Kenianer Paul Kirui und Lydia Cheromei in Amsterdam vorne

Lydia Cheromei lief bei ihrem Marathon-Debüt in Amsterdam zum Sieg. © ING Amsterdam Marathon

Lydia Cheromei lief bei ihrem Marathon-Debüt in Amsterdam zum Sieg. © ING Amsterdam Marathon

Einen kenianischen Doppelerfolg gab es beim Amsterdam-Marathon, der mit seiner schnellen Strecke einmal mehr hochklassige Siegzeiten produzierte. Bei den Männern setzte sich dabei mit Paul Kirui der Halbmarathon-Weltmeister von 2004 in 2:07:52 Stunden durch. Das Rennen der Frauen gewann die Debütantin Lydia Cheromei in 2:25:57.

Bei den Männern hatte sich eine gut zehnköpfige Spitzengruppe gebildet, die die 10-Kilometer-Marke nach 29:50 Minuten erreichte. Dieses sehr hohe Tempo, das gut ist für ein Ergebnis von knapp unter 2:06 Stunden, konnten die Topläufer jedoch nicht ganz halten. Die Halbmarathonmarke war dann nach 63:25 Minuten erreicht. Zu diesem Zeitpunkt begann sich die Spitzengruppe bereits auseinanderzuziehen. Vorne liefen unter anderen die vier Kenianer Paul Kirui, Robert Cheboror, Jonathan Kosgei und Dennis Ndiso sowie der Äthiopier Dejene Berhanu. Ndiso verlor dann ebenfalls bald den Kontakt. Nachdem die anderen vier den 30-km-Punkt nach 1:30:23 Stunden erreicht hatten, schloss von hinten kommend mit Jackson Koech ein weiterer Kenianer zur Spitze auf. Es war dann Paul Kirui, der nach Kilometer 37 den entscheidenden Vorstoß startete und bis Kilometer 40 einen Vorsprung von rund einer halben Minute herauslief. „Als ich hörte, dass die Läufer aus der zweiten Gruppe den Abstand zu uns verkürzt hatten, habe ich entschieden, es alleine zu versuchen”, erklärte der 28-jährige Paul Kirui. Das war offensichtlich die richtige Taktik, denn von hinten kommend holte Chala Dechase einen nach dem anderen ein. Nur einen konnte der Äthiopier nicht mehr erreichen: Paul Kirui. Dechase lief in 2:08:31 Stunden als Zweiter im Olympiastadion von Amsterdam ins Ziel.

Drei weitere Athleten blieben unter 2:10 Stunden: Cheboror wurde Dritter mit 2:09:13, gefolgt von seinen Landsleuten Kosgei (2:09:22) und Koech (2.09:42). Der 5.000-Meter-Weltmeister von 2005, Benjamin Limo (Kenia), lief bei seinem Marathondebüt in 2:12:46 Stunden auf Rang zwölf. Er war das hohe Anfangstempo zu keiner Zeit mitgegangen, erreichte die Halbmarathonmarke nach 64:41 Minuten und wurde dann aber im zweiten Abschnitt auch langsamer.

Paul Kirui lief zum zweiten Mal in Folge ein hochklassiges Marathonrennen in Amsterdam. Im vergangenen Jahr war er dort als Vierter mit 2:07:12 Stunden seine immer noch aktuelle persönliche Bestzeit gelaufen. Dieses Mal war der Kenianer zwar nicht ganz so schnell, dafür jedoch der Sieger.

Im Frauenrennen entwickelte sich ein Duell zwischen Lydia Cheromei und der Äthiopierin Adenech Zekiros. Gemeinsam mit Mengistu Asnakech (Äthiopien), die bis vor der 20-km-Marke ebenfalls noch mithielt und am Ende Fünfte wurde, passierten die beiden die 10 km in flotten 34:10 Minuten. Die Halbmarathonmarke erreichte das Duo dann nach 1:12:24, und auch bei 25 km (1:25:36) waren Cheromei und Zekiros noch gemeinsam an der Spitze. Dann allerdings konnte die Äthiopierin nicht mehr mithalten. Während Lydia Cheromei, die 2004 Vize-Weltmeisterin im Halbmarathon war und im September den Rotterdam-Halbmarathon in 68:35 Minuten gewonnen hatte, einem souveränen Sieg zustrebte (2:25:57), erreichte Adenech Zekiros schließlich als Zweite in 2:30:17 das Ziel. Dritte wurde Marta Markos (Äthiopien) in 2:32:32 Stunden.

19-jährige Chinesin Xue Bai siegt in Peking

Mit dem Peking-Marathon stand am Sonntag ein weiterer internationaler Top-Marathon auf dem Programm. Hier dominierten Kenias Männer das Rennen und belegten die ersten drei Plätze. Benjamin Kiptoo war in 2:10:14 Stunden vor Luka Chelimo (2:10:30) und Simon Wangai (2:10:52) im Ziel. Vierter wurde der Marokkaner Rachid Kisri mit 2:11:31. Für den Höhepunkt des Tages sorgte die erst 19-jährige Chinesin Xue Bai, die in 2:26:27 gewann. Bei den Olympischen Spielen war sie über 10.000 m gestartet und hatte Platz 21 belegt. Jetzt siegte sie in Peking vor zwei Landsfrauen: Rong Chen wurde in 2:28:25 vor Yingying Zhang (2:28:52) Zweite. Vierte wurde die Kenianerin Hellen Kimutai mit 2:29:19.

Sulle rennt Streckenrekord beim Dresdener Jubiläums-Marathon

Phaustin Baha Sulle meldete sich mit einem Kursrekord in Dresden zurück. © www.photorun.net

Phaustin Baha Sulle meldete sich mit einem Kursrekord in Dresden zurück. © www.photorun.net

Die Männer begannen das Rennen mit hohem Tempo. Sie lagen somit vom Start weg deutlich unter dem bisherigen Streckenrekord. Vor zwei Jahren war der Kenianer Joseph Talam in Dresden 2:15:26 Stunden gelaufen. Nun erreichte eine vierköpfige Spitzengruppe, darunter zwei Tempomacher, die Halbmarathonmarke nach 65:21 Minuten. Als der letzte der ,Hasen’, Simon Kasimili (Kenia), bei Kilometer 25 (1:17:05 Stunden) aus dem Rennen ging, entwickelte sich ein Zweikampf zwischen Phaustin Baha Sulle und Pharis Kimani (Kenia).

Zunächst sah es dabei so aus, als könnten beide in einen Bereich von 2:10 bis 2:11 Stunden laufen. Doch jenseits der 30-km-Marke wurde das Tempo langsamer. Die Entscheidung fiel dann kurz vor Kilometer 35, als Phaustin Baha Sulle, der Halbmarathon-Vizeweltmeister von 2000, das Tempo kurzzeitig etwas anziehen konnte. Damit löste er sich entscheidend von Pharis Kimani, der aber in seinem zweiten Marathonrennen als Zweiter in 2:14:40 Stunden mit einer persönlichen Bestzeit ins Ziel kam. Dritter wurde Vasil Remshchuk (Ukraine) in 2:17:27.

„Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, denn aufgrund des Windes war es nicht ganz so leicht”, erklärte Phaustin Baha Sulle, der eine Bestzeit von 2:10:08 Stunden hat, die er in Dortmund 2004 erreichte. Danach hatte er lange Zeit Verletzungsprobleme. „2007 konnte ich keinen einzigen Wettkampf bestreiten und nur locker trainieren, denn ich hatte ein Problem mit meinem Hüftgelenk”, erklärte Phaustin Baha Sulle. „Aber jetzt läuft es immer besser und ich bin optimistisch für die Zukunft. Ich würde gerne im Januar beim Dubai-Marathon starten. Dort wäre mein Ziel eine Zeit zwischen 2:06 und 2:07.”

Bei den Frauen lag die klar favorisierte Tansanierin Fabiola John zeitweise bereits mit rund zwei Minuten in Führung. Die 23-Jährige, die in Edinburgh vor drei Jahren Zweite war und eine Bestzeit von 2:34:41 Stunden hat, erreichte die Halbmarathonmarke nach 1:17:40 Stunden deutlich vor Remalda Kergyte (1:19:31). Doch bald darauf machte die Litauerin Boden gut, während die am Ende zweitplatzierte John (2:40:53) immer langsamer wurde. „An der 28-Kilometer-Marke wusste ich, dass ich noch eine Chance habe, sie einzuholen. Bei Kilometer 36 bin ich an ihr vorbeigezogen”, sagte Remalda Kergyte, die in Dresden den größten Erfolg ihrer Karriere feierte und sich für die WM in Berlin 2009 qualifizierte. „Ich will aber auch beim Morgenpost Dresden Marathon im nächsten Jahr an den Start gehen”, erklärte Remalda Kergyte, die sowohl 2006 als auch 2007 jeweils Zweite in Dresden war.

Bei den parallel stattfindenden Rennen über 10 km und im Halbmarathon sorgte der Berliner Lennart Sponar (Brooks Running Team BSV 92) für eine gute Leistung. Er siegte über 21,0975 km in 65:39 Minuten und belegt damit in der deutschen Jahresbestenliste Rang zwei.