
Berhane Adere beim 5-km-Rennen von Carlsbad (Kalifornien) im April. © www.photorun.net
Der Kenianer Francis Kibiwott und die frühere 10.000-m-Weltmeisterin Berhane Adere (Äthiopien) haben das internationale 10-km-Rennen von Cardiff (Großbritannien) gewonnen. In einem Feld von 3500 Läufern waren eine Reihe von ehemaligen prominenten Athleten, darunter der frühere Marathon-Weltrekordler Steve Jones (Großbritannien).
Francis Kibiwott zeigte eine souveräne Vorstellung und gewann schließlich in 28:36 Minuten deutlich vor seinem Landsmann Patrick Ivuti (28:50). Dritter wurde der Portugiese Alberto Chaica in 29:04. Bei seinem ersten ernsthaften Rennen in diesem Jahr kam nach langer Verletzungspause der Brite Jon Brown auf Rang 14 in 30:32. Der Marathonläufer war trotzdem zufrieden mit seinem Comeback. „Das erste Rennen ist immer das schwerste, mein Ziel ist Olympia im nächsten Jahr“, sagte Jon Brown.
Bei den Frauen gab es ein noch wesentlich erfolgreicheres Comeback nach einer Verletzung: Berhane Adere hatte sich beim London-Marathon im April ein Hüftproblem zugezogen. Jetzt lief die Äthiopierin in 32:22 Minuten zu einem Sieg mit fünf Sekunden Vorsprung vor Natasha Berkut (Ukraine). Zhor El Khamch (Marokko) wurde Dritte in 32:34. „Das war ein wirklich gutes Rennen für mich, denn ich hatte keine Probleme mehr mit der Hüfte“, erklärte Berhane Adere, die ankündigte: „Ich werde mich jetzt auf meine Titelverteidigung beim Chicago-Marathon vorbereiten.“
Über 19 Millionen Deutsche laufen, darunter immer mehr Frauen
Deutschland ist zu einem Volk der Läufer geworden. Nach neuesten Erkenntnissen gibt es in Deutschland inzwischen schon über 19 Millionen Läufer. Der Laufboom scheint kein Ende zu nehmen, denn die Steigerungswerte der letzten Jahre sind erheblich. Sie liegen ausgehend von einem Vier-Jahres-Zyklus bei rund 20 Prozent.
Nach einer Studie des angesehenen Allensbacher Marktforschungsinstitutes, die der Motor-Presse Verlag veröffentlichte, der unter anderen die deutsche Ausgabe der Zeitschrift Runner’s World herausgibt, gibt es in Deutschland inzwischen 19,1 Millionen Läufer. Dies umfasst den Personenkreis ab 14 Jahren.
Die Zahl teilt sich auf in 14 Millionen Menschen, die gelegentlich joggen. Running, so heißt es in der Studie, sei für diese Gruppe entweder Basis-, Begleit- oder Ergänzungssportart. 5,1 Millionen Deutsche zählen zur Gruppe der ambitionierten Läufer. Das heißt, dass sie regelmäßig, oft mehrmals in der Woche, diesen Sport betreiben. Viele von ihnen starten auch regelmäßig bei Laufveranstaltungen.
Die Zuwächse sind dabei kontinuierlich. Noch 1998 lag die Zahl der Läufer in Deutschland bei insgesamt 13,5 Millionen, vor vier Jahren waren es 16,0. Dabei ist interessant, dass es innerhalb der zwei Läufer-Gruppen deutlich unterschiedliche Zuwächse gibt. Die Zahl der Gelegenheits-Jogger stieg verglichen zu 1998 um rund 20 Prozent. Dagegen schoss die Zahl jener Läufer, die ihren Sport ambitioniert betreiben, gleich um über 130 Prozent in die Höhe.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine gewisse Altersverschiebung. Es sind längst nicht mehr hauptsächlich junge Menschen, die den Laufsport betreiben. Heute liegt der Altersdurchschnitt der deutschen Läufer, so berichtet der Stuttgarter Motor-Presse Verlag, bei 38,6 Jahren. Noch 1990 habe dieser Schnitt bei 32,4 gelegen.
Deutlich aufgeholt haben die Frauen in den letzten Jahren. Heute ist das Verhältnis zwischen Männer und Frauen in der Gruppe der ambitionierten Läufer bei praktisch 50:50. Bei den Gelegenheitsjoggern liegen die Männer nur noch wenige Prozentpunkte vor den Frauen.