
Haile Gebrselassie gewinnt in New York. © www.photorun.net
Haile Gebrselassie hat den Halbmarathon in New York gewonnen. Bei seinem ersten Straßenlauf in der US-Metropole siegte der Äthiopier am Sonntag in starken 59:24 Minuten. Für den 34-Jährigen war der Lauf in New York ein perfekter Test während seines Trainings für den Berlin-Marathon am 30. September. Nach einem erfolgreichen ,Ausflug’ auf die Bahn, wo er in Ostrava zuletzt im Juni die Weltrekorde über 20.000 Meter sowie im Stundenlauf gebrochen hatte, ist Haile Gebrselassie nun auf die Straße zurückgekehrt. Hier will der 23-fache Weltrekordler seine nächsten großen Ziele erreichen: den Marathon-Weltrekord und den Olympiasieg.
Schon vor der Hälfte des Rennens durch New York hatte sich Haile Gebrselassie von seinem schärfsten Konkurrenten, Abdi Abdirahman (USA), abgesetzt. „Ich habe mich gut gefühlt, deswegen habe ich mich frühzeitig gelöst“, erklärte Haile Gebrselassie, der sich ausdrücklich bei Abdirahman und dem Kenianer Robert Cheruiyot bedankte, die von Beginn an das Tempo hoch gehalten hatten. Dadurch war es Gebrselassie möglich, den Kursrekord des Rennens bei der zweiten Auflage unter eine Stunde zu drücken. Hinter Haile Gebrselassie lief Abdi Abdirahman, der bei der WM in Osaka über 10.000 Meter antreten wird, mit 60:29 Minuten eine persönliche Bestzeit. Dritter wurde mit Cheruiyot ein weiterer prominenter Marathonläufer. Er lief 60:58 und bereitet sich nun auf die Titelverteidigung beim Chicago-Marathon vor.
Ein spannendes Rennen gab es bei den Frauen, bei denen am Ende die Kenianerin Hilde Kibet ihren bisher größten Erfolg feierte: Sie gewann in 70:32 Minuten und ließ dabei im Schlussspurt die frühere Marathon-Weltrekordlerin und -Weltmeisterin Catherina Ndereba knapp hinter sich. Die Kenianerin rannte eine Sekunde später ins Ziel. Dritte wurde überraschend die Neuseeländerin Nina Rillstone, die mit 70:35 Minuten einen Landesrekord aufstellte. Knapp 10.000 Läufer erreichten das Ziel in New York.
Martin Lel siegt auf Sizilien
Ebenso wie Haile Gebrselassie absolvierte auch der London-Marathon-Sieger Martin Lel einen erfolgreichen Test im Hinblick auf einen Herbstmarathon. Lel ging in Sizilien über 10 km an den Start. Der Kenianer, der unter anderen Gebrselassie im April in London hinter sich gelassen hatte und sich nun auf den New York-Marathon vorbereitet, siegte beim Memorial Peppe Greco in der Sommerhitze Siziliens in 29:02 Minuten.
Bei dem international hochklassig besetzten Männer-Rennen an der Südküste Siziliens sicherte sich Martin Lel einmal mehr mit seinem starken Schlussspurt den Sieg. Der Kenianer hatte mit 29:02 Minuten in seinem ersten Rennen seit dem London-Marathon-Triumph schließlich zwei Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Paul Kosgei. Dritter wurde der Äthiopier Eshetu Wondimu mit 29:07 während Italiens Marathon-Olympiasieger Stefano Baldini auf Rang fünf einlief (29:33). „Ich werde mich jetzt in Kenia auf den New-York-Marathon vorbereiten, allerdings im Vorfeld noch ein paar Rennen laufen“, erklärte Martin Lel, nachdem er seinen Vorjahressieg wiederholt hatte.
Duncan Kibet läuft flotte Zeit beim Beach to Beacon

Duncan Kibet siegt knapp vor Evans Cheruiyot beim Beach to Beacon. © www.photorun.net
Weniger als eine Sekunde trennten den Sieger und den Zweitplatzierten beim Beach to Beacon-Rennen über 10 km in Cape Elizabeth (Maine/USA). Dabei erzielte der Kenianer Duncan Kibet mit 27:51 Minuten eine erstklassige Zeit bei dem Rennen, das von der Marathon-Olympiasiegerin von Los Angeles 1984, Joan Benoit Samuelson (USA), vor neun Jahren ins Leben gerufen worden war. Knapp 5.000 Läufer gingen an den Start.
600 Meter vor dem Ziel hatte Duncan Kibet noch auf Rang vier gelegen, doch dann stürmte der Kenianer zum Sieg. Zweiter wurde sein Landsmann Evans Cheruiyot mit 27:52 Minuten. Sechs Zehntelsekunden betrug der genaue Abstand zwischen Platz eins und zwei. Rang drei belegte KIMbias John Yuda (Tansania/27:55), Vierter wurde Marathonläufer Meb Keflezighi (USA/27:58).
