
Lornah Kiplagat, hier zu sehen beim New York Road Runners Mini-Marathon 2007, triumphiert in Italien. © www.photorun.net
Die Holländerin Lornah Kiplagat krönte die Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Udine (Italien). Die 32-jährige Titelverteidigerin gewann nicht nur die Goldmedaille, sondern brach sowohl die Weltrekorde über 20 Kilometer als auch im Halbmarathon. In 66:25 Minuten war Lornah Kiplagat in Udine 19 Sekunden schneller als Elana Meyer (Südafrika), die vor acht Jahren in Tokio (Japan) 66:44 gelaufen war. Auf dem Weg zu dem Triumph hatte Lornah Kiplagat die
20-km-Marke in 63:21 Minuten passiert. Das war 24 Sekunden schneller als ihre eigene Bestmarke, die sie vor einem Jahr bei der Straßenlauf-WM über 20 km in Ungarn aufgestellt hatte. Auch bei den Männern gewann der Titelverteidiger in Udine: Zersenay Tadesse (Eritrea) siegte nach einem spannenden Rennen in 58:59 Minuten.
„Heute lief alles perfekt für mich. Vier Kilometer vor dem Ziel merkte ich, dass der Weltrekord in Reichweite war. Die Zuschauer haben es mir zugerufen – auf den letzten zwei Kilometern habe ich immer auf die Uhr des Führungsfahrzeuges geschaut und wusste, dass ich es schaffen kann“, erklärte Lornah Kiplagat, die im Frühjahr bereits Cross-Weltmeisterin geworden war. Die Weltmeisterschaften in Osaka (Japan) hatte sie dann aufgrund einer Wadenverletzung verpasst.
Mary Keitany – bei Kilometer 15 nur zwei Sekunden zurück – konnte am dichtesten an Lornah Kiplagat dran bleiben und gewann am Ende Silber in erstklassigen 66:48 Minuten, die einen kenianischen Rekord bedeuteten. Dritte wurde mit Pamela Chepchumba (68:06) eine weitere kenianische Läuferin.
Erst auf dem letzten Kilometer löste sich Zersenay Tadesse im separaten Männerrennen von Udine aus der vierköpfigen Spitzengruppe. Der 25-jährige Titelverteidiger aus Eritrea lief schließlich schnelle 58:59 Minuten. Zweiter wurde mit drei Sekunden Rückstand Patrick Makau Musyoki vor seinem Landsmann Evans Cheruiyot (Kenia/59:05). Ebenfalls eine Weltklassezeit erzielte der viertplatzierte Äthiopier Deriba Merga (59:16), der lange Zeit das Tempo mit bestimmt hatte.