
Meb Keflezighi lief in San Jose eine gute Marathon-Generalprobe. © www.photorun.net
Einen Doppelsieg für Kenia gab es am Sonntag beim Portugal-Halbmarathon. In der Hauptstadt Lissabon setzten sich Silas Sang in 60:20 und seine Landsfrau Helena Kirop in 70:26 Minuten durch. Währenddessen gewann US-Marathonläufer Meb Keflezighi den Rock ’n’ Roll-Halbmarathon in San Jose in 61:00 Minuten.
Bei den Männern trafen in Lissabon die Sieger der vergangenen beiden Jahre aufeinander: Silas Sang ging als Titelverteidiger an den Start, Emmanuel Mutai (Kenia) hatte 2007 gewonnen. Beide lieferten sich ein packendes Duell, nachdem sie sechs Kilometer vor dem Ziel Nicholas Kiprono (Uganda) hinter sich gelassen hatten. Dabei blieb das Tempo hoch, so dass der Streckenrekord fiel. Der 31-jährige Silas Sang hatte sich auf dem letzten Kilometer etwas abgesetzt und gewann dann mit 19 Sekunden Vorsprung vor Emmanuel Mutai, der sechs Wochen zuvor in Berlin Vize-Weltmeister im Marathon geworden war. Rang drei belegte Nicholas Kiprono mit 61:01. Als Vierter blieb auch Dickson Marwa (Tansania) noch klar unter der 62-Minuten-Marke (61:18).
Beim Frauenrennen sah es lange nach einem kenianischen Dreifach-Erfolg aus, denn an der Spitze bestimmten Helena Kirop, Florence Chepsoi und Magdaline Chemjor das Geschehen. Die 33-jährige Kirop war jedoch die einzige, die das Tempo bis ins Ziel halten konnte. Während ihre beiden Landsfrauen zu schnell angelaufen waren und zurück fielen, erreichte sie das Ziel in 70:26 Minuten. Kirop ist eine erfahrene Marathonläuferin, die im vergangenen Jahr in Berlin mit 2:25:01 Stunden Rang drei belegt hatte. Auf Platz zwei schob sich in Lissabon Dulce Felix (Portugal) in 70:44 Minuten, Dritte wurde deren Landsfrau Marisa Barros mit 71:07. Als Vierte erreichte Magdaline Chemjor (71:55) mit deutlichem Abstand das Ziel. Rund 15.000 Läufer gingen bei der 10. Auflage des Rennens an den Start.
Beim Rock ‘n’ Roll-Halbmarathon in San Jose gab es für Meb Keflezighi eine gelungene Generalprobe für seinen Start beim New York-Marathon am 1. November. Der 35-jährige US-Amerikaner, der 2004 in Athen sensationell eine olympische Silbermedaille im Marathon gewonnen hatte, siegte mit einer persönlichen Bestzeit von 61:00 Minuten deutlich vor Bolota Asmerom (USA/63:06). Damit verbesserte er seine eigene Bestleistung um 25 Sekunden. Zudem brach er ,im Vorbeilaufen’ den 20-km-US-Rekord mit einer Zeit von 57:52. Damit war er zwei Sekunden schneller als Ryan Hall 2006. Schnellste Frau war die Äthiopierin Belainesh Gebre, die in 71:24 Minuten vor Magdalena Lewy-Boulet (USA/71:46) gewann.
Ruto bricht Kursrekord beim Köln-Marathon, Mockenhaupt gewinnt
Ausgerechnet bei der 13. Auflage erreichten die Organisatoren des Köln-Marathons ihr großes Ziel: Zum ersten Mal in der Geschichte des Rennens gab es eine Siegzeit unter 2:10 Stunden. Und die Marke wurde dabei gleich überraschend deutlich unterboten. Der Kenianer Evans Ruto gewann das Rennen in 2:08:36 Stunden knapp vor seinem zeitgleichen Landsmann Samson Bungei. Dritter wurde Aadam Khamis (Bahrain) mit 2:09:09. Auch er blieb somit noch unter der alten Kurs-Bestzeit, die der Kenianer Sammy Kurgat vor einem Jahr mit 2:10:03 aufgestellt hatte. Die ersten drei liefen in Köln auch persönliche Bestzeiten.
Für Evans Ruto – nicht zu verwechseln mit dem früheren Weltklasse-Marathonläufer Evans Rutto – war es bereits der zweite Sieg in Deutschland in diesem Jahr. Im Mai hatte er den Hannover-Marathon gewonnen. Dort lief er 2:10:48 Stunden und setzte ebenfalls erfolgreich auf seine Spurtstärke, die ihm schließlich zu einem Sieg mit einer Sekunde Vorsprung verhalf.
Erwartungsgemäß setzte sich Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) bei ihrem Heimspiel am Rhein durch. Nur sechs Wochen nach dem WM-Marathon-Rennen, bei dem sie in 2:30:07 Stunden Platz 17 belegt hatte, war das Rennen in Köln auf sie zugeschnitten. „Ich wusste, dass es schwer werden würde aufgrund des knappen Zeitabstandes zwischen den beiden Läufen”, sagte Sabrina Mockenhaupt, die am Sonntag fast auf die Sekunde genau ihre Berliner Zeit erreichte: Nach 2:30:12 Stunden war sie in Köln im Ziel. Konkurrenz brauchte sie nicht zu fürchten. Mit großem Abstand folgten die Kenianerinnen Rose Nyangacha (2:38:07) und Prisca Kiprono (2:46:21). Rund 10.300 Marathonläufer hatten sich in Köln angemeldet. Alle Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, verzeichneten die Veranstalter die Rekordzahl von gut 32.000 Meldungen.
Baddeley und Rowbury siegen beim Meilenrennen in New York

Andy Baddeley gewann in einem knappen Finish bei der Fifth Avenue-Meile in New York. © www.photorun.net
Der Brite Andy Baddeley und die US-Amerikanerin Shannon Rowbury gewannen in der Woche zuvor die traditionelle Fifth Avenue-Meile in New York. Bei der 29. Auflage der Veranstaltung gingen 3.793 Läufer an den Start. Der jüngste Teilnehmer war acht Jahre alt, der älteste 93. Die Zuschauer sahen bei schönem Laufwetter jeweils einen packenden Endspurt im Kampf um den Sieg.
Mit einem Abstand von lediglich vier Zehntelsekunden kamen die ersten drei Männer ins Ziel. Der 27-jährige Andy Baddeley gewann das Meilenrennen in 3:51,8 Minuten vor dem Kenianer Boaz Lalang (3:52,0) und den beiden US-Amerikanern Leonel Manzano (3:52,2) sowie Bernard Lagat (3:52,7). Baddeley, der bei Olympia 2008 im 1.500-Meter-Finale Platz neun belegt hatte, fügte seinem Erfolgs-Portfolio in New York einen weiteren prestigeträchtigen Meilensieg hinzu. 2008 hatte er beim Golden League-Meeting in Oslo auf der Bahn bereits die ,Dream Mile’ gewonnen, nun setzte er sich bei der Fifth Avenue Mile auf der Straße durch.
Einen britischen Doppelsieg in New York verhinderte die US-Amerikanerin Shannon Rowbury bei den Frauen. Bei der WM in Berlin lag sie als Dritte im 1.500-m-Finale noch einen Rang hinter der Britin Lisa Dobriskey. Doch über die Meile auf der Fifth Avenue war es umgekehrt. Im Schlussspurt setzte sich die 25-Jährige in 4:23,3 Minuten vor drei zeitgleichen Läuferinnen durch: Dobriskey wurde in 4:23,9 Zweite, gefolgt von Sara Hall (der Frau des US-Marathonläufers Ryan Hall) und Christin Wurth-Thomas (beide USA).
Frankfurt-Marathon mit starkem Frauenfeld
Das stärkste Frauen-Elitefeld in der Geschichte des Rennens wird beim Commerzbank Frankfurt-Marathon am 25. Oktober an den Start gehen. Zu den bereits zuvor verpflichteten Kenianerinnen Rose Cheruiyot (Bestzeit: 2:25:48 Stunden) und Ruth Wanjiru (2:27:38) sind weitere afrikanische Läuferinnen hinzugekommen. Die prominentesten neuen Verpflichtungen sind Agnes Kiprop (Kenia) und Firehiwot Dado (Äthiopien), die jeweils im Frühjahr große Marathonrennen gewannen. Während Kiprop in Turin siegte, setzte sich Dado beim Rom-Marathon durch.
Agnes Kiprop ist in diesem Jahr noch ungeschlagen. Die 29-Jährige hat ihre beiden großen Rennen dabei mit persönlichen Bestzeiten gewonnen – und das jeweils in Turin. Im Frühjahr siegte sie beim Turin-Marathon und steigerte sich auf 2:26:22 Stunden, fünf Wochen vor dem Start in Frankfurt gewann sie den Halbmarathon in der norditalienischen Stadt in 69:54 Minuten. Auch Firehiwot Dado stellte in diesem Jahr im Marathon eine persönliche Bestzeit auf. Bei ihrem überraschenden Sieg beim Rom-Marathon steigerte die 25-jährige Äthiopierin dabei ihre persönliche Bestmarke gleich um über zehn Minuten: Mit einem Hausrekord von 2:37:34 war sie im März nach Italien gereist, nach flotten 2:27:08 hatte sie dann in Rom gewonnen.
Neben Agnes Kiprop und Firehiwot Dado gaben die Veranstalter die Verpflichtung von drei weiteren Topläuferinnen bekannt: Irene Limika (Kenia) und Shitaye Debellu Gemechu (Äthiopien) sowie Luminita Zaituc (LG Braunschweig). Irene Limika war im vergangenen Jahr in Frankfurt ein überzeugendes Marathondebüt gelaufen. Als Vierte erreichte sie damals beachtliche 2:28:31 Stunden. Dieses Resultat ist nach wie vor ihre Bestzeit. Viel Marathon-Erfahrung bringt Shitaye Debellu Gemechu mit nach Frankfurt. Im vergangenen Jahr verbesserte sie ihre persönliche Bestmarke um fünf Sekunden auf 2:26:10 Stunden. Mit dieser Zeit wurde sie Vierte beim Paris-Marathon. Rang fünf belegte die Äthiopierin in diesem Frühjahr beim Tokio-Marathon. Luminita Zaituc ist nach wie vor die viertschnellste deutsche Marathonläuferin aller Zeiten. Ihre Bestzeit von 2:26:01 Stunden erreichte sie beim Sieg in Frankfurt 2001.