Während bei den Männern gleich vier Läufer unter 28 Minuten blieben, war das Frauen-Rennen nicht ganz so schnell: Luminita Talpos (Rumänien) gewann souverän in 32:20 Minuten. Die Siegerin des Vienna-City-Marathons dieses Jahres hatte bereits bei Kilometer zwei die Führung übernommen. Zweite wurde Natalyia Berkut (Ukraine) in 32:29, Rang drei belegte Jessica Ruthe (Neuseeland) mit 32:40.
Joan Benoit Samuelson rannte gemeinsam mit der Boston-Marathon-Siegerin von 1980, Jacqueline Gareau (USA), die 10-km-Strecke. Sie bewiesen gute Fitness und kamen nach rund 42 Minuten ins Ziel.
Irina Mikitenko läuft Streckenrekord in Berlin
Mit einem Streckenrekord hat Irina Mikitenko bei der Berliner City-Nacht für das Highlight gesorgt und dabei in einer Zeit starke Form bewiesen, in der das Training für ihr Marathondebüt im Herbst im Vordergrund steht. Die 34-jährige Läuferin des TV Wattenscheid gewann das 10-km-Rennen in 32:11 Minuten und stellte dabei zugleich eine deutsche Jahresbestzeit auf. Den sieben Jahre alten Streckenrekord von Claudia Dreher verbesserte Irina Mikitenko vor zehntausenden Zuschauern auf dem Kurfürstendamm um 28 Sekunden.
In der zweiten 5-km-Schleife löste sich Irina Mikitenko von Melanie Kraus (Bayer Leverkusen), die als Zweite nach flotten 32:46 im Ziel war. Dritte wurde Susanne Hahn (SV Schlau.com Saar 05 Saarbrücken) in 33:05. „Mit dieser Leistung bin ich sehr zufrieden, wobei ich an den Streckenrekord überhaupt nicht gedacht hatte – ich wusste nicht einmal, wo der stand. Ich wollte einfach nur gut rennen. Es war ein guter Test“, erklärte Irina Mikitenko, die nun zunächst ein weiteres, dreieinhalbwöchiges Höhentrainingslager in St. Moritz absolvieren wird und dann am 2. September bei den Deutschen Halbmarathonmeisterschaften starten will. Danach ist ein weiteres Höhentraining geplant. Irina Mikitenko will auf jeden Fall bei einem deutschen Marathon ihr Debüt rennen – gut möglich, dass dies am 30. September in Berlin sein wird. Eine Entscheidung soll in Kürze fallen. Auf die zunächst geplante WM-Qualifikation über 10.000 Meter hatte Irina Mikitenko verzichtet.
„Es war für mich am Anfang nicht einfach, beim Marathontraining das richtige Tempo zu finden, denn früher bin ich immer viel schneller gelaufen. Jetzt musste ich lernen, im Training auch einmal langsamer zu rennen“, erzählt Irina Mikitenko, die ihr wöchentliches Trainingspensum in der Höhe bereits auf bis zu 190 Kilometer hoch geschraubt hat.
Bei den Männern gab es über 10 km in Berlin einen Überraschungssieger: Embaye Hedrit, der das Rennen bereits vor zwei Jahren gewinnen konnte, meldete sich nach längerer Pause aufgrund einer Schienbeinverletzung erfolgreich zurück. Er siegte in 29:40 Minuten vor den höher eingeschätzten Alexander Lubina (29:46) und Stefan Koch (29:56/beide TV Wattenscheid). „Das war eine Überraschung für mich. Ich habe mich gewundert, dass die anderen plötzlich nicht mehr mithalten konnten“, erklärte Embaye Hedrit, der sich nach 7 km von den Konkurrenten löste. Vierter wurde Carsten Eich (Düsseldorf Marathon e.V.), der dieses Rennen bereits viermal gewinnen konnte und zudem den Streckenrekord hält (28:38). In Vorbereitung auf seinen Start beim Berlin-Marathon lief Falk Cierpinski (SG Spergau), der Sohn des zweifachen Marathon-Olympiasiegers Waldemar Cierpinski, aus dem Training heraus auf Rang acht in 31:03. Am 30. September wird eine Zeit um 2:15 Stunden sein Ziel sein. Insgesamt gingen in Berlin über 8.300 Teilnehmer an den Start.
Paula Radcliffe startet nicht bei der WM
Paula Radcliffe wird nicht bei den Weltmeisterschaften in Osaka an den Start gehen. Die Marathon-Weltrekordlerin, die im Januar Mutter einer Tochter geworden war, hatte gehofft, in Japan über 10.000 Meter antreten zu können. Rückenprobleme stoppten die Engländerin, die dadurch keine Möglichkeit hatte, die Qualifikationszeit zu laufen. Als Marathon-Weltmeisterin von Helsinki 2005 wäre sie über diese Strecke automatisch qualifiziert gewesen, jedoch kommt sie für dieses Rennen nicht mehr rechtzeitig in Form.
Ein Datum für ihr Comeback nach der Geburt hat sich Paula Radcliffe nicht gesetzt. „Wenn alles gut geht, werde ich im frühen Herbst mein erstes Rennen laufen. Ich werde nichts überstürzen und dadurch riskieren, dass meine Rückenverletzung wieder aufbricht“, erklärte die 33-jährige Europarekordlerin über 10.000 Meter.