Martin Lel gewinnt Halbmarathon in Newcastle

Martin Lel meldet sich in Newcastle zurück. © www.photorun.net

Martin Lel meldet sich in Newcastle zurück. © www.photorun.net

Zum zweiten Mal nach 2007 hat Martin Lel den Great North Run in Newcastle gewonnen. Der Kenianer lief beim größten Halbmarathonrennen der Welt 59:32 Minuten. Es war die zweitbeste Zeit in der Historie des Traditionsrennens. Schnellste Frau war überraschend die Portugiesin Jessica Augusto, die nach 69:08 das Ziel an der Nordseeküste erreichte. Rund 54.000 Läufer hatten sich für das Rennen über 21,0975 Kilometer angemeldet, etwa 38.000 wurden am Sonntag im Ziel registriert.

Für Martin Lel war es eine erfolgreiche Wettkampf-Rückkehr, nachdem er im April kurzfristig aufgrund eines Hüftproblems auf seinen Start beim Virgin London-Marathon verzichten musste. In seinem ersten Wettkampf seit dem Lissabon-Halbmarathon im März löste sich der 30-Jährige auf dem letzten Kilometer von seinem einzig verbliebenen Konkurrenten Kiplimo Kimutai. Der kenianische Landsmann von Martin Lel erreichte als Zweiter mit 59:44 Minuten ebenfalls eine sehr gute Zeit. Nach einem Krampf, den er nach rund 16 km bekam, hatte der zweifache Marathon-Weltmeister Jaouad Gharib fortan Probleme. Trotzdem wurde der Marokkaner noch Dritter mit 60:04 Minuten. „Ich war gut vorbereitet und hatte keine Probleme mit meiner Hüfte”, erklärte Martin Lel und fügte hinzu: „Jetzt werde ich noch eine intensive Trainingsphase absolvieren, und dann möchte ich zum dritten Mal den New York-Marathon gewinnen.”

Überraschend lief die Portugiesin Jessica Augusto zu einem Start-Ziel-Sieg in Newcastle. Mit 69:08 Minuten unterbot die 27-Jährige, die bei den Weltmeisterschaften in Berlin im August Rang elf im 3.000-Meter-Hindernisfinale belegt hatte, ihre persönliche Bestzeit gleich um rund zweieinhalb Minuten. „Das ist der größte Sieg meiner Karriere”, sagte Jessica Augusto. „Angesichts der starken äthiopischen und kenianischen Konkurrenz war ich überrascht, dass keine andere Läuferin mein Tempo mitging.” Mit 69:42 Minuten wurde Berhane Adere (Äthiopien) Zweite vor Ana Dulce Rosa (Portugal/69:48). Die Boston-Marathon-Siegerin Salina Kosgei (Kenia) lief als Fünfte 70:11 Minuten.

Geschwister Masai gewinnen ,Dam tot Dam’-Lauf

Das vergangene Wochenende war im wahrsten Sinne ein ,Renner’: Über 40.000 Meldungen hatte der real,- Berlin-Marathon, 54.000 waren es beim englischen Great North Run und 35.000 starteten beim traditionellen ,Dam tot Dam’-Lauf in Holland. Zum Jubiläum dieses Rennens über zehn englische Meilen gab es etwas Besonderes: Ein Geschwisterpaar trug sich bei der 25. Auflage des Laufes von Amsterdam nach Zaandam in die Siegerlisten ein. Die Kenianer Moses und Linet Masai waren nicht zu schlagen.

Bei den Männern entwickelte sich zunächst ein Vierkampf. Neben Moses Masai liefen in diesem erstklassig besetzten Rennen seine beiden Landsleute Charles Kamathi (frühere 10.000-m-Weltmeister) und Micah Kogo (Olympia-Dritter über 10.000 m) sowie der Äthiopier Getu Feleke an der Spitze. In der Endphase des Rennens erlebten die Zuschauer dann ein packendes Duell um den Sieg. Im Spurt setzte sich Moses Masai schließlich in 45:16 Minuten ganz knapp vor dem zeitgleichen Charles Kamathi durch. Dritter wurde Getu Feleke mit 45:29, Rang vier ging an Micah Kogo in 45:41.

Bei den Frauen dominierte über die gut 16 km lange Strecke eine Läuferin: Linet Masai. Die 10.000-m-Weltmeisterin von Berlin war nach starken 50:39 Minuten im Ziel. Schneller als die Kenianerin war bisher nur Paula Radcliffe (Großbritannien), die im Rahmen des Halbmarathons in Newcastle 2003 (Great North Run) die 10-Meilen-Marke in 50:01 passiert hatte. Allerdings fällt die Strecke in Nordengland leicht ab. Mit 42 Sekunden Rückstand belegte Hilda Kibet (Holland) beim ,Dam tot Dam’ in 51:21 Minuten Rang zwei. Dritte wurde Peninah Arusei (Kenia) mit 51:26.

Ryan Hall und Catherine Ndereba in Philadelphia vorne

Der US-Amerikaner Ryan Hall und die Kenianerin Catherine Ndereba gewannen die 32. Auflage des Philadelphia-Halbmarathons in den USA.

Aus dem Marathontraining heraus bestritt Ryan Hall, der am 1. November in New York an den Start gehen wird, dieses Rennen. Etwa bei Kilometer 18 löste sich der 26-jährige Amerikaner von seinen drei kenianischen Konkurrenten Samuel Ndereba, Benjamin Limo und Valentine Orare. Das Ziel erreichte Ryan Hall dann in 61:52 Minuten mit einem Vorsprung von vier Sekunden auf Ndereba. Limo (62:01) und Orare (62:22) folgten auf den Plätzen drei und vier. „Es war ein harter Wettkampf für mich, aber meine Beine fühlten sich bis zum Ende gut an”, sagte Ryan Hall, der einen Geschwister-Sieg verhinderte.

Bei den Frauen gewann Catherine Ndereba mit einem Vorsprung von drei Sekunden in 69:43 Minuten vor ihrer Landsfrau Irene Limika. „Es gab für mich eine siebenjährige Unterbrechung nach meinem letzten Sieg bei diesem Rennen”, sagte die zweifache Marathon-Weltmeisterin Catherine Ndereba und fügte hinzu: „Da ich hier seit 15 Jahren lebe, ist es ein schönes Gefühl, ,zu Hause’ zu gewinnen.” Dritte wurde die Kenianerin Neriah Asiba (70:26), Rang vier belegte die frühere 10.000-m-Olympiasiegerin und Weltklasse-Marathonläuferin Derartu Tulu (Äthiopien). Die 37-Jährige war nach 70:33 Minuten im Ziel.