigte der Kenianer Mark Kiptoo, doch der Äthiopier blieb ihm auf den Fersen. 600 Meter vor dem Ziel trat Kenenisa Bekele an und entschied das Rennen von der Spitze laufend mit einem langen Spurt souverän für sich. Dabei stellte der Weltrekordler in 12:56,23 Minuten eine Jahresweltbestzeit auf und verbesserte knapp die Marke des Kenianers Eliud Kipchoge, der im Juni in Mailand 12:56,46 gelaufen war.

Drei Kenianer belegten hinter Kenenisa Bekele in Rom die nächsten Plätze: Mark Kiptoo wurde Zweiter in 12:57,62 Minuten, gefolgt von Leonard Komon (12:58,24) und Lucas Rotich (12:58,70). Mit den beiden Äthiopiern Bekana Daba (12:59,22) und Imane Merga (12:59,75) blieben noch zwei weitere Läufer in einem starken Rennen unter 13:00 Minuten.

Auch bei den Frauen stand nur ein längerer Lauf auf dem Programm im Olympiastadion von Rom: Über 3.000 m Hindernis steigerte Olympiasiegerin Gulnara Galkina (Russland) ihre eigene Jahresweltbestzeit von 9:13,70 auf 9:11,58 Minuten. Das ist die elftbeste Zeit, die je über diese Strecke gelaufen wurde, und mit ihr gewann Galkina souverän vor ihrer Landsfrau Yekaterina Volkova (9:17,40) sowie der Kenianerin Ruth Bisibori (9:17,85).

British 10 k in London werden zur Familiensache von Nderebas

Familiensache in London: Catherine und Cyrus Ndereba waren die Sieger bei den British 10 k. © www.photorun.net

Familiensache in London: Catherine und Cyrus Ndereba waren die Sieger bei den British 10 k. © www.photorun.net

Zu einer Familiensache wurden die Asics British 10 k in London am Sonntag. Bei dem 10-km-Straßenlauf im Herzen der Metropole gewann Marathon-Weltmeisterin Catherine Ndereba (Kenia) in 33:54 Minuten, während ihr Bruder Cyrus den Männerlauf mit 30:19 für sich entschied. Bei sehr warmem Sommerwetter gingen hier über 27.000 Läufer an den Start.

Bei den Frauen war es zum interessanten Aufeinandertreffen der Marathon-Weltmeisterin und der aktuellen  Marathon-Olympiasiegerin gekommen: Die Kenianerin Catherine Ndereba und die Rumänin Constantina Dita standen gemeinsam an der Startlinie. Im Ziel allerdings waren sie längst nicht mehr so dicht beieinander. Die Kenianerin, die im olympischen Marathon von Peking 2008 wie schon 2004 eine Silbermedaille gewonnen hatte, siegte souverän in 33:54 Minuten.

Zwischen Catherine Ndereba und Constantina Dita schob sich dann überraschend noch eine andere Läuferin: Die britische Duathletin Kate Grimmitt war nach 34:19 Minuten im Ziel in der Nähe des Big Ben und hatte damit die Marathon-Olympiasiegerin noch um genau elf Sekunden hinter sich gelassen.

Noch deutlicher dominierte Cyrus Ndereba das Männerrennen, allerdings fehlte hier auch entsprechend starke Konkurrenz. Der Kenianer war nach 30:19 Minuten im Ziel. Zweiter wurde Ryan McKinlay (Großbritannien) in 32:06, Rang drei belegte der Italiener Luca Tassarotti mit 32:15.