Kitwara in Den Haag schneller als Gebrselassie

Haile Gebrselassie rannte auch in Den Haag durch den Regen. © Standard Chartered Dubai Marathon

Haile Gebrselassie rannte auch in Den Haag durch den Regen. © Standard Chartered Dubai Marathon

Für Haile Gebrselassie fiel zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Weltrekordjagd buchstäblich ins Wasser. Beim Halbmarathon in Den Haag wollte sich der 35-Jährige eigentlich den Weltrekord von dem Kenianer Sammy Wanjiru (58:33 Minuten) zurückholen. Doch am Ende musste sich der Äthiopier sogar noch dem Kenianer Sammy Kirop Kitwara geschlagen geben, der über die 21,0975 Kilometer in 59:47 Minuten gewann. Regen und Wind hatten die Läufer beim traditionellen ,City-Pier-City’-Rennen behindert, bei dem Sammy Wanjiru vor zwei Jahren seinen Weltrekord aufgestellt hatte. Im Januar hatte Haile Gebrselassie bereits bei Regen und Wind in Dubai den Marathon-Weltrekord verpasst.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich Haile Gebrselassie schlagen könnte – ich dachte, der sei unschlagbar”, sagte Sammy Kirop Kitwara, der sich während des Rennens nicht von dem äthiopischen Marathon-Weltrekordler (2:03:59 Stunden) abhängen ließ. Am Ende gewann der 22-jährige Kenianer das Sprintduell gegen Haile Gebrselassie, der sich nicht ganz in Topform fühlte und drei Sekunden später nach 59:50 Minuten das Ziel erreichte. „Schade, denn die Strecke ist wirklich gut”, sagte Haile Gebrselassie bezüglich der verpassten Rekordchance. Auch die Jahresweltbestzeit des Kenianers Patrick Makau Musyoki von 58:52 Minuten blieb außer Reichweite. Dritter wurde in Den Haag Dereje Tesfaye (Äthiopien) in 60:02. Mit Getu Feleke (Äthiopien/60:36) und dem überraschend starken Iren Martin Fagan (60:57) blieben zwei weitere Läufer unter 61 Minuten.

Das Rennen der Frauen machten zwei Kenianerinnen unter sich aus. Am Ende gewann Pauline Wangui in 1:10:49 Stunden deutlich vor der Marathon-Weltmeisterin Catherine Ndereba, die nach 1:11:33 im Ziel war. Auf Rang drei kam die Holländerin Ilse Pol mit deutlichem Abstand in 1:14:39. Bei der 35. Auflage des ,City-Pier-City’-Rennens beteiligten sich insgesamt 26.000 Läufer.

Arusei und Tola gewinnen Seoul-Marathon

Der Kenianer Moses Arusei und die Äthiopierin Robe Tola haben den Seoul-Marathon in Korea gewonnen. Während es für den 25-jährigen Arusei der bisher größte Sieg in seiner Karriere war, hatte die erst 22-jährige Tola bereits vor drei Jahren beim Hamburg-Marathon triumphiert. Bei kühlem Wetter rannte Moses Arusei in Korea 2:07:54 Stunden. Für Tola wurden 2:25:37 gestoppt.

Nachdem im Männerrennen lange Zeit eine sehr große Gruppe von Läufern das Feld angeführt hatte, fiel die Vorentscheidung kurz hinter der 30-km-Marke. Moses Arusei gelang es mit einer Tempoverschärfung, sich von den verbliebenen Konkurrenten zu lösen. Bei Kilometer 35 hatte er dann einen Vorsprung von 15 Sekunden, den er fortan noch ausbaute. Mit 2:07:54 erreichte Moses Arusei die zweitbeste Zeit seiner Karriere. Im vergangenen Frühjahr war er in Paris als Zweiter hochklassige 2:06:50 Stunden gelaufen. Auch in Deutschland hatte Moses Arusei in der Vergangenheit Erfolg: Seinen ersten Marathon gewann er auf Anhieb in Dresden 2005 in 2:16:48. Ein Jahr später war er Zweiter in Frankfurt mit 2:10:30.

