
Die wohl derzeit stärkste Straβenläuferin in den USA – Lineth Chepkurui. Hier ist sie nach einem Trainingslauf bei unerwartetem Schneefall im Mai in Boulder, Colorado zu sehen. © Take The Magic Step
KIMbia’s Lineth Chepkurui triumphierte am Sonntag bei der 99. Auflage des ,ING Bay to Breakers’ in San Francisco (Kalifornien/USA). Bei dem 12-km-Straßenlauf mit über 60.000 Teilnehmern verbesserte die Kenianerin mit 38:07 Minuten den Kursrekord und stellte eine neue Weltbestzeit auf. Die erst 22-jährige Läuferin gehört zum Team von KIMbia und wird von Dieter Hogen betreut.
Lineth Chepkurui ließ bei ihrem souveränen Sieg auf der hügeligen Strecke eine starke Konkurrenz hinter sich. Rang zwei belegte mit Emily Chebet (Kenia) die aktuelle Cross-Weltmeisterin. Sie war nach 38:41 Minuten im Ziel, gefolgt von der Äthiopierin Mamitu Daska (39:34). Lineth Chepkurui setzte in San Francisco ihre Erfolgsserie bei den großen US-Straßenrennen fort. In dieser Saison ist sie in Amerika noch ungeschlagen. Im April gewann sie zunächst die 10 km in New Orleans (Crescent City) in sehr schnellen 30:45 Minuten, dann siegte sie über 10 Meilen in Washington (Cherry Blossom) mit 51:51. Anfang Mai triumphierte Lineth Chepkurui auch über 12 km in Spokane (Lilac Bloomsday) in 38:10 – ebenfalls eine Weltbestzeit über diese Distanz.
Im Frühjahr 2009 hatte Lineth Chepkurui erstmals international auf sich aufmerksam gemacht, als sie bei den Cross-Weltmeisterschaften Rang vier belegte. Dieses Jahr wurde sie bei der Cross-WM Fünfte.
Um das Rennen sowohl für die Zuschauer als auch die Athleten attraktiver und spannender zu gestalten, wird den Frauen ein Vorsprung von 4:51 Minuten gewährt. Wer als Erster die Ziellinie überquert, gewinnt die so genannte ‚Battle to the Breakers‘ und erhält einen zusätzlichen Bonus. Am Sonntag erreichte Lineth Chepkurui, nachdem sie durchweg in Führung gelegen hatte, noch vor den Elite-Männern das Ziel.
Bei den Männern wiederholte Sammy Kitwara beim ,Bay to Breakers’ seinen Vorjahressieg. Der Kenianer setzte sich dabei im Schlussspurt in 34:15 Minuten knapp vor seinem zeitgleichen Landsmann Peter Kirui durch. Dritter wurde der Äthiopier Tilahun Regassa mit 35:30.
Der ‚Bay to Breakers‘-Lauf führt die Teilnehmer vom nordöstlichen Ende des Stadtzentrums von San Francisco, entlang der Bucht, zum westlichen Teil der Stadt. Der Zieleinlauf befindet sich entlang der Pazifikküste. An diesem Wochenende fand das in vielerlei Hinsicht einzigartige Rennen bei kühlen Temperaturen und unter bedecktem Himmel statt. Der beliebte Straßenlauf ist nicht nur eine schnelle Strecke für Eliteläufer, er ist zugleich eine Art Karneval für Tausende von Teilnehmern, die sich speziell für das Rennen verkleiden. Die phantasievollen Kostüme reichen dabei von Star Wars-Charakteren bis hin zu Sumo-Ringern.
Neben dem Unterhaltungswert des Laufes und den schnellen Zeiten der Elite-Athleten stehen insbesondere die Wohltätigkeitsorganisationen im Vordergrund. Ein Teil der Einnahmen aus der Veranstaltung kommt beispielsweise dem Programm ‚ING Run for Something Better‘ zugute. Dabei handelt es sich um eine nationale Kampagne, die schulische Laufprogramme finanziert und Kindern die Vorteile von körperlicher Fitness und einer gesunden Lebensweise näher bringt.