Haile Gebrselassie läuft Top-Zeit bei Bahn-Comeback

Haile Gebrselassie bei seinem Bahn-Comeback in Hengelo. © www.photorun.net

Haile Gebrselassie bei seinem Bahn-Comeback in Hengelo. © www.photorun.net

Bei seinem Comeback auf der 400-m-Bahn hat Äthiopiens Läuferstar Haile Gebrselassie in Hengelo auf Anhieb eine Weltklassezeit erzielt. Der 34-Jährige, der sich eigentlich nach Platz fünf über 10.000 Meter bei den Olympischen Spielen 2004 von den Bahnrennen verabschiedet hatte, rannte zum ersten Mal seit den Spielen von Athen wieder über die 25-Runden-Distanz. Dabei erzielte er mit 26:52,81 Minuten eine Weltklassezeit, die jedoch in einem starken Feld nur zu Rang fünf reichte. Zweimal hatte Haile Gebrselassie in der Vergangenheit bei dem Meeting in Hengelo über 10.000 m Weltrekorde aufgestellt: 1995 war er 26:43,53 Minuten gelaufen, drei Jahre später verbesserte er sich auf 26:22,75.

Das Rennen gewann dieses Mal Haile Gebrselassies Landsmann Sileshi Sihine in 26:48,73 Minuten vor den beiden Kenianern Eliud Kipchoge (26:49,02) und Moses Mosop (26:49,55). Die Äthiopier bestimmten das Geschehen über die 10.000 m. Sie hatten sieben Läufer unter den Top Ten. Für Haile Gebrselassie ändert der Ausflug auf die Bahn jedoch nichts an seinen Prioritäten. Es wird keine Rückkehr zum Schwerpunkt Bahnrennen geben, der Marathon hat weiterhin Priorität. Nachdem Haile Gebrselassie im April beim London-Marathon mit Atemproblemen aufgegeben hatte, steht noch nicht fest, bei welchem Herbstmarathon er an den Start gehen wird.

Simon Bairu gewann in Ottawa über 10 km. © www.photorun.net

Simon Bairu gewann in Ottawa über 10 km. © www.photorun.net

Haile Gebrselassies Landsmann und Weltrekord-Nachfolger über 5.000 und 10.000 m, Kenenisa Bekele, gewann in Hengelo zwar souverän die selten gelaufene Zwei-Meilen-Distanz. Doch mit 8:13,51 Minuten blieb er weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Eigentlich wollte der 24-Jährige die Weltbestzeit des Kenianers Daniel Komen (7:58,61 Minuten) brechen. Doch schon vor dem Meeting war klar, dass die derzeitige Form nicht für einen Weltrekordangriff ausreichen würde, zumal die Komen-Marke eine besonders exzellente ist. Seit seiner Aufgabe bei den Cross-Weltmeisterschaften in Mombasa (Kenia) im März, wo Bekele eigentlich zum sechsten Mal in Folge Gold gewinnen wollte, läuft der Äthiopier seiner Topform hinterher.

David Cheruiyot bricht Streckenrekord beim Ottawa-Marathon, KIMbias Simon Bairu siegt über 10 km

David Cheruiyot sorgte für den Höhepunkt bei einem Laufsport-Wochenende in Ottawa, bei dem insgesamt 29.641 Teilnehmer in unterschiedlichen Rennen an den Start gingen. Der Kenianer gewann am Sonntag den Marathon in Kanada in der Streckenrekordzeit von 2:10:35 Stunden. Schnellste Frau war die Kanadierin Lioudmila Kortchaguina mit 2:31:56. Tags zuvor waren auch die 10-km-Wettbewerbe gut besetzt. Dabei setzten sich der zur KIMbia-Gruppe gehörende Simon Bairu (Kanada) in 28:29 Minuten und die Marathon-Weltmeisterin von 2003, Catherine Ndereba (Kenia), mit 33:01 durch.

„Wir sind begeistert von dem Erfolg dieser Veranstaltung – wir haben einen Teilnehmer- und einen Streckenrekord verzeichnet. Insgesamt haben wir gegenüber dem Vorjahr einen Läufer-Zuwachs von drei Prozent“, erklärte Veranstalterin Susan Longbottom.

