
Kenias Eliud Kipchoge (rechts) © www.photorun.net
Mit einem Paukenschlag hat der Kenianer Eliud Kipchoge das Laufjahr 2006 zu Ende gehen lassen. Der 22-Jährige stellte beim hochklassigen Silvesterlauf in Madrid einen neuen Weltrekord über die 10-km-Distanz auf. Mit 26:55 Minuten erzielte der 5.000-m-Weltmeister von 2003 die erste Zeit unter 27 Minuten bei einem 10-km-Straßenrennen. Kipchoge verbesserte den 2002 in Doha von Haile Gebrselassie aufgestellten Weltrekord um sieben Sekunden, allerdings sind die Zeiten aus Madrid noch nicht offiziell.
Schnellste Frau war die New-York-Marathon-Siegerin Jelena Procopcuka, die in ebenfalls hochklassigen 31:26 Minuten deutlich vor der Australierin Benita Johnson (32:05) gewann. Ein Jahr zuvor war Prokopcuka in Madrid Zweite hinter Paula Radcliffe. Die Britin erwartet im Januar ihr erstes Kind.
Im Männerrennen blieb auch der zweitplatzierte Zersenay Tadesse (Eritrea) unter 27 Minuten und damit unter dem alten Rekord. In einem spannenden Zweikampf hatte Eliud Kipchoge im Ziel lediglich eine Sekunde Vorsprung auf den 20-km-Weltmeister des Jahres 2006, Tadesse (26:56). Mit deutlichem Abstand aber immer noch einer hochklassigen Zeit von 27:38 Minuten folgte Craig Mottram (Australien) auf Rang drei. Dies ist ein australischer Rekord.
Eliud Kipchoge hatte 2003 bei der WM im Zweikampf gegen Hicham El Guerrouj (Marokko) überraschend Gold gewonnen. Im gleichen Jahr stellte er auch einen Junioren-Weltrekord über 5.000 m auf. Bei Olympia gewann der Kenianer ein Jahr später die Bronzemedaille über diese Distanz, doch bei der WM 2005 musste er sich mit Rang vier begnügen. Und das Jahr 2006 war nach einem dritten Rang bei der Hallen-WM über 3.000 m im März kein besonders gutes für Kipchoge. Doch den Knaller hatte er sich für Silvester aufgehoben.
Marokkaner Goumri gewinnt in Bozen, Brasilianer siegen in São Paulo
Nach einem dramatischen Finish hat Abderrahim Goumri den Silvesterlauf in Bozen gewonnen. Der Marokkaner lief die 10-km-Distanz in 28:34 Minuten und war damit zeitgleich mit dem zweitplatzierten Betona Warge Salhe (Äthiopien). Dritter wurde mit lediglich einer Sekunde Rückstand ein weiterer Äthiopier: Awash Warge Habtamu. Hinter Wilfred Taragon (Kenia/28:39) kam der italienische Marathon-Olmypiasieger Stefano Baldini in 28:43 als Fünfter ins Ziel.
In der letzten der acht Runden hatte Betona Warge Salhe das Tempo verschärft und sich leicht abgesetzt. Doch der 30-jährige Goumri, der in den letzten Jahren mehrere große internationale Finalrennen über 5.000 und 10.000 m erreicht hatte, konterte und kam wieder heran. Auf den letzten Metern zog er vorbei und gewann das Rennen, in dem der Mitfavorit Paul Kosgei (Kenia) als Siebenter keine Rolle spielte.
Bei den Frauen sorgte Aniko Kalovics (Ungarn) für einen europäischen Sieg in 15:44 Minuten. In dem 5-km-Rennen hatte sie vom Start weg die Führung übernommen. Zweite wurde Prisca Ngetich Jepleting (Kenia/15:52), Rang drei belegte Silvia Weissteiner (Italien/16:03).
Beim Silvesterlauf-Spektakel von Sao Paulo gab es einen brasilianischen Doppelsieg. Dies hing offenbar auch damit zusammen, dass die Veranstalter das Start- und Reisegeld für Topathleten gestrichen hatten. Wie dpa berichtet, wurde zudem auch das Preisgeld gekürzt. Entsprechend schwächer besetzt als in früheren Jahren war der Lauf. Bei dem 15-km-Rennen siegte Franck Caldeira in 44:06 Minuten. Schnellste Frau war Lucelia Peres mit 51:23.
Vorjahressieger Moses Kipsiro siegt in Trier, Irina Mikitenko Zweite
Der Vorjahressieger Moses Kipsiro (Uganda) hat den hochklassigsten der über 100 deutschen Silvesterläufe gewonnen. Im 8-km-Rennen von Trier setzte sich beim ,deutschen Sao Paulo’ der Afrikameister über 10.000 m, der diesen Titel im August gewonnen hatte, in 22:27,4 Minuten in einer Spurtentscheidung knapp gegen Eshetu Wondimu durch. Der Äthiopier war nur sieben Zehntelsekunden später in 22:28,1 im Ziel.
Dritter wurde Patrick Stitzinger (Niederlande), der in 23:14,1 Minuten dem viertplatzierten Jan Fitschen (TV Wattenscheid) einen Podestplatz verwehrte. Der deutsche 10.000-m-Europameister war nach 23:18,4 im Ziel.
Für die beste deutsche Platzierung sorgte vor tausenden Zuschauern Irina Mikitenko (TV Wattenscheid). Über die 5-km-Distanz musste sie sich lediglich der Äthiopierin Belaynesh Fekadu geschlagen geben, die in 15:42,2 Minuten gewann. Mikitenko war nach 15:52,3 als Zweite im Ziel und hatte damit einmal mehr Sabrina Mockenhaupt bezwungen. Die nationale Konkurrentin des Kölner Verein für Marathon, die als Vorjahressiegerin an den Start gegangen war, wurde Dritte in 15:57,0.
Koch gewinnt in Bietigheim, Baumann Achter
Stefan Koch (TV Wattenscheid) gewann den Bietigheimer Silvesterlauf mit 4.300 Teilnehmern. Auf der 11,2-km-Rundstrecke lief er 33:00 Minuten. In einem Rennen ohne starke Ausländer belegten Michael May (Bayer Leverkusen/33:04) und Michael Schering (LAZ Leipzig/33:07) die nächsten Plätze. Dieter Baumann, der 5.000-m-Olympiasieger von 1992, wurde Achter in 34:00.
Bei den Frauen erreichte Melanie Kraus (Bayer Leverkusen) als Erste das Ziel in 37:25 Minuten während die favorisierte Luminita Zaituc (LG Braunschweig) mit Rang vier in 39:47 vorlieb nehmen musste. Stephanie Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen/37:51) und Simret Restle (Eintracht Frankfurt/38:54) belegten die Ränge zwei und drei.
8.124 Läufer in Werl
Zum fünften Mal triumphierte der Dortmunder Ansgar Varnhagen beim größten deutschen Silvesterrennen von Werl nach Soest mit 8.124 Läufern. Die 15-km-Strecke lief er in 46:37 Minuten und stellte damit einen Streckenrekord auf. Schnellste Frau war Petra Maak in 55:56. 1.868 Teilnehmer hatte der Berliner Silvesterlauf, dessen 9,9 km langes Hauptrennen über zwei gut 100 Meter hohe Berge führte. Hier siegten Lennart Sponar (Berliner SV 92) in 32:47 Minuten und Karsta Parsiegla (SCC Berlin) mit 42:09.