
Kenenisa Bekele, hier bei einem Rennen in Deutschland im letzten Jahr, zeigt sich in Bestform in Spanien. © www.photorun.net
Der Äthiopier Kenenisa Bekele und Maria Mutola aus Mosambik haben vergangenen Samstag beim Meeting in Saragossa (Spanien) mit zwei Jahresweltbestleistungen über 5.000 Meter und 800 Meter für die Höhepunkte gesorgt. Mit 12:49:53 Minuten und 1:58:21 Minuten haben die beiden bewiesen, dass sie für die in wenigen Wochen stattfindende Weltmeisterschaft in Bestform sind.
Bekeles Leistung war aus mehreren Gründen bemerkenswert: Bislang war in diesem Sommer noch kein Athlet unter 13 Minuten geblieben. Bekele ist als einziger Läufer gleich fünfmal unter 12:50 gelaufen. (Haile Gebrselasie und Daniel Komen war dies viermal gelungen.) Bei heftigen Winden und einer Außentemperatur von etwa 30 °C lieferte Bekele einen beeindruckenden Sololauf – nach 2.000 Metern hatte er seine Konkurrenten abgehängt. Der Zweitplatzierte kam erst 38 Sekunden später durchs Ziel.
Mit diesem Rennen und den beiden erst kürzlich erlangten Siegen, in denen er die 3.000 Meter unter 7:30 lief, konnten alle Befürchtungen darüber beseitigt werden, Kenenisa Bekele würde sich nach seiner Erkrankung nicht wieder erholen. Denn bei den Cross-Weltmeisterschaften in Kenia musste Bekele seinen Lauf wegen Magenproblemen aufgrund der großen Hitze 800 Meter vor dem Ziel aufgeben. Die jüngsten Erfolge ließen ihn vermutlich auch seine Pläne für die WM in Japan ändern: Eigentlich wollte er dort nur über die 10.000 Meter starten. Mittlerweile äußert er sich dazu aber nicht mehr und lässt somit die Möglichkeit offen, in Osaka auch über die 5.000 Meter zu starten.
Ein weiteres Glanzlicht setzte Maria Mutola. Es besteht kein Zweifel darüber, welches Rennen sie bei der WM in Osaka laufen wird. Mit Leichtigkeit besiegte die 34-jährige 800-Meter-Spezialistin ihre Konkurrentin, die Olympiateilnehmerin und WM-Silbermedaillengewinnerin Hasna Benhassi aus Marokko mit 1:58.21 zu 1:59.31. Mutola gewann 2003 Ihren letzten Freiluft-Weltmeistertitel und kann sieben Hallenweltmeistertitel auf ihrem Meisterschaftskonto verbuchen.
Erstläufer gewinnen „Bix-7“-Straßenrennen
Trotz der ihnen unbekannten Strecke, triumphierten Duncan Kibet (Kenya) und Wude Alayew (Äthiopien) am Samstag beim „Bix-7“-Straßenrennen in Davenport, Iowa. Alayew, die am 4. Juli das 10 km-Peachtree-Straßenrennen gewonnen hatte, kam 20 Sekunden (36:57 zu 37:17) vor der Rumänin Luminita Talpos ins Ziel. Für Kibet fiel der Vorsprung etwas knapper aus. Mit 32:15 Minuten lag er beim Finish nur fünf Sekunden vor dem KIMbia-Athleten Tom Nyariki. Der Olympia-Zweite im Marathon, Meb Keflezighi, kam mit 32:26 als Vierter ins Ziel.
Kibet, Nyariki und Keflezighi werden sich am Samstag, beim Beach to Beacon 10 k in Cape Elizabeth, Maine, erneut gegenüberstehen. Das Rennen wird in der Stadt ausgetragen, in der auch die Olympiagoldgewinnerin im Marathon, Joan Samuelson, aufgewachsen ist. Mit ihren 50 Jahren zählt Samuelson noch immer zu den erfolgreichen Athletinnen. In ihrer Altersgruppe hat sie das „Bix 7“-Straßenrennen in 43:07 Minuten gewonnen.
Wieder persönliche Bestzeit für Alan Webb
Bei der „KBC Night of Athletics“ in Heusden, Belgien, lief Alan Webb bereits seine dritte Monats-Bestzeit. Er gewann die 800 Meter mit 1:43.84 Minuten und war damit fast zwei Sekunden schneller als seine bisherige persönliche Bestmarke. Außerdem konnte er durch diesen Sieg den Zeitabstand zu seinem Konkurrenten, dem 800-Meter-Spezialist Gary Reed aus Kanada deutlich verbessern. Reed kam nach 1:44:01 Minuten ins Ziel. Durch seine neue Bestzeit über 800 Meter und seine bisherigen Bestzeiten von 3:30:54 über 1.500 Meter und 3:46:91 über 1.600 Meter rücken Webbs Medaillenchancen in Osaka in greifbare Nähe.
Noch ein interessanter Aspekt: Wegen seiner neuen Bestzeit über 800 Meter bildet Alan Webb nun zusammen mit dem marokkanischen Olympiasieger und früheren Weltrekordhalter Said Aouita ein ganz besonderes Team: Sie sind die einzigen Menschen in der Geschichte, die die 800 Meter in weniger als 1:44 (Aouitas Bestzeit war 1:43:86) und die 10.000 Meter in weniger als 27:40 gelaufen sind. (Im letzten Jahr debütierte Webb mit 27:34:72 Minuten, während Aouita in seinem einmaligen ernsthaften Versuch über diese Distanz mit 27:26:11 Minuten Webbs Zeit sogar noch unterbot.)