Im Marathon-Männerrennen gab es in Ottawa die erste Zeit unter 2:11 Stunden. Doch damit nicht genug. Zwei weitere Läufer blieben ebenfalls noch unter dieser Marke: Abderrahime Bouramdane (Marokko) wurde Zweiter mit nur fünf Sekunden Rückstand in 2:10:40. Rang drei belegte Bencent Kiplagat (Kenia) mit 2:10:48. Drei weitere Kenianer blieben auf den nächsten Rängen ebenfalls noch unter der vorherigen, drei Jahre alten Kursbestzeit von 2:11:47. Bei den Frauen belegten die Äthiopierinnen Kebebush Haile (2:35:41) und Yeshi Esayias (2:36:57) die nächsten Ränge.

Bei dem 10-km-Rennen gab es einen Zweikampf zwischen den besten Männern und den besten Frauen. Dabei gingen die Topläuferinnen genau 3:51 Minuten vor dem großen Feld mit den Männern in das Rennen. Catherine Ndereba hätte in Normalform sicherlich sehr gute Siegchancen gehabt, doch die Kenianerin litt unter einer Erkältung. Zwar setzte sie sich nach 6 km von ihren Konkurrentinnen ab und gewann deutlich vor Florence Jepkosgei (Kenia/33:30). Sie war jedoch nicht schnell genug, um vor den schnellsten Männern im Ziel zu sein. Chala Lemi zog kurz vor der 9-km-Marke an Ndereba vorbei, doch am Ende blieb dem Äthiopier nur Rang zwei in 28:33 Minuten. Erst 350 Meter vor dem Ziel hatte Simon Bairu die Spitze übernommen. Dritter wurde Linus Maiyo (Kenia) mit28:46.

Über 50.000 Läufer bei Bolder Boulder, KIMbias Edna Kiplagat gewinnt

Einen Teilnehmerrekord gab es auch beim traditionsreichen Bolder Boulder-Rennen in Colorado (USA). Bei der 29. Auflage des 10-km-Laufes gingen 50.816 Athleten an den Start. Schnellster Läufer war der Marokkaner Ridouane Harroufi in 29:52 Minuten. Er war sechs Sekunden vor Solomon Tsige im Ziel. Während Worku Beyi (beide Äthiopien) Dritter in 30:04 wurde, belegte der US-Amerikaner Alan Culpepper Platz vier in 30:13. KIMbias John Yuda (Tansania) wurde Sechster mit 30:33.

Bei den Frauen stellte KIMbia die Siegerin: Edna Kiplagat (Kenia) gewann in 33:42 Minuten. Sie war deutlich vor Amane Gobena (Äthiopien/33:59) und der US-Amerikanerin Elva Dryer (34:01), die ebenfalls zum KIMbia-Team gehört, im Ziel.

Deena Kastor nach Krebs-Erkrankung wieder im Training

Deena Kastor, die schnellste Marathonläuferin der Welt im vergangenen Jahr, litt unter einer Hautkrebs-Erkrankung. Wie die 34-jährige US-Amerikanerin vor kurzem auf ihrer eigenen Web-Page erklärte, wurde der Krebs an drei Stellen ihres Körpers diagnostiziert und entfernt. Wie jetzt bekannt wurde, waren die Behandlungen erfolgreich. „Was für eine Erleichterung“, sagte die Marathon-Olympiadritte von Athen 2004. „Meine Hautärztin hat mir inzwischen bestätigt, dass der Krebs komplett entfernt werden konnte.“

Deena Kastor, die in Mammoth Lakes (Kalifornien) in Höhenlage lebt und trainiert, bereitet sich nun auf die Bahnsaison vor. „Die ersten Trainingseinheiten liefen sehr gut“, erklärte die US-Marathon-Rekordlerin, die 2006 in London in der Jahresweltbestzeit von 2:19:36 Stunden gewonnen hatte. In diesem Jahr hatte Deena Kastor schon beim Boston-Marathon im April gesundheitliches Pech. Unter ihrer Periode leidend, wurde die Favoritin Fünfte in 2:35:09 Stunden. Damit wurde sie immerhin noch US-Meisterin.

„Mein Ziel ist jetzt die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Osaka über 10.000 Meter“, sagte Deena Kastor, die sich Ende Juni bei den US-Meisterschaften für die WM qualifizieren möchte. Im Sommer plant sie Starts in Europa über 3.000 und 5.000 m. Das Fernziel ist der olympische Marathon in Peking 2008, für den sie sich in Boston im nächsten April qualifizieren muss.