In Seoul siegte Moses Arusei am Ende klar vor dem Äthiopier Dejene Yirdawe, der 2:08:30 rannte und dabei seine persönliche Bestzeit gleich um über drei Minuten steigerte. Rang drei belegte Sylvester Teimet (Kenia) mit 2:10:11.

Das Frauenrennen in Seoul war in den vergangenen Jahren immer wieder eine Angelegenheit der Chinesinnen – nicht so am Sonntag. Als Robe Tola das Tempo anzog, war die letzte verbliebene Konkurrentin, Wei Yanan (China), schnell geschlagen. Bei Kilometer 35 führte die Äthiopierin, die 2006 den Hamburg-Marathon gewonnen hatte, bereits mit einem Vorsprung von über einer Minute. Am Ende siegte die 22-Jährige in 2:25:37 mit über zwei Minuten Vorsprung auf die Koreanerin Lee Sun-Young (2:27:48). Dritte wurde Wei Yanan mit 2:29:00.

Mockenhaupt und Gabius Deutsche Crossmeister

Bei den Deutschen Crosslauf-Meisterschaften in Ingolstadt setzte sich Favoritin Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) eindrucksvoll durch. Die 28-Jährige gewann den Titel über die 5,1-km-Strecke in 17:27 Minuten vor der Cross-Spezialistin Susanne Hahn (schlau.com Saarbrücken/18:06), die in diesem Frühjahr allerdings dem Düsseldorf-Marathon gegenüber dem Crosslauf Priorität gibt. Dritte wurde Julia Hiller (Quelle Fürth) in 18:14. Bei den Männern gewann Arne Gabius (Asics Tübingen) das Langstreckenrennen über 10,1 km in 32:29 Minuten. Souverän siegte der von Olympiasieger Dieter Baumann betreute Läufer vor Sebastian Hallmann (LG Stadtwerke München/32:50) und Stephan Hohl (TV Huchenfeld/32:58).

André Pollmächer startet beim Düsseldorf-Marathon

Der Düsseldorf-Marathon wird in diesem Frühjahr im Hinblick auf die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Berlin im August im Mittelpunkt stehen. Denn gleich vier deutsche Topläufer werden am 3. Mai am Rhein an den Start gehen. Bei den Männern steht dabei André Pollmächer (LAC Erdgas Chemnitz) nach seinem viel versprechenden Marathondebüt in Frankfurt im Mittelpunkt.

Für das Frauenrennen hatten die Düsseldorfer zuvor bereits Melanie Kraus (Bayer Leverkusen), Susanne Hahn (SV schlau.com Saar 05) und Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg) verpflichtet. Während Melanie Kraus allerdings aufgrund ihres Rennens in Frankfurt im vergangenen Oktober bereits qualifiziert ist, wollen Susanne Hahn und Claudia Dreher den Sprung ins Team noch schaffen. Ebenfalls bereits gesetzt ist Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) nach ihrem Triumph in Berlin im vergangenen September. Da im Rahmen der WM auch der Marathon-Weltcup stattfindet, kann jedes Nationenteam fünf Läuferinnen ins Rennen schicken. Hahn und Dreher haben also in Düsseldorf gute Chancen, sich für Berlin zu qualifizieren.

André Pollmächer nimmt in seinem zweiten Marathon die WM-Norm von 2:13:00 Stunden ins Visier. Beim Frankfurt-Marathon hatte er diesen Richtwert mit 2:14:18 noch verfehlt. Trotzdem war dieses Rennen ein beachtliches Marathondebüt für einen deutschen Läufer. Der 25-Jährige gilt als die große Hoffnung für den schwachen deutschen Langstreckenbereich. 2007 sorgte André Pollmächer für Furore, als er den 10.000-Meter-Europacup gewann. Das hatte zuvor nur ein Deutscher geschafft: Dieter Baumann.