
Teshome Gelana sorgte für den Höhepunkt in Houston. © www.photorun.net
Der Houston-Marathon hat seine starke Entwicklung fortgesetzt. Sowohl bei den Männern als auch den Frauen wurden erneut Streckenrekorde aufgestellt. Dabei waren zwei äthiopische Läufer am Ende ganz vorne: Teshome Gelana gewann das Männerrennen in 2:07:37 Stunden und seine Landsfrau Teyba Erkesso wiederholte ihren Vorjahreserfolg in 2:23:53 Stunden. Rennen über kürzere Distanzen mit eingerechnet, ging bei kühlen Temperaturen und Sonnenschein die Rekordzahl von über 30.000 Läufern bei der 38. Auflage des Chevron Houston-Marathons an den Start. Charity-Läufer sammelten dabei 1,4 Millionen US-Dollar, die 46 Wohltätigkeits- organisationen im Raum Houston zugute kommen.
Der 25-jährige Teshome Gelana löste sich sieben Kilometer vor dem Ziel aus einer fünfköpfigen Spitzengruppe und feierte im Ziel eine deutliche Steigerung seiner persönlichen Bestzeit. Nie zuvor war der Äthiopier unter 2:10 geblieben. Der persönliche Rekord von Gelana aus dem Jahr 2008 stand bei 2:11:50 Stunden, die er damals mit Platz acht in Reims (Frankreich) erreicht hatte. Im vergangenen September gewann er den Warschau-Marathon in 2:12:03. In Houston blieb er nun 15 Sekunden unter dem Kursrekord, den sein Landsmann Deriba Merga vor einem Jahr aufgestellt hatte. „Ich hatte nicht erwartet, dass ich so schnell laufen würde. Ich hoffe, dass ich in der Zukunft noch an weiteren großen Rennen teilnehmen werde. 2:05 Stunden traue ich mir zu”, erklärte Teshome Gelana, der in Houston vor seinem Landsmann Zembaba Yigeze (2:08:27) und dem Kenianer Jason Mbote (2:08:58) im Ziel war.
Noch einen deutlich größeren Vorsprung hatte Teyba Erkesso, die wie vor einem Jahr den Houston-Marathon dominierte. Dabei war die 27-Jährige am Ende 25 Sekunden schneller als bei ihrem Kursrekord 2009. Mit 2:23:53 Stunden stellte sie auch eine persönliche Bestzeit auf und setzte ebenso wie Teshome Gelana ein erstes Maß in der noch ganz jungen Jahresweltbestenliste 2010. Fast fünf Minuten Rückstand hatte in Houston die zweitplatzierte Russin Margarita Plaksina (2:28:44), Rang drei belegte Alemitu Abera (Äthiopien) in 2:31:01.
Beim parallel ausgetragenen Halbmarathon, in den die US-Meisterschaften integriert waren, gab es amerikanische Sieger: Antonio Vega gewann in 61:54, während Shalane Flanagan ein eindrucksvolles Debüt über die 21,0975-km-Distanz hinlegte. Die 28-Jährige, die bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 überraschend Bronze über 10.000 Meter gewonnen hatte, siegte in Houston in 69:41 Minuten und verbesserte damit den Kursrekord erstmals auf eine Zeit von unter 1:10 Stunden. „Das war ein gutes, kontrolliertes Rennen an einem Tag, der ideal war für einen solchen Lauf”, sagte Shalane Flanagan.
Deena Kastor in Phoenix vorne
Nur zwei Sekunden langsamer als Shalane Flanagan war eine andere erfolgreiche US-Läuferin am Sonntag: Deena Kastor gewann den P.F. Changs Rock ‘n’ Roll-Halbmarathon in Phoenix (Arizona) in 69:43 Minuten. „Dieses Rennen ist Bestätigung dafür, dass mein Training bisher gut gelaufen ist”, sagte die Marathon-Olympiadritte von Athen 2004, die im April beim London-Marathon starten will. „Heute habe ich mich das erste Mal seit mehreren Jahren beim Laufen wieder so wie früher gefühlt”, erklärte Deena Kastor, die 2008 beim Olympia-Marathon in Peking einen Ermüdungsbruch im Fuß erlitten hatte. Das Männerrennen in Phoenix gewann überraschend der Kanadier Simon Bairu, der in 62:47 Minuten vor dem favorisierten Ryan Hall (USA/64:08) im Ziel war. Bei dem parallel veranstalteten Marathon lagen die äthiopischen Läufer ganz vorn: Terefe Yae lief 2:12:41 Stunden, Teyba Maser war nach 2:30:39 im Ziel.
