Lagat gewinnt zum siebten Mal die Meile bei den Millrose Games

Bernard Lagat triumphiert zum siebenten Mal bei den Millrose Games. © www.photorun.net

Bernard Lagat triumphiert zum siebenten Mal bei den Millrose Games. © www.photorun.net

Bernard Lagat schrieb ein Stück Millrose-Games-Geschichte an einem Wochenende ohne international bedeutende Straßenrennen. Der US-Amerikaner gewann das Meilenrennen bei dem Traditions-Meeting in New York, das bereits zum 102. Mal stattfand, zum siebenten Mal. Damit stellte er den legendären Rekord des Iren Eamonn Coghlan ein, der bei den Millrose Games die Meile ebenfalls sieben Mal gewann.

Dabei hatte es Bernard Lagat, der vor zwei Jahren Weltmeister über 1.500 und 5.000 Meter geworden war, in dem Meilenrennen nicht einfach. Er musste sich gegen den Olympia-Dritten Nick Willis behaupten. Der Neuseeländer übernahm rund 150 Meter vor dem Ziel die Führung, doch Lagat konnte in der Schlussrunde noch kontern. Der Amerikaner gewann schließlich in 3:58,44 Minuten vor Willis (3:59,48).

„Dieses Rennen zum siebenten Mal zu gewinnen, bedeutet eine Menge für mich, denn ich habe großen Respekt vor Eamonn Coghlan”, erklärte Bernard Lagat, der bezüglich seiner Pläne für die Weltmeisterschaften in Berlin im Sommer sagte: „Ich würde gerne beide Titel verteidigen und hoffe, dass ich so stark bin wie 2007.”

Paula Radcliffe plant Marathon-WM-Start in Berlin

Paula Radcliffe plant einen Start im Marathon bei den Weltmeisterschaften im August in Berlin. Dies gab die britische Weltrekordlerin, die über die 42,195 Kilometer eine Bestzeit von 2:15:25 Stunden hat, gegenüber britischen Medien bekannt. Damit käme es in Berlin bei der WM voraussichtlich zu einem zweiten Marathon-Duell zwischen Paula Radcliffe und Irina Mikitenko (TV Wattenscheid). Zuvor werden beide am 26. April beim London-Marathon aufeinander treffen.

Paula Radcliffe hat den Marathon-WM-Titel bereits einmal gewonnen. 2005 siegte sie in Helsinki in einem überlegen geführten Rennen mit 2:20:57 Stunden. Diese Zeit ist nach wie vor WM-Rekord. Gefragt nach ihren Plänen nach dem London-Marathon im April, sagte Paula Radcliffe: „Bis jetzt steht für mich nur ein weiteres Rennen fest: Der WM-Marathon in Berlin. Ich werde aber sicherlich noch ein paar kürzere Strecken laufen. Ob ich nach der WM noch bei einem Herbstmarathon an den Start gehen werde, entscheide ich erst nach Berlin.” Für Paula Radcliffe hat der Gewinn der WM-Goldmedaille nach dem erneut verpassten Olympiasieg 2008 Priorität. Im Vorfeld von Peking litt Paula Radcliffe unter einer Kette von Verletzungen.

Zuletzt trainierte Paula Radcliffe in ihrem Stammquartier in den französischen Pyrenäen. „Ich bin dort auch im Schnee gelaufen und denke, dass dies meine Beinmuskulatur gestärkt hat”, sagte die 35-jährige Britin, die zurzeit aber unter einer Grippe leidet und nicht trainieren kann. In der nächsten Woche will Paula Radcliffe für acht Wochen ins Höhentraining nach Albuquerque (New Mexiko/USA) reisen, wo sie auch in früheren Jahren trainierte. Vor dem London-Marathon sucht Paula Radcliffe noch einen anspruchsvollen Testlauf. „Wir haben uns noch nicht festgelegt, aber es gibt Optionen für einen 10-km-Lauf oder einen Halbmarathon”, erklärte Paula Radcliffes Mann und Manager Gary Lough.

Beide Vorjahressieger für Boston-Marathon verpflichtet

Mit beiden Vorjahressiegern wird am 20. April der 113. Boston-Marathon gestartet. Wie die Veranstalter mitteilen, haben sie sowohl Robert Kipkoech Cheruiyot (Kenia) als auch Dire Tune (Äthiopien) verpflichtet. Zuvor standen bereits die Starts der beiden US-Amerikaner Ryan Hall und Kara Goucher fest. Das Traditionsrennen über den welligen Kurs von Hopkinton nach Boston verzeichnet auch bei den Breitensportlern sehr großes Interesse. Im Vergleich zum Vorjahr registriert die Boston Athletics Association (BAA) ein Plus von rund 20 Prozent. Das Teilnehmerlimit für das Rennen, bei dem Qualifikationszeiten erfüllt werden müssen, liegt bei 25.000 Läufern. Es dürfte bald erreicht sein.

Der Boston-Marathon gehört zu der World Marathon Majors (WMM)-Serie, die bei dem Rennen am 20. April fortgesetzt wird (2008-2009-Serie) beziehungsweise neu beginnt (2009-2010). Bei den Frauen führt in der laufenden Serie Irina Mikitenko, die bereits die Serie 2007-2008 gewann. Die Läuferin des TV Wattenscheid wird am 26. April beim London-Marathon starten.

„Boston ist eines meiner Lieblingsrennen. Deswegen trainiere ich so hart wie es geht dafür, um dann zum fünften Mal zu gewinnen und einen neuen Streckenrekord zu erreichen”, erklärte Robert Kipkoech Cheruiyot, der 2003 sowie von 2006 bis 2008 jeweils den Boston-Marathon gewonnen hat. Vor drei Jahren stellte er dabei mit 2:07:14 Stunden einen Streckenrekord auf, der auch seine persönliche Bestzeit ist. Cheruiyot hatte vor kurzem bekannt gegeben, dass er zum Islam konvertiert sei und will künftig unter dem Namen Ahmed Omar Kipkoech Cheruiyot starten. Die Veranstalter des Boston-Marathons führen ihn allerdings noch mit seinem Vornamen Robert.

„Es war immer mein Traum, eines Tages beim Boston-Marathon starten zu können. Im vergangenen Jahr konnte ich ihn sogar gewinnen. Deswegen ist es für mich eine große Motivation, hier als Titelverteidigerin an den Start zu gehen”, erklärte Dire Tune, die im vergangenen Jahr in 2:25:25 Stunden in Boston gewann. Die 23-Jährige hat sich allerdings 2008 wohl keinen Gefallen damit getan, vier Marathonrennen zu laufen. Vor Boston war sie im Januar in Houston als Siegerin nach 2:24:40 Stunden im Ziel. Bei Olympia in Peking rannte sie dann im August auf Rang 15 und in New York belegte sie im November Platz sieben. Dieses Extremprogramm könnte durchaus negative Folgen auch für ihr Boston-Rennen haben.