Höchstklassiger 25-km-Lauf aller Zeiten in Berlin

Matthew Koech triumphiert im Berliner Olympiastadion. © www.photorun.net

Matthew Koech triumphiert im Berliner Olympiastadion. © www.photorun.net

Der traditionsreiche Berliner 25-Kilometer-Lauf hat an seine besten Zeiten angeknüpft und diese aus spitzensportlicher Sicht dabei sogar übertroffen. Die 29. Auflage der BIG 25 Berlin produzierte gemessen an den Siegzeiten das bisher beste Rennen in seiner Geschichte. Bei perfekten Wetterbedingungen nutzten die Kenianer Matthew Koech und Peninah Arusei die schnelle Strecke und stellten jeweils Jahresweltbestleistungen auf: Der 25-jährige Koech siegte in 1:13:24 Stunden. Das ist die siebtbeste Zeit aller Zeiten über diese Distanz. Arusei gelang es als erste Athletin in der Geschichte des 25-km-Laufes das Rennen zum dritten Mal zu gewinnen. Die 30-Jährige, die bereits 2006 und 2008 als Siegerin in das Berliner Olympiastadion eingelaufen war, stellte mit 1:22:31 Stunden einen Streckenrekord auf und erzielte die viertbeste je gelaufene Zeit. Bei keinem anderen 25-km-Rennen gab es zuvor derartige starke Ergebnisse des schnellsten Mannes und der schnellsten Frau.

Auch breitensportlich entwickelt sich das Rennen gut: 9.871 Läufer aus 45 Nationen hatten gemeldet. „Wir freuen uns über die starke spitzen- und breitensportliche Entwicklung. Mit den heutigen Resultaten haben wir angeknüpft an die früheren Erfolge der Veranstaltung, die einst als ,25 km de Berlin’ Maßstäbe gesetzt hat für den deutschen Laufsport”, sagte Race-Direktor Gerhard Janetzky.

Lange Zeit sah es im Männerrennen so aus, als ob Matthew Koech sogar den Welt- und Streckenrekord seines Landsmannes Paul Kosgei brechen könnte, der 2004 in Berlin 1:12:45 Stunden gelaufen war. Nach 28:19 Minuten hatte Koech gemeinsam mit Fred Kosgei und dem Marathon-Weltmeister Luke Kibet (alle Kenia) die 10-km-Marke erreicht. Bei Kilometer 15 (42:50 Minuten) hatte der spätere Sieger dann bereits einen Vorsprung von 20 Sekunden auf Kosgei, der am Ende als Zweiter in 1:14:35 vor Luke Kibet (1:15:31) im Ziel war. Die Zwischenzeit war immer noch gut für eine Zeit von unter 1:12 Stunden. Auf dem letzten ansteigenden Stück zum Olympiastadion wurde Matthew Koech dann aber etwas langsamer, so dass er den Weltrekord noch verpasste. Bester Deutscher war der Berliner Lennart Sponar (BSV 92), der als Elfter 1:22:26 Stunden erreichte.

„Ich bin sehr zufrieden mit meinem Rennen und hoffe, dass ich mich in diesem Jahr für die Halbmarathon-Weltmeisterschaften qualifizieren kann”, erklärte Matthew Koech, der erst seit Donnerstag von seinem Start bei den BIG 25 Berlin wusste. Er war kurzfristig als Ersatzmann für den verletzten Paul Tergat (Kenia) nominiert worden. Allerdings kannte er die Berliner Strecke, denn vor zwei Jahren hatte Matthew Koech das Olympiastadion als Dritter erreicht.

Peninah Arusei läuft eine Weltklassezeit. © www.photorun.net

Peninah Arusei läuft eine Weltklassezeit. © www.photorun.net

Ein extrem schnelles Rennen entwickelte sich auch bei den Frauen. Peninah Arusei übernahm dabei frühzeitig die Führung. Als sie die 10-km-Marke nach 31:18 Minuten erreicht hatte, hatte sie bereits einen Vorsprung von rund zehn Sekunden auf Caroline Cheptonui (Kenia) und war auf Kurs für die erste Zeit einer Frau unter 1:20 Stunden. Doch auf dem letzten Stück verlor auch die Titelverteidigerin etwas an Fahrt und verpasste schließlich den Weltrekord der Japanerin Mizuki Noguchi (1:22:13) um nur 18 Sekunden. „Schade, wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich den Rekord heute gebrochen. Nun werde ich es nächstes Jahr wieder versuchen”, erklärte Peninah Arusei, die ihren eigenen Kursrekord aus dem vergangenen Jahr (1:24:10) deutlich unterbot. Auch die beiden nächstplatzierten Läuferinnen – Furtuna Zegergish (Eritrea/1:22:57) und Caroline Cheptonui (1:23:43) – blieben noch unter der alten Streckenbestmarke. Schnellste deutsche Läuferin war hier Karsta Parsiegla (SCC Berlin) in 1:43:56 auf Platz neun.

Patrick Ivuti bricht Kursrekord beim Prag-Marathon

Patrick Ivuti sorgte für den Höhepunkt beim Prag-Marathon. Der Kenianer meldete sich mit einem Kursrekord von 2:07:48 Stunden zurück und unterbot dabei die alte Marke gleich um 64 Sekunden. Schnellste Frau war in Prag die Russin Olga Glok in 2:28:27 Stunden. Rund 6.000 Läufer gingen bei relativ warmem Wetter an den Start.

Patrick Ivuti war nach seinem Chicago-Marathon-Sieg 2007 an Malaria erkrankt und hatte dadurch auf den geplanten Start beim Boston-Marathon verzichten müssen. Vor genau einem Jahr meldete sich der 30-jährige Kenianer dann mit einem zweiten Platz bei den Big 25 Berlin zurück. Im Dezember gewann er den Honolulu-Marathon mit 2:14:35 Stunden, doch jetzt kam er in Prag bis auf zwei Sekunden an seine persönliche Bestzeit heran.

Nach einer Halbmarathon-Zwischenzeit von 64:08 Minuten fiel die Spitzengruppe auseinander und nachdem der letzte Tempomacher ausgestiegen war, lag bei Kilometer 30 Patrick Ivuti in Führung. Doch von hinten kam Stephen Kibiwott noch einmal heran und überholte seinen Landsmann. Rund einen Kilometer vor dem Ziel gelang Patrick Ivuti jedoch der entscheidende Konter. Mit einem knappen Vorsprung von sechs Sekunden gewann er vor Kibiwott (2:07:54). Dritter wurde mit Kenneth Mungara (2:10:29) ein weiterer Kenianer. Rang vier belegte Mykola Antonenko (Ukraine) in 2:10:54.

Im Frauenrennen übernahm Olga Glok vor Kilometer 30 die Führung und gab sie nicht mehr ab. Sie war die einzige, die unter 2:30 Stunden blieb (2:28:27). Zweite wurde Mulu Seboka (Äthiopien) in 2:30:39 vor ihrer Landsfrau Eyrusalem Mutal (2:32